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Aquatop Display: Quallen jagen auf dem Platschscreen

Mach die Badewanne zum Display: Japanische Forscher haben ein System entwickelt, um Bilder auf eine Wasseroberfläche zu projizieren und mit ihnen zu interagieren. Sie haben auch Spiele für das System entwickelt: ein feuchtfröhlicher Spaß.

Artikel veröffentlicht am ,
Aquatop Display: Getroffene Gummiente quakt empört.
Aquatop Display: Getroffene Gummiente quakt empört. (Bild: Yasushi Matoba/Screenshot: Golem.de)

Diese Nutzeroberfläche ist nichts für Wasserscheue: Aquatop Display macht aus einer Wasserfläche einen Touchscreen. Dieser kann nicht nur von oben, sondern auch von unten bedient werden.

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Das System besteht aus einem Beamer, der eine Nutzeroberfläche auf das Wasser projiziert. Das muss dafür vorher trübe gemacht werden - eine Badeemulsion oder Badesalz eignen sich nach Angaben der Entwickler um Yasushi Matoba sehr gut dazu. Eine Kinect erfasst per Tiefensensor und Infrarotsensor die Fingerbewegungen. Hinzu kommen ein wasserdichter Lautsprecher sowie - in sicherer Entfernung - ein Computer.

Gedacht ist das Display für die Badewanne. Für den Prototyp haben Matoba und seine Kollegen erst einmal eine 60 x 90 Zentimeter große und 25 Zentimeter tiefe Plastikwanne genommen.

Flüssigdisplay

Darauf haben sie die ersten Anwendungen für das flüssige Display getestet: Die erste ist ein multitouchfähiges Programm zum Betrachten von Fotos und Videos. Einige der Gesten sind vertraut oder aus anderen Zusammenhängen abgeleitet: Der Nutzer kann beispielsweise ein Bild anklicken, indem er von unten einen Finger hindurchsteckt. Dann kann er es auch auf der Bedienoberfläche verschieben. Mit zwei Fingern, die aus dem Wasser kommen, vergrößert oder verkleinert er es.

Andere Gesten sind auf das Medium zugeschnitten. So kann der Nutzer Fotos auch auf der Oberfläche sortieren, indem er das Wasser in Bewegung versetzt. Die Bilder schwimmen dann über die Oberfläche. Er kann ein Bild mit zwei Händen aus dem Wasser schöpfen und dann an einen Platz transferieren. Durch diese Geste werden auch Videos geöffnet: Der Nutzer schöpft ein Video und gießt es in das Icon des Abspielprogramms. Soll ein Bild oder ein Icon von der Oberfläche verschwinden, versenkt der Nutzer es: Er greift von unten hinein und zieht es unter Wasser.

Lichtschwert für die Badewanne

Mehr Spaß dürfte es machen, das Aquatop-Display zum Spielen zu nutzen: Der Nutzer kann etwa mit einer Hand einen Lichtstrahl dirigieren, der beim Bewegen ähnliche Geräusche erzeugt wie das Lichtschwert eines Jedi. Mit zwei Händen kann er einen Lichtball erschaffen, den er dann über den Aquatop schießen kann.

Darauf aufbauend haben die Forscher ein Jagdspiel entwickelt: Streckt der Nutzer seinen Finger aus dem Wasser, bildet sich dort ein Lichtgeschoss, das er auf Quallen am anderen Ende der Wasserfläche abschießen kann. Trifft er, wird das Wasser aufgewühlt, und zwar von dem wasserdichten Lautsprecher. Dieser ist weniger für die Tonausgabe gedacht: Er steht am Boden des Wasserbeckens und lässt das Wasser durch das Vibrieren seiner Membran brodeln. Zusätzlich ist er mit Leuchtdioden besetzt, so dass das aufgewühlte Wasser auch farbig beleuchtet wird. Auch die Quietscheente kann in das Spiel einbezogen werden - sie quakt empört, wenn sie getroffen wird.

Wasserball

Als weiteres Spiel haben die Entwickler eine Art Wasserball umgesetzt: Die Spieler versuchen, einen Ball, der auf die Wasseroberfläche projiziert wird, mit den Händen in das gegnerische Tor zu schubsen. Vor dem Anpfiff dürfte es ratsam sein, ein Handtuch bereitzulegen.

Die Gesten und Interaktionen seien intuitiver als bei der Bedienung eines Computers mit einer Maus, erklären die Wissenschaftler. Etwas aufzuspießen, zu schöpfen oder unterzutauchen sei uns aus dem alltäglichen Leben näher als das Bewegen einer Maus. Zudem sei der Abstand von Nutzer und Oberfläche aufgehoben.

Matoba und seine Kollegen von der University Of Electro-Communication in der japanischen Hauptstadt Tokio haben das Aquatop Display kürzlich auf der Siggraph vorgestellt.



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Lala Satalin... 31. Jul 2013

Japan ist nicht China. In Japan ist es höchstens in Großstädten eng, aber soweit ich wei...

Lala Satalin... 31. Jul 2013

Find das auch witzig. Könnte man lustige Sachen mit machen. An der Reaktionszeit und...

Moon 31. Jul 2013

Dann musst du deine Kinder aber in trübes Wasser setzen, wenn ich das richtig verstanden...

DrWatson 31. Jul 2013

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elgooG 31. Jul 2013

Also ich weiß nicht, aber mit 16 sollte man eigentlich schon zumindest ein wenig...


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