Abo
  • Services:

APT29: Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

Die staatliche Hackergruppe APT29 nutzt die von Tor entwickelte Meek-Technologie, um Angriffe auf verschiedene Infrastrukturen zu verschleiern. Domain-Fronting wird sonst meist zur Umgehung von Zensur eingesetzt.

Artikel veröffentlicht am ,
Domain-Fronting erklärt
Domain-Fronting erklärt (Bild: Fireeye)

Die Sicherheitsfirma Fireeye zeigt in einem aktuellen Bericht, dass die gemeinhin den russischen Nachrichtendiensten zugeordnete Hackergruppe mit dem Namen APT29 zur Verschleierung ihrer Aktivitäten das sogenannte Domain-Fronting nutzt. Beim Domain-Fronting werden Anfragen an Server so verschleiert, dass sie wie normale Nutzerzugriffe auf beliebte Dienste wie zum Beispiel Google aussehen.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Berlin
  2. OPTIMAL SYSTEMS GmbH, Berlin

APT29 ist auch unter dem Namen Cozy Bear bekannt, die Gruppe soll Verbindungen zum russischen Geheimdienst FSB haben. Die ebenfalls russische Gruppe APT28 hingegen wird mit dem Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht und meist als Fancy Bear oder Sofacy bezeichnet.

Tor hatte die Meek-Technologie vor allem entwickelt, um die Internetzensur in vielen Ländern zu umgehen. Im vergangenen Jahr hatten die Betreiber des Kryptomessengers Signal ebenfalls angefangen, die sogenannten "pluggable transports" zu nutzen, nachdem der Zugriff auf den Dienst in verschiedenen Ländern blockiert wurde.

Wird die Technologie genutzt, so wird die Adresse des Zielsystems in eine HTTP-Nachricht überführt und dann mit TLS verschlüsselt. Diese verschlüsselte Nachricht wird schließlich an einen Server im gleichen Content Delivery Network gesendet, der eine nicht zensierte Webseite hostet - in vielen Fälle ist dies Google. Dieser Server entschlüsselt die Nachricht und leitet sie an die eigentliche Webseite weiter, die dann die Antwort an den Client sendet.

APT29 erstellte eigenen Hidden-Service

Nach Angaben von Fireeye hat APT29 einen eigenen Tor-Hidden-Service erstellt, der Traffic eines Torclients auf den Ports 139 (NetBios), 445 (Server Message Blocks, SMB) und 3389 (Terminal Server, TS) weiterleitet. So konnte die Gruppe Rechner infizieren und Befehle verteilen, ohne dass diese in den Logdateien verdächtig waren. Offenbar nutzt APT29 die Technologie bereits seit mindestens zwei Jahren.

Auf dem infizierten Rechner werden von Cozy Bear zahlreiche Skripte installiert, die unter anderem Windows-Funktionen für Nutzer mit bestimmten Bedürfnissen, wie zum Beispiel die Binary der Einrastfunktion (Sticky Keys), durch eigene Software ersetzen, um den Angreifern dauerhaften Zugang und erweiterte Rechte ("privilege escalation") zu ermöglichen. Dabei wird die Binary für Sticky Keys (sethc.exe) durch cmd.exe ersetzt. Mehrmaliges Drücken einer bestimmten Taste ermögliche dann den Zugriff auf die Kommandozeile mit erweiterten Rechten, so die Sicherheitsfirma.

Fireeye verbindet die Berichterstattung über die Technologie mit einem Sales-Pitch. Es sei für Unternehmen sehr wichtig, Zugriff auf TLS-verschlüsselten Traffic zu bekommen, um entsprechende Angriffe entdecken zu können. Tatsächlich birgt der Einsatz von HTTPS-Man-In-Middle-Boxen allerdings zahlreiche Gefahren, auch das US-Cert hat entsprechende Hinweise für die Verwendung der Technologie herausgegeben.



Anzeige
Top-Angebote
  1. für 99€ auf otto.de
  2. 88,99€ (Bestpreis!)
  3. 56,99€ (Top-Produkt PCGH 12/2017)
  4. 65,99€ + Versand oder Marktabholung

DerSkeptiker 29. Mär 2017

Die Methode mit sethc.exe nutzte ich schon vor 10 Jahren als Scriptkiddie. ROFL! Das sind...


Folgen Sie uns
       


Nokia 9 Pureview - Hands on (MWC 2019)

Das neue Nokia 9 Pureview von HMD Global verspricht mit seinen fünf Hauptkameras eine verbesserte Bildqualität. Wir haben das im Hands on überprüft.

Nokia 9 Pureview - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch


    Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
    Uploadfilter
    Voss stellt Existenz von Youtube infrage

    Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

    1. Uploadfilter SPD setzt auf Streichung von Artikel 13
    2. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
    3. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen

    Google: Stadia tritt gegen Gaming-PCs, Playstation und Xbox an
    Google
    Stadia tritt gegen Gaming-PCs, Playstation und Xbox an

    GDC 2019 Google streamt nicht nur so ein bisschen - stattdessen tritt der Konzern mit Stadia in direkte Konkurrenz zur etablierten Spielebranche. Entwickler können für ihre Games mehr Teraflops verwenden als auf der PS4 Pro und der Xbox One X zusammen.
    Von Peter Steinlechner


        •  /