Apple Watch Ultra im Test: Tolle Sportuhr - und trotzdem Trainingsbedarf

Schneegestöber, der Wind pfeift eisig durch die Häuserschluchten von Berlin, Superhund Gino und ich kämpfen uns auf unserer abendlichen Joggingrunde wacker voran. Da plötzlich ein Geräusch, ein Vibrieren am Arm: Die Apple Watch Ultra klingelt. Ein Anruf – ob wir wissen, wo verdammt nochmal die Fernbedienung liege.
Natürlich hätten wir auf diese Unterbrechung unserer Trainingseinheit lieber verzichtet. Andererseits: Wenn wir erreichbar sein wollten, mussten wir sonst entweder das Smartphone mitnehmen oder eine normale Apple Watch – die verfügt seit Series 3 über Unterstützung für LTE.
Mit der Ultra können wir trotz Wind und Wetter, und obwohl wir weiterjoggen, komfortabel auch beim Sport telefonieren. Das klappt dank drei Mikrofonen und einer Technologie, die Apple als Beamforming bezeichnet, spürbar besser als auf der aktuellen Series 8 ( Test auf Golem.de ), die nur ein Mikrofon hat.
Unser Gesprächspartner sagte uns später, dass wir zwar wie in einer Dose geklungen hätten, aber sonst ganz gut zu verstehen gewesen seien. Angesichts der vielen Geräusche um uns herum finden wir das beeindruckend. Außerdem ist die Ultra dank zwei Lautsprechern (statt einem) viel lauter als Series 8, so dass auch wir alles gehört haben.
Eigentlich war uns die Sache mit dem Telefonieren gar nicht so wichtig, als wir die Ultra das erste Mal über das Handgelenk streiften. Wir waren vor allem auf die längeren Akkulaufzeiten neugierig: Die Ultra schafft im Alltag laut Apple rund 36 Stunden, also etwa doppelt so viel wie Series 8. Tatsächlich überraschte uns der Akku positiv – dazu später mehr.
Kantiges Gehäuse aus Titan
Größerer Akku, mehrere Mikrofone und Lautsprecher: Das braucht Platz. Die Ultra ist die mit Abstand größte Armbanduhr, die Apple bislang produzierte. Das aus Titan gefertigte Gehäuse ist 49 mm hoch, 44 mm breit und rund 14 mm dick. Das Gewicht liegt bei rund 61 Gramm.
Damit ist die Ultra leichter als viele andere große Sportuhren, aber fast so mächtig wie die Fenix 7X von Garmin mit ihrem Durchmesser von 51 mm. Optisch wirkt das Wearable von Apple aber wegen der hellen Farbe des Titans dezenter, der Tragekomfort ist auch wegen der tollen und geschmeidigen Rückseite aus Keramik sehr gut.















Der 1,92 Zoll große AMOLED-Bildschirm (410 x 502 Pixel) bietet eine Helligkeit von bis zu 2.000 Nits. Das ist doppelt so viel wie bei Series 8, wir konnten die Ultra auch bei voller Herbstsonne hervorragend ablesen.
Das Touch-Deckglas aus Saphir ist flach, was zum kantigen und tooligen Look beiträgt – aber nicht elegant wirkt. Prima: Eine Beschichtung sorgt dafür, dass praktisch nie Fingerabdrücke zu sehen sind, selbst wenn wir nach einer Portion Pommes die Kalorien in Myfitnesspal eintippen.
Das Verfassen von kurzen Nachrichten auf der winzigen Tastatur klappt selbst bei wackligen Bahnfahrten. Offensichtlich schafften es die Apple-Ingenieure, Ungenauigkeiten per Algorithmus herauszufiltern.
Wir müssen fast schon absichtlich neben die gemeinten Buchstaben tippen, um eine Fehleingabe auf dem Mäuseklavier zu provozieren. Zusätzlich gibt es natürlich eine Diktierfunktion.
Die Digital Crown ist etwas größer als bei der Apple Watch, was wohl auch zum einfacheren Bedienen mit Handschuhen gedacht ist. Theoretisch mag das so sein, wir bekamen das nur mit sehr dünnen Laufhandschuhen halbwegs hin – aber selbst die würden wir im Alltag so gut wie immer ausziehen.

Eine Neuerung ist eine links angebrachte orangefarbene Aktionstaste, die als Hotkey arbeitet. Das heißt, dass wir damit nur eine spezielle Aktion ausführen können. Welche das ist, wählen wir im Optionenmenü aus. Wir können einen Wegpunkt setzen oder die Trainings-App aufrufen – letzteres haben wir gemacht.
Alternativ können wir unter anderem die Stoppuhr aufrufen oder die Taschenlampe einschalten. Dann wird ein sehr heller weißer Bildschirm angezeigt, so dass wir bei Nacht etwa den Weg ins Badezimmer finden, ohne über Hunde oder Laufschuhe zu stolpern.
Schade: Wenn wir den Schlafmodus aktiviert haben, lässt sich die Taschenlampe nicht einschalten – wir fänden es gut, wenn das wenigstens als Option ginge. Überhaupt ist die Aktionstaste ein bisschen unterbeschäftigt.
Dafür, dass sie so prominent an der Flanke sitzt, kommt sie nämlich kaum zum Einsatz. Immerhin können wir sie zusammen mit der altbekannten rechten Taste für eine Trainingspause drücken oder sie allein länger für einen Ultra-exklusiven und wirklich lauten Signalton halten.
Akku auch für längere Abenteuer
Neben der Aktionstaste die vermutlich wichtigste (und beste) Neuerung: der leistungsstärkere Akku. Für die Ultra gibt Apple eine Laufzeit von typischerweise 36 Stunden an, was ungefähr doppelt so viel wie bei Series 8 ist.
In der Praxis sah die Sache in unserem Fall so aus, dass wir die Uhr im Normalfall morgens beim Duschen auf den Ladepuck gelegt haben. Und uns den Rest des Tages und der Nacht nicht weiter um den Akku gekümmert haben.
Für eine volle Ladung benötigt die Uhr rund 1,5 Stunden, in einer halben Stunde schafft sie um die 40 Prozent oder mehr. Bei Reisen oder anderen Unternehmungen gab es abends keinen bangen Blick auf den Ladestand und kein Aufladen zwischendurch.
Die Nacht war ebenfalls nie ein Problem, so dass wir die ziemlich gute Schlafanalyse von Apple benutzen konnten. Und auch wenn wir aus irgendwelchen Gründen mal ein Aufladen am Morgen gelassen haben, sind wir ohne Probleme auch durch den zweiten Tag und im Prinzip sogar noch durch eine weitere Nacht gekommen.
Tatsächlich hat die Ultra bei uns eher deutlich länger als die 36 Stunden geschafft. Und zwar mit Always-On-Display, das wir standardmäßig eingeschaltet haben. Die Gestenaktivierung haben wir dafür abgestellt, so dass die Uhr erst beim Antippen des Displays vollständig aufgewacht ist.
Im Alltag reicht der Akku praktisch immer
Das sorgt für ein anderes Lebensgefühl mit einer Apple Watch. Intensive Nutzung ist einfach möglich, ohne sich Gedanken um die Energieversorgung machen zu müssen. Wenn es etwa auf einer langen Reise doch mal eng werden sollte, können wir den Stromsparmodus verwenden, in dem die Ultra bis zu 60 Stunden schafft.
Dann gibt es aber spürbare Einschränkungen, insbesondere ist dann kein Always-On und keine Herzfrequenzmessung im Hintergrund mehr verfügbar. Mitteilungen über WLAN und Mobilfunk werden seltener abgerufen.















Bei Trainingseinheiten mit GPS schafft die Ultra nach Angaben von Apple rund zwölf Stunden. Das reicht für uns zwar völlig aus, aber für echte Extremsportler – mit denen die Uhr beworben wird – ist das zu wenig. Wir haben einige Athleten in unserer Timeline auf Strava, die immer wieder an 24-Stunden-Radrennen oder ähnlichen Veranstaltungen teilnehmen.
Der Low Power Mode beim Sport
Für diese Personen gibt es beim Sport einen weiteren Spezialmodus. Der reduziert die Häufigkeit der Pulsmessung von einmal pro Sekunde auf einmal pro Minute. Die GPS-Position wird statt einmal pro Sekunde sogar nur noch alle zwei Minuten ermittelt. Vorhandene Lücken werden so gut es geht mit Hilfe der Bewegungssensoren gefüllt, außerdem wird der Linie etwa eines kurvigen Wegs gefolgt.
Beim Ausprobieren hat uns das System nicht überzeugt. Zum einen wird zwischen den GPS-Messungen eine viel zu kurze Distanz angezeigt, zum anderen hat die Strecke am Ende nur noch wenig mit der tatsächlichen Route zu tun. Wir haben bei einem 12-Kilometer-Lauf etwas mehr als einen Kilometer verloren, obwohl die Strecke nicht allzu kurvig oder rund war (siehe Bildergalerie).
Auf sehr geraden Tracks irgendwo in einer Wüste müsste das gut funktionieren, aber bei Stadtkursen oder in Bergtälern sind Probleme zu erwarten – je höher das Tempo, desto mehr. Für gemütliche Wanderungen würden wir bei Bedarf tatsächlich den Sport-Stromsparmodus aktiveren, bei einer Radfahrt sicherlich nicht.
Soweit wir wissen, macht Apple keine Angaben darüber, wie lange dieser spezielle Low Power Mode hält. Wir tippen mal ganz vorsichtig auf 15 bis 20, maximal 25 Stunden. Den Anschluss einer Powerbank halten wir nicht für möglich.
Keine GPX-basierte Navigation von Apple
Eine weitere Herausforderung für Extremsportler ist die Navigation, gerade in Gegenden ohne Mobilfunkempfang. Es gibt keine App von Apple, mit der wir vorgefertigte Kurse als GPX-Datei auf die Uhr laden können, um die Strecke danach abzulaufen oder zu fahren. Wir finden, dass der Hersteller in diesem Punkt unbedingt nachliefern sollte.
Ein paar Alternativen haben wir ausprobiert. Das Verwenden von GPX-Kursen über Komoot(öffnet im neuen Fenster) klappt ganz gut, aber nur für Wanderungen in ländlicher Umgebung. Statt einer Karte gibt es nur ziemlich ungenaue Abbiegehinweise auf der Uhr – in einer Stadt würden wir uns damit sofort verlaufen.
Navigation mit externen Apps
Die Übersichtskarte sehen wir lediglich auf dem iPhone, das hier immer gekoppelt mit dabei sein muss. Komoot arbeitet nach eigenen Angaben an einer Version, die auch ohne Smartphone funktioniert. Wie das dann funktioniert und wann sie erscheint – unklar.
Eine andere Lösung ist die Kauf-App Workoutdoors(öffnet im neuen Fenster) (rund 7 Euro). Die von einer einzigen Person entwickelte und betreute Anwendung ist fast genau das, was die Apple Watch Ultra braucht: Wir können superbequem GPX-Daten auf die Uhr übertragen und die Sporteinheiten sogar in allen sinnvollen Formaten exportieren.
Vor allem aber können wir per Smartphone einen Kartenbereich in den Cache der Uhr übertragen, um die Daten offline zu nutzen. Allerdings sehen wir dann nur die Karte mit der aktuellen Position und der Richtung sowie der bislang zurückgelegten Strecke. Wir bekommen aber – anders als bei den topografischen Offlinekarten auf der Garmin Fenix 7 – keine Abbiegehinweise. Auch ein Re-Routing ist nicht möglich.
Vor allem aber ist Workoutdoors recht kompliziert zu bedienen und nicht sehr schön, dazu kommt ein höherer Energieverbrauch. Wir sind beim Ausprobieren auf geschätzt 5 bis 10 Prozent mehr gekommen, in Foren finden sich Berichte über noch höhere Werte.
Von Apple selbst gibt es die WatchOS-Version der Karten-App, die uns mit Mobilfunk auf direktem Weg zu einem Ziel bringt – was ganz gut klappt, wenn wir etwa in einer Stadt zurück nach Hause oder ins Hotel wollen.
Alternativ können wir mit der neuen, vorinstallierten Kompass-Anwendung einen Wegpunkt verwenden, um uns dann per Brotkrümelnavigation auf exakt dem gelaufenen oder gefahrenem Weg zurückverfolgen zu lassen. Wir finden die Lösung von Apple allerdings erstaunlich überkompliziert und schlecht zu verfolgen. Das kriegt die Konkurrenz viel besser hin.
Wenn wir es richtig verstanden haben, zeichnet die Anwendung übrigens dann, wenn wir uns in einer Umgebung ohne WLAN und Mobilfunk befinden, den Weg auch ohne unser Zutun auf – immerhin. Ausprobieren konnten wir das nicht.















Nicht nur die Kompass-App, auch einige andere Details im Sport-Ökosystem von Apple finden wir kritikwürdig. Uns stört etwa, dass die Kacheln in der Training-App alle fast gleich aussehen und man sich echt leicht bei der Auswahl vertut.
Wenn man dann nach zehn Minuten merkt, dass man statt "Laufen outdoor" ein "Gehen outdoor" aufzeichnet, ist es im Grunde zu spät. Als Ultralangläufer würden wir ausflippen, wenn wir das beim Zieleinlauf nach 100 Kilometern durch die Sahara feststellen. In Strava und vergleichbaren Anwendungen lässt sich der Fehler korrigieren, bei Apple nicht.
Ebenfalls nicht so richtig super finden wir, wie ein Training auf der Ultra beendet wird, nämlich durch das Antippen der Fläche "Beenden" – ohne weitere Abfrage, wie es sonst praktisch alle anderen Apps sinnvollerweise machen.
Wir haben selbst zweimal eine Laufrunde viel zu früh abgebrochen, weil wir statt auf "Anhalten" zu gehen (gemeint ist eine Pause) die "Beenden" -Fläche gestreift haben. Hier sollte es eine Sicherheitsabfrage geben – idealerweise mit einer echten Taste, etwa mit der Aktionstaste.
Bei der Gelegenheit: Wir finden, dass Apple sein Ökosystem rund um Sport und Gesundheit grundlegend überarbeiten sollte. Viele Funktionen und Analysen sind querbeet über die Anwendungen Heath, Fitness und Watch verteilt.
Es gibt zwar viele sinnvolle Funktionen, die sonst kaum ein Konkurrent aus dem Sportuhrenbereich hat – etwa Auswertungen der Bodenkontaktzeit oder der vertikalen Oszillation. Die sehen wir beim Training in der Fitness-App, aber es gibt keine Shortcuts zur langfristigen Analyse. Die finden wir nur in den Tiefen von Health versteckt (jede Wette, dass das kaum jemand mitbekommt!).
Noch ein Punkt auf der Wunschliste für ambitionierte Sportler ist eine bessere Unterstützung für externes Zubehör auf der Apple Watch Ultra, etwa Powermeter (Pedale, mit denen die Leistung beim Radfahren ermittelt wird). Im Bluetooth-Menü der Uhr lassen sich nur Herzfrequenzbänder koppeln, aber sonst eben nichts.
Auch das manuelle Senden der Herzfrequenz, etwa auf ein Fahrrad-Navigationsgerät, ist nicht möglich. Das geht nur über externe Sportgeräte, beispielsweise über die Bikes von Peloton.
Wir finden das auch deshalb schade, weil die Pulsmessung der Apple Watch schon seit mehreren Series-Generationen sehr gut funktioniert, auch die Ultra liefert zuverlässig präzise Daten. Das gilt übrigens auch für GPS und Co. Die Ultra liefert dank Dual-Frequenz und Multiband wirklich genaues Routing.
Und bitte: Fitness und Health sollte es auch auf dem iPad geben, unter anderem für einen besseren Blick auf das Kartenmaterial. Wirklich jede andere Sport-App für iOS kann auf iPadOS verwendet werden, nur bei den beiden Apps von Apple geht das nicht.
Apple Watch Ultra: Verfügbarkeit, Preise und Fazit
Die Apple Watch Ultra kostet rund 1.000 Euro. Die offiziell für die Ultra gedachten neun Armbänder von Apple kosten rund 100 Euro, Dritthersteller sind hier teils deutlich günstiger.
Von der Ultra gibt nur eine Version mit LTE. Die Einrichtung über die Telekom hat bei uns auf Anhieb geklappt, die zusätzlichen Kosten liegen bei rund 5 Euro/Monat. Das Wearable ist laut Apple bis 100 Meter wasserdicht sowie staubfest nach IPX 6.
Außerdem wurde es im Hinblick unter anderem auf Stoßfestigkeit und Temperaturen nach dem Militärstandard MIL-STD 810H getestet. Momentan ist nicht absehbar, ob Apple bereits im Herbst 2023 eine Ultra 2 (oder wie auch immer ein neues Modell heißt) veröffentlicht oder einen längeren Lebenszyklus geplant hat.
In der Ultra ist als Hauptprozessor der S8 verbaut, der auch in der Series 8 und der aktuellen SE zum Einsatz kommt – und der seinen Job super schnell und flüssig erledigt.
Es gibt drei Bandarten: Das flexible Trail mit Klett, das wir verwendet haben. Es ist wahnsinnig bequem zu tragen, aber ein bisschen schwierig zu reinigen und ein Magnet für kurze Hundehaare, die zumindest wir mit der Pinzette aus dem Filz ziehen müssen.
Das Ocean-Band aus Silicon wiederum kann sehr einfach von Schweiß befreit werden, ist aber ziemlich dick und etwas weniger für zarte Handgelenke geeignet. Mit dem aus festerem Stoff gefertigten Alpine Loop (kein Klett und weniger Stretch als Trail) haben wir keine Erfahrungen.
An die Ultra passen auch die Bänder der normalen Apple Watch, allerdings sind die meist etwas schmäler, was nicht ganz so schick aussieht.
Fazit
Wer ein ausreichend starkes Handgelenk und genug Geld hat, sollte der Ultra ab sofort den Vorzug gegenüber der normalen Apple Watch geben. Das größere Display und die längeren Akkulaufzeiten sind jeweils für sich genommen schon ein im Alltag deutlich spürbarer Vorteil.
Dazu kommt, dass zumindest uns das neue Design gefällt. Die Ultra sieht schön kantig aus, wirkt gegenüber vielen anderen Sportuhren aber noch einen Hauch dezenter. Das Tragegefühl ebenso wie Anmutung und Verarbeitung sind hervorragend.
Auch sonst macht die Hardware im Alltag einen klasse Eindruck: Das GPS ist auf den Punkt, die Pulsmessung und die anderen Sensoren liefern stimmige Werte, Telefonieren ist beim Joggen trotz Windböen erstaunlich gut möglich. Das Smartphone für Notfälle bleibt zu Hause.
Als bekennendes Mitglied von "Team Akku" kommen wir sogar mit den Laufzeiten erstaunlich gut zurecht. Hier fühlt sich die Ultra gegenüber der regulären Apple Watch sehr viel komfortabler an. Beim Duschen muss das Wearable ja sowieso irgendwohin, warum also nicht für eine Viertel- oder halbe Stunde auf dem Ladepuck zwischenparken?
Dann muss man sich um das Thema mindestens ein oder zwei Tage, mit Stromsparmodus noch länger, schlicht keine Gedanken mehr machen – auch bei Ausdauersport mit GPS. Allerdings gilt das trotz des Marketings nur für Nicht-Ultralangläufer.















Bei einem richtig langen Treck würden wir eine andere Sportuhr tragen wollen, weil es dann halt doch knapp werden könnte und wir schlicht keine Lust hätten, auf das Wearable auch nur einen Gedanken mehr zu verschwenden als nötig. Im Low Power Mode ist uns die Streckenaufzeichnung per GPS bei wichtigen Aktivitäten zu ungenau.
Überhaupt werden sehr ambitionierte Ausdauersportler mit der Ultra noch nicht richtig glücklich. Wir wünschen uns vor allem topografische Offlinekarten von Apple. Eine Lösung mit Cache wie bei der App Workoutdoors würde reichen, nur halt besser optimiert und in WatchOS integriert.
Und auch sonst wollen wir eine viel bessere App rund um den Sport von Apple. Die aktuelle Lösung mit der Dreiteilung in Fitness und Health plus Watch-App ist ein Krampf, zumal zu viele der vorhandenen Funktionen unübersichtlich sind.
Und bitte, Apple: Baut sinnvolle Sicherheitsabfragen in die Apps oder andere Mechanismen ein, damit man Trainingseinheiten nicht mehr versehentlich beenden oder falsch auswählen kann.
Die Apple Watch Ultra ist eine klasse Sportuhr mit einem großen Fokus auf smarte Funktionen plus nur ordentlicher Unterstützung für sehr ambitionierte Extrem-Athleten. Hier gibt es einfach noch Optimierungspotenzial. Wir wünschen uns sehr, dass Apple so sportlich ist und die Software mit dem nächsten WatchOS grundsätzlich verbessert.
Weitere Informationen gibt es hier in unserem Ratgeber zum Thema Smartwatches