AR: Was Augmented Reality noch fehlt

ARCore, ARKit und Hololens werden dauernd weiterentwickelt, doch bisher hat Augmented Reality den Durchbruch im Massenmarkt noch nicht geschafft. Was fehlt - und was kommt? Darüber haben wir mit dem Kölner Entwickler Peter Bickhofe gesprochen.

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Augmented-Reality-Headset von Lenovo
Augmented-Reality-Headset von Lenovo (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Augmented Reality wird vorangetrieben: Google macht seine Entwicklungsumgebung ARCore auf immer mehr Geräten verfügbar, sogar unter iOS. Derweil hat Apple für iOS 12 und ARKit zahlreiche neue Funktionen angekündigt.

Inhalt:
  1. AR: Was Augmented Reality noch fehlt
  2. AT-AT Walker auf der Straße

Doch abgesehen von Pokémon Go und Snapchat-Filtern ist AR noch nicht aus der Nische herausgekommen. Das liege unter anderem daran, dass es bisher kein präzises bezahlbares Headset gibt, sagt der Kölner Entwickler Peter Bickhofe. Er ist überzeugt, dass mit AR auch für Endkunden bereits spannende Erlebnisse möglich sind. Für Hololens hat er ein Multiplayer-Game entwickelt, um das zu beweisen.

Die Ausgangslage für AR-Headsets könnte unterschiedlicher kaum sein: Microsoft zielt mit der 3.000-Euro-Brille vor allem auf Unternehmenskunden, Google und Apple wollen mit ihren Smartphone-Anwendungen den Massenmarkt erobern. Dennoch hängt alles, was im AR-Bereich passiert, miteinander zusammen. Die Hersteller können voneinander lernen, versuchen aber natürlich auch, sich gegenseitig zu übertrumpfen.

"Hololens ist den anderen insofern einen Schritt voraus, als dass man die komplette Umgebung wirklich in 3D scannen kann", sagt Bickhofe. Dadurch habe man viel mehr Informationen über den Raum an sich. "Wenn man zwei Hololens-Brillen hat, ist es möglich, die daraus generierten Meshs miteinander zu vergleichen.".

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Für Cutting-Edge-Anwendungen nutzt der Entwickler daher vorwiegend die Microsoft-Brille. "Wenn es genügend Übereinstimmungen gibt, sind die Brillen auch sehr schnell in der Lage, einen gemeinsamen Nullpunkt zu definieren. Das ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass man die Hologramme in einem Netzwerk identisch verortet."

Holographische Würfel und Linien in der Luft

So lässt sich beispielsweise mit einer Handgeste ein holographischer Würfel auf den Tisch stellen. "Und jemand anders steht in einer anderen Ecke des Raums und sieht den Würfel - auf den Zentimeter genau - an derselben Stelle stehen", erklärt Bickhofe.

ARCore und ARKit beherrschen den gemeinsamen Ankerpunkt zwar mittlerweile auch, Google hat als Demo beispielsweise die App Just a Line veröffentlicht, mit der mehrere Nutzer gemeinsam im Raum zeichnen können. Doch eine Abweichung von 20 Zentimetern und mehr ist bei diesen Smartphone-Anwendungen nach wie vor durchaus üblich - zu viel, um wirklich präzise Kollaboration zu ermöglichen.

Mit Hololens hingegen demonstriert Bickhofe eine Demo-App, die AR-gestützte Reparaturen am echten Auto ermöglicht. Die App legt über den Kühler ein 3D-Gitter, das die Einzelteile des Autos einblendet. Während ein Mechaniker mit Hololensbrille Reparaturen ausführt, können mehrere Kollegen - ebenfalls mit Hololens - jeden seiner Arbeitsschritte verfolgen. Und gegebenenfalls korrigieren.

Als Lehr- und Trainings-Tool für Unternehmen hat die Hololens großes Potenzial. Für Endkonsumenten ist die Brille bei Stückpreisen von rund 3.000 Euro aber noch weitgehend uninteressant. "Die wenigsten Leute haben eine Hololensbrille, geschweige denn zwei", sagt Bickhofe. "Wir haben aber die Technik genommen und ein Spiel daraus gebaut. Wir wollen beweisen, dass wir diese Technik draufhaben."

Die App HoloWAA! ist eines der ersten Hololens-Multiplayer-Games überhaupt: Ziel ist, die Erde vor heranrasenden Asteroiden zu schützen. Der gemeinsame Ankerpunkt ermöglicht hier präzises, kooperatives Gameplay.

Tischtennis spielen in AR

Ein vergleichbar präzises Headset für Consumer lässt noch auf sich warten. Viele Hoffnungen ruhen auf Apple, doch dessen Brille dürfte nicht vor 2020 in die Läden kommen. Bastler trösten sich mit Project Northstar, einer Brillenbauanleitung der Leap-Motion-Macher. Deren Tischtennis-Demo ist durchaus beeindruckend.

"Bei ARCore und ARKit muss auch so langsam mal eine Zusatz-Hardware kommen - ähnlich wie die Oculus Go im VR-Bereich", sagt Bickhofe. Vielleicht werde man im ersten Schritt noch das Handy einlegen und das Bild einspiegeln müssen. "Wenn man etwas wirklich Immersives haben will, muss man aber endlich die Hände frei haben." Dann sind hoffentlich auch die Zeiten vorbei, in denen die meisten Anwender Augmented Reality nur im Bildausschnitt ihres Smartphones erfahren.

Erst einmal rückt aber noch das Duell zwischen ARCore und ARKit in den Vordergrund. "Vom Leistungsumfang tun sich beide nicht sehr viel", sagt Bickhofe. Apple profitiert dabei von seiner homogenen Hardwarekette. "Wenn man etwas für iOS releasen will, steigt man beim iPhone 6S ein. Man kann sich als Entwickler darauf verlassen, dass es ab da funktioniert, obwohl das iPhone 6S nicht mehr so neu ist."

ARCore hingegen lief lange Zeit nur auf Pixel-Smartphones, hochwertigen Samsung-Geräten und Handy-Smartphones mit Tango-Funktion. In den letzten Monaten hat sich ARCore aber geöffnet und die Gerätepalette ein wenig erweitert. Mittlerweile läuft es sogar auf iOS-Geräten. Eine größere Reichweite auf Android-Geräten sei nur eine Frage der Zeit, sagt Bickhofe. "In vier Monaten - im Vorweihnachtsgeschäft - werden die neuesten Geräte nachgekauft und die zweitneueste Generation verteilt sich nach unten. Dann hat man schon eine gute Basis für ARCore."

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SanderK 09. Aug 2018

Altered Carbon, war dazu auch schon nicht Schlecht.

Gonzo333 09. Aug 2018

tja ein paar Jährchen werden da wohl noch ins Land ziehen :)

SanderK 09. Aug 2018

Das ist ja nicht nur ein Themensprung, dass ist ja auch noch ein Zeitsprung...

Hotohori 31. Jul 2018

Träum weiter, bevor AR sich in der breiten Masse durchsetzt, ist VR in der breiten Masse...

Hotohori 30. Jul 2018

Es geht nicht darum sich die Zeiten nicht merken zu können (ansonsten sind auch Eieruhren...


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