Farpoint: Der Aim Controller macht das Spiel zum Spektakel
"Nur ein toter Bug ist ein guter Bug." Was die Starship Troopers schon wussten, gilt erst recht für Farpoint. Denn der Planet, auf dem der neue PSVR-Shooter spielt, wimmelt nur so von Spinnen und Käfern - teilweise in Mehrfamilienhausgröße. Im Kampf gegen die Viecher erweist sich die mitgelieferte Hardware als bester Verbündeter: Haptik und Bedienung des neuen Aim Controllers lassen Spieler tief in die Rolle des Alien-Jägers eintauchen.
Ein Wurmloch spuckt zwei Astronauten mitsamt ihrer Forschungsstation auf dem Planeten aus - genauso wie den Piloten, der sie eigentlich zur Erde zurückholen sollte. Wir schlüpfen in die Rolle dieses Piloten, der sich auf die Suche nach seinen verschollenen Kollegen macht. Allein pirscht er durch Canyons und Höhlen, scannt holographische Tagebuch-Einträge seiner Gefährten und kämpft gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt. Und das ist jede Menge.
Ungeziefer lauert hinter fast jeder Felsenecke, ob das nun armlange Springspinnen, Giftbatzen schleudernde Riesenkäfer oder schwer gepanzerte Vogelspinnen-Aliens sind. Die Monster sind auf Dauer etwas redundant, die Kämpfe in der bizarren Felslandschaft aber sehr schön in Szene gesetzt, wobei die Texturen bei genauerem Hinsehen nicht besonders scharf wirken. Farpoint wäre ein durchschnittlicher VR-Shooter, wäre da nicht die beigefügte Hardware: Erst der Aim Controller macht das Spiel zu einem echten Spektakel.
Auf den ersten Blick wirkt der Controller recht unscheinbar: Das hellgraue Gestänge sieht ein bisschen so aus, als habe hier jemand ein paar Abflussrohre mit Tasten, Analogsticks, einem Gewehrabzug und einer bunten Leuchtkugel à la PS Move kombiniert. Im Spiel jedoch hat man unmittelbar das Gefühl, eine Hightech-Wumme in Händen zu halten. Diese Illusion vermittelt der Aim Controller deutlich besser als jeder bisherige VR-Controller: Vor allem dann, wenn man snipergleich durch die (virtuelle) Zielvorrichtung blinzelt oder den Controller blitzschnell hochreißt, um die Waffe zu wechseln.
Dass das Tracking der Playstation Camera nur einen vergleichsweise kleinen Bereich abdeckt, macht sich spätestens dann unangenehm bemerkbar, wenn man die Waffe in der Hitze des Gefechts zu sehr herumwirbelt - ihre Position muss dann nachjustiert werden. Sehr gut gelöst hat Entwickler Impulse Gear die Anordnung der Tasten und Sticks, die sich auch "blind" jederzeit auffinden lassen.
Farpoint ist kein Rail-Shooter wie etwa Rush of Blood; per Analogstick navigiert man durch die schlauchartige Landschaft, die aber gerade an zentralen Kampfschauplätzen einiges an Bewegungsfreiheit bietet. Bei unserem Test hielt sich die Motion Sickness sehr in Grenzen - selbst dann, als wir im Menü das stufenlose Umschauen aktivierten. Die Monster greifen stets nur von vorne an - auch das soll die berüchtigte VR-Übelkeit verhindern.
Auf Dauer ist Farpoint eine intensive, körperlich durchaus anstrengende Alien-Sause ohne erzählerischen Tiefgang. Die Solokampagne ist zwar schon nach etwa fünf Stunden zu Ende, für anhaltenden Spielspaß sorgt jedoch ein packender Koop-Modus. Der Kauf des Aim Controllers dürfte sich für VR-Enthusiasten durchaus lohnen, denn auch künftige PSVR-Titel bringen ihn zum Einsatz. Die Liste der unterstützten Games umfasst bislang The Brookhaven Experiment, ROM: Extraction, Dick Wilde und Arizona Sunshine.
Für PS4 und die PSVR-Brille. Spiel und Controller kosten im Bundle rund 90 Euro. Auch mit Dual Shock 4 spielbar. Bei der E3 hat Sony gerade den DLC Cryo Pack angekündigt, der am 27. Juni erscheinen soll.
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