Datenschutz: Facebook gibt Daten entgegen den eigenen Regeln weiter

Rund 5.000 App-Entwickler haben Daten von Facebook erhalten, die sie eigentlich nicht bekommen sollten.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook verstößt gegen eigene  Auflage zum Datenschutz.
Facebook verstößt gegen eigene Auflage zum Datenschutz. (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)

Facebook hat gegen eine Selbstverpflichtung verstoßen, keine Daten mehr an Apps zu geben, die länger als 90 Tage nicht genutzt wurden. Das räumte das Netzwerk am Mittwoch, den 1. Juli, in einem Blog-Eintrag ein. Diese Regel sei nach dem Cambridge-Analytica-Skandal 2018 festgelegt worden. Kürzlich habe man jedoch bemerkt, dass in einigen Fällen Apps die Daten empfangen hätten, auch wenn sie in den vergangenen 90 Tagen nicht benutzt worden seien. Dabei habe es sich um Daten gehandelt, die zuvor auch von den Nutzern freigegeben worden waren.

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Als Beispiel nannte Facebook eine Fitness-App die ein User verwendet, um seine Freunde aus seiner Heimatstadt zu einem Training einzuladen. Dabei habe Facebook nicht erkannt, dass einige seiner Freunde seit vielen Monaten inaktiv gewesen seien und die Benachrichtigung eigentlich nicht hätten erhalten dürfen.

"Aus den Daten der vergangenen Monate, die uns zur Verfügung stehen, gehen wir derzeit davon aus, dass dieses Problem es etwa 5.000 Entwicklern ermöglichte, auch nach 90 Tagen Inaktivität [...] Informationen - zum Beispiel Sprache oder Geschlecht - zu erhalten", heißt es in dem Blog-Eintrag.

Facebook sah jedoch nach eigenen Angaben keine Beweise dafür, dass Informationen ausgetauscht wurden, die nicht mit den Berechtigungen übereinstimmten, die Personen beim Einloggen in das Netzwerk erteilt hatten. Die Lücke sei aber umgehend geschlossen worden, hieß es.

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Bei dem Cambridge-Analytica-Skandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump arbeitete. Dabei wurden nicht nur die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer weitergegeben, sondern auch die Daten ihrer Facebook-Freunde, die gar nicht an der Umfrage teilgenommen hatten.

Vor rund einem Jahr erklärte sich Facebook bereit, 5 Milliarden US-Dollar Stafe zu bezahlen, um Ermittlungen von US-Behörden zu beenden. Für den Vergleich mit der Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) musste Facebook keinerlei Schuld eingestehen oder seine Geschäftspraktiken - das Sammeln und Monetarisieren von Benutzerdaten - ändern. Die FTC hatten die Ermittlungen nach dem Cambridge-Analytica-Skandal eingeleitet.

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