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Applied AI-Team: Metas KI-Umbau macht Tausende Entwickler zu Statisten

Der Meta-Konzern opfert Mitarbeiterzufriedenheit für seine KI-Ambitionen. Mit spürbaren Folgen.
/ Andreas Donath
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Mark Zuckerberg (Bild: Kenny Holston / Pool / AFP via Getty Images)
Mark Zuckerberg Bild: Kenny Holston / Pool / AFP via Getty Images

Metas Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz kosten intern einen hohen Preis, wie Wired berichtet(öffnet im neuen Fenster). Mitarbeiter in mehreren Abteilungen berichten von schlechter Stimmung, überbordender Arbeitslast und dem Gefühl, nichts Sinnvolles mehr beizutragen.

Zwangsversetzt in den "Gulag"

Im Mittelpunkt der Kritik steht das Applied AI-Team, eine im März 2026 zusammengestellte Einheit mit rund 6.500 Entwicklern und Produktmanagern. Eigentlich soll die Gruppe die KI-Forscher von Metas Superintelligence Labs unterstützen. In der Praxis, so berichten drei Mitarbeiter gegenüber Wired, sehe das ganz anders aus.

"Es ist buchstäblich der Gulag", sagte ein Mitarbeiter. "Du hast plötzlich keinerlei Sinn mehr im Leben, kaum Kontakt zu anderen, nur diese Aufgaben jede Woche."

Konkret gehe es um etwa zwei Aufgaben pro Woche, darunter das Erstellen von Programmieraufgaben für das KI-Training. Ein Mitarbeiter bezeichnete die Arbeit als "mechanisch und unkreativ", weit unter dem Niveau, für das er eingestellt worden sei. Wer sich weigere, das Team zu wechseln, müsse den Konzern verlassen. Ein ungewöhnliches Druckmittel in einer Branche, in der qualifizierte Entwickler eigentlich viel Verhandlungsmacht haben.

Stimmungsausbruch live auf Sendung

Die aufgestaute Frustration entlud sich in dieser Woche während einer internen Livepräsentation. Laut einer von Wired ausgewerteten Aufnahme unterbrach jemand den Call mit einem vulgären Ausbruch und richtete eine persönliche Beleidigung gegen einen namentlich genannten KI-Manager.

Kündigungen, Überwachung, Mehrarbeit

Die Unruhe geht über das Applied AI-Team hinaus. Meta strich im vergangenen Monat rund 8.000 Stellen, etwa zehn Prozent der Belegschaft. Die zusätzliche Last verteilt sich nun auf verbleibende Teams, unter anderem im Rechenzentrumsbereich und bei Instagram. Mehr als 1.600 Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition gegen ein Programm, das Klicks und Tastenanschläge aufzeichnet, um KI-Trainingsdaten zu gewinnen.

Zuckerberg räumt Fehler ein

Auf einem All-hands-Meeting für Instagram-Mitarbeiter sprach Produktvorstand Chris Cox Klartext. Er bezeichnete die Lage als "brutal" und verglich die vergangenen Monate mit einem "Marathon mitten im Hagelsturm." In einem Memo vom Freitag meldete sich auch CEO Mark Zuckerberg zu Wort. Er räumte ein, dass Fehler gemacht wurden, und kündigte Maßnahmen an: Obergrenzen für Teamgrößen, mehr Budget für Teamveranstaltungen, einen Hackathon im kommenden Monat und feste Arbeitsplatzzuweisung bis Jahresende.

Das Applied AI-Team bezeichnete er als vorübergehende Lösung. Die Arbeit ermögliche es "sehr talentierten Menschen, zu diesen Bemühungen beizutragen, während wir in den kommenden Monaten andere Rollen schaffen, zu denen sie bei Meta beitragen können", wie Wired zitiert.


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