Apple-Zulieferer: Renesas kauft Dialog für 4,9 Mrd Euro

Dialog Semiconductor ist für Apple-PMICs bekannt, Renesas will durch die Übernahme aber auch Medizintechnik und Smart Home stärken.

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Renesas-Logo in Tokyo
Renesas-Logo in Tokyo (Bild: Reuters)

Der japanische Halbleiterkonzern Renesas übernimmt den britisch-deutschen Chip-Hersteller Dialog Semiconductor. Der Kaufpreis beträgt 67,50 Euro pro Aktie in bar, was rund 20 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag ist, und damit insgesamt knapp 4,9 Milliarden Euro. Beide Unternehmen erwarten einen Abschluss der Übernahme bis Ende 2021.

Renesas erhofft sich durch den Kauf von Dialog Semiconductor eine Stärkung von Geschäftsfeldern wie Automotive, Industrie und Internet der Dinge (IoT). Dialog Semiconductor entwickelt diverse Mixed-Signal-Produkte, vor allem anwendungsspezifische Schaltungen, für unter anderem Medizintechnik und Smart Home, aber auch für 5G sowie Wearables.

Weg von der Apple-Abhängigkeit

Besonders bekannt ist Dialog Semiconductor zudem als Zulieferer für Power-Management-Chips (PMICs), die Apple viele Jahre lang in den iPhones eingesetzt hat. Im Oktober 2018 erfolgte eine anteilige Übernahme, für die Apple per Zahlung von 300 Millionen US-Dollar eine Lizenz, geistiges Eigentum sowie Standorte samt Mitarbeitern erhielt.

Ein PMIC ist ein vergleichsweise teures und wichtiges Bauteil, da es für das Energiemanagement eines Smartphones (mit)verantwortlich ist. Die Chips können Spannungen wandeln, das Laden des Akkus verwalten oder die Stromquelle wählen. Eine hohe Effizienz hilft dabei, dass ein Gerät möglichst sparsam arbeitet.

Weil die Vereinbarung für Audio-, Lade- und Mixed-Signal-Chips sowie für PMICs vorerst von 2019 bis 2021 gilt, ist durchaus denkbar, dass Apple die vertikale Integration von Komponenten dann auch auf Power-Management-Chips ausweitet. Berichte, wonach das Unternehmen aus Cupertino selbst PMICs entwickelt, sind nicht neu.

Dialog Semiconductor selbst wollte sich 2016 bereits weniger stark abhängig von Apple machen und hatte versucht, Atmel zu übernehmen. Das scheiterte, weil Microchip die Konkurrenz überbot und 3,56 Milliarden US-Dollar zahlte. Apple war zu diesem Zeitpunkt für drei Viertel von Dialog Semiconductors Umsatz verantwortlich.

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