Apples App-Review: Im Zweifel entscheidet Phil Schiller
Viele Apple-Interessierte werden Phil Schiller von den Keynotes des US-Unternehmens kennen: Schiller ist seit einigen Jahren bei Apple für das Marketing verantwortlich. Was die meisten bisher wahrscheinlich nicht wussten: Schiller entscheidet auch darüber, ob Apps in den App Store aufgenommen werden oder nicht.
Wie CNBC berichtet(öffnet im neuen Fenster) , leitet Schiller ein Gremium, das als letzte Instanz bei der Entscheidung fungiert, ob eine App den Regularien des App Stores entspricht oder nicht. Alle Apps werden bei Apple generell von Mitarbeitern überprüft, in Regelzeiten werden die meisten in einem Zeitrahmen von 24 bis 48 Stunden freigegeben.
Stellenweise gibt es aber auch Anwendungen, die eine längere Untersuchung benötigen oder bei denen die Mitarbeiter sich nicht sicher sind, ob sie freigeschaltet werden sollen oder nicht. Dann kann die Entscheidung bis an das Executive Review Board (ERB), ein Gremium unter der Leitung Schillers, weitergeleitet werden.
Schillers Gremium lehnte Inforwars-App ab
Dies geschah beispielsweise bei der Infowars-App des Verschwörungstheoretikers Alex Jones. In einigen der Videos wurde zu Gewalt gegen Journalisten aufgerufen, was für Schiller und seine Mitstreiter ein Grund war, der App den Zugang zum App Store zu verweigern. CNBC zufolge trifft sich das ERB wöchentlich.

Insidern zufolge hat Apple mehrere App-Review-Zentren weltweit. Die dort angestellten Mitarbeiter arbeiten fest für Apple, haben einen regulären Stundenlohn und genießen die gleichen Vorteile wie ihre Kollegen in Cupertino. Täglich kontrollieren die Mitarbeiter den Angaben zufolge zwischen 50 und 100 Apps, wovon die meisten sich innerhalb weniger Minuten überprüfen lassen.
Sollte eine App den Regeln des App Store widersprechen, bekommt der jeweilige Programmierer dies mitgeteilt. Unter Umständen können die Programmierer auch von Apple angerufen werden; dies soll seit Jahren ein Mitarbeiter tun, den CNBC nur "Bill" nennt und dessen Identität geheimgehalten werden soll. 40 Prozent der übermittelten Apps sollen zunächst abgelehnt werden.
Zu Stoßzeiten, etwa vor der Veröffentlichung einer neuen iOS-Version, häufen sich die App-Überprüfungen, da viele Entwickler ihre App anpassen. Dann kann es vorkommen, dass die Arbeitstage auf eine Länge von zwölf Stunden gestreckt werden, da das Pensum ansonsten nicht zu schaffen ist.
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