Appstores: Epic Games macht den Kampf um Fortnite episch
Nur wenige Stunden nachdem Epic Games eine neue Version von Fortnite veröffentlicht hat, haben Apple und Google das Actionspiel aus ihren Appstores entfernt. Der offensichtliche Grund: Die Spieler konnten darin Ingame-Extras erstmals über ein Zahlungsverfahren namens "Direktzahlung an Epic" kaufen.
Die Zahlungssysteme von Apple und Google waren zwar auch verfügbar, aber die Preise dort waren teurer. Wenn die Kunden sich deshalb für die Direktzahlung an Epic entschieden, erhielten Apple und Google keine Provision mehr – das sind immerhin 30 Prozent.
Epic Games ist offensichtlich auf den Rauswurf von Fortnite aus den Appstores vorbereitet. Das Entwicklerstudio leitete sofort juristische Schritte ein. Damit sollen Apple und Google gezwungen werden, das Actionspiel wieder als Download anzubieten oder es anderweitig innerhalb ihres Ökosystems zugänglich zu machen – ohne dass Epic Games die hohen Provisionen bezahlen muss.
Falls es nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, dürfte das ein langer und grundsätzlicher Rechtsstreit werden. In den USA gibt es derzeit Untersuchungen in gleicher Sache: Apple-Chef Tim Cook wurde erst Ende Juli 2020 vor dem Kartellausschuss des US-Repräsentantenhauses befragt.
Gleichzeitig versucht Epic Games offensichtlich, die Öffentlichkeit von seiner Sicht zu überzeugen. Das Unternehmen hat einen Trailer ins Netz gestellt, mit dem es einerseits auf den Literaturklassiker 1984 anspielt.
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Andererseits greift der Trailer einen legendären Werbeclip Apples auf, mit dem das Unternehmen im Jahr 1984 während der Übertragung des Super Bowls damit warb, dass seine Rechner den Nutzern besonders viel Freiheit gewährten; der Regisseur war Ridley Scott.
In der Persiflage von Epic Games treten Charaktere aus Fortnite auf, die gegen ein Regime kämpfen, das von einer Figur in Form eines Apfelkopfes angeführt wird. Die Botschaft: Spieler und Epic sollen gemeinsam gegen die Herrschaft von Apple (und Google) vorgehen.

Apple äußerte sich bislang öffentlich nur indirekt dazu: In den USA schickte der Konzern seinen Kunden eine Mail, in der es heißt: "Jeden Tag erscheinen neue Games für den Appstore. Ergreife die neuen Chancen, um zu gewinnen."
Übrigens agiert Epic Games nicht allein: Spotify – im Bereich Musikstreaming ein direkter Konkurrent Apples – hat den Spielentwickler über Twitter unterstützt(öffnet im neuen Fenster) und die Geschäftspraktiken von Apple als " ungerecht " bezeichnet.
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