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Apple Watch 8 im Test: Eine Smartwatch für wirklich alle Fälle

Die Apple Watch 8 sieht aus wie ihre Vorgängerin, im Test zeigt sich auch der Funktionsumfang sehr ähnlich. Es gibt aber interessante neue Sensoren.
/ Tobias Költzsch
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Die Apple Watch 8 in 45 mm Größe (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die Apple Watch 8 in 45 mm Größe Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Bei der Präsentation der neuen Apple-Watch-Generation im September 2022 stand die Watch 8 etwas abseits. Die Tech-Welt und wohl auch die meisten Zuschauer warteten gespannt auf die Watch Ultra, Apples neue Smartwatch für Sportler und Outdoor-Fans.

Für den durchschnittlichen Kunden dürfte die Apple Watch 8 aber das interessantere Modell sein: Sie ist günstiger, in kleineren Größen und verschiedenen Farben erhältlich und bietet einen Funktionsumfang, der den meisten Nutzern mehr als ausreichen dürfte. Schließlich handelt es sich nicht um einen technisch reduzierten Nachfolger der Apple Watch 7, sondern um ein an einigen Stellen sogar verbessertes Modell.

Golem.de hat sich die Apple Watch 8 genau angeschaut und festgestellt, dass die Uhr sich tatsächlich nur in wenigen Punkten von der Apple Watch 7 unterscheidet. Für neue Sensoren und eine Unfallerkennung zahlen Nutzer verglichen mit dem Vorjahr deutlich drauf.

Apple bleibt seinem Design treu

Vom Design her unterscheidet sich die Apple Watch 8 nicht von ihrem Vorgängermodell: Das Gehäuse ist je nach Version entweder aus Aluminium oder Edelstahl, das Display wird entweder durch gehärtetes Mineralglas oder Saphirglas geschützt. Bedient wird die Watch 8 wie gewohnt über den Touch-Bildschirm, die dreh- und drückbare Krone und einen Button auf der rechten Seite.

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Die neue Apple Watch eignet sich wieder sehr gut dazu, sportliche Aktivitäten zu tracken, etwa Laufen, Fahrradfahren, Kraftsport, Yoga, Wandern oder Schwimmen. Dabei erfasst der gleiche optische Sensor wie aus der Apple Watch 7 den Puls, ein elektrischer Herzsensor kann ein EKG aufzeichnen. Auch der Blutsauerstoff wird gemessen. In unseren Tests erfolgte die Erfassung wie gewohnt genau und übersichtlich.

Nach dem Training lassen sich die Daten in der Health-App auf dem iPhone genauer betrachten. Dort finden sich auch die Daten der Schlafüberwachung, für die die Apple Watch nachts natürlich getragen werden muss. In unserem Test fiel nach ein paar Tagen die Synchronisierung der Gesundheitsdaten aus, also etwa der Schritte und der Schlafüberwachung – alle anderen Daten wie Benachrichtigungen wurden problemlos übertragen.

Dies ist allerdings kein spezifisches Problem der Apple Watch 8: Auch bei früheren Modellen von Apples Smartwatch ist das Problem bereits aufgetreten. Bei uns hat geholfen, dass wir die Uhr entkoppelt und neu gekoppelt haben, was mit einer Neuaufspielung eines Backups verbunden ist. Ansonsten lief die Apple Watch in unserem Test fehlerfrei.

Temperatursensor für Nutzerinnen

Neu ist ein Temperatursensor, der momentan allerdings nicht direkt für die Messung der Körpertemperatur verwendet werden kann. Wir können nicht überprüfen, ob wir Fieber haben – dafür ist der Sensor nicht ausgelegt. Vielmehr dient er der Zyklusüberwachung bei Frauen: Während der Nacht wird die Körpertemperatur aufgezeichnet, kleine Abweichungen lassen dann Hinweise auf einen möglichen Eisprung zu.

Die Zyklusüberwachung wird durch ein Menstruationstagebuch ergänzt; zusammen sollen die Angaben Nutzerinnen der Apple Watch 8 dabei helfen, ihren Fertilitätszyklus überwachen zu können. Ob Apple den Temperatursensor in Zukunft auch für andere Funktionen nutzen wird, ist aktuell noch nicht bekannt.

Ebenfalls neu im S8-SiP sind verschiedene Sensoren, die einen Unfall erkennen können. Wie das neue iPhone 14 merkt die Apple Watch 8, ob Träger in einen Autounfall verwickelt sind. Dabei werden unter anderem GPS-Daten, die Beschleunigung, Gravitationskräfte und Geräusche kombiniert.

Automatischer Hilferuf bei Unfall

Bei einem Unfall ruft die Apple Watch 8 wie das iPhone 14 automatisch Hilfe – die Funktion ähnelt der ebenfalls wieder eingebauten Sturzerkennung, nur dass sie ausschließlich bei Autounfällen reagieren soll. Bei einer Apple Watch 8 ohne Mobilfunkmodem funktioniert der Notruf nur, wenn die Uhr mit einem iPhone in der Nähe verbunden ist.

Die Unfallerkennung hat Apple erst mit der neuen Apple Watch eingeführt – das Modell aus dem Jahr 2021 beherrscht sie noch nicht. Testen konnten wir sie nicht, ein Youtuber hat die vergleichbare Crasherkennung auf einem iPhone 14 jedoch erfolgreich ausprobiert . Wir hoffen natürlich, dass wir nie auf die Funktion angewiesen sein werden – es ist aber gut zu wissen, dass sie funktioniert.

Von der Leistung her merken wir zwischen der Apple Watch 7 und der Apple Watch 8 keine nennenswerten Unterschiede. Auch das neue Modell läuft in unserem Test absolut flüssig. Dinge wie die automatische Aktivierung des Displays und die schnelle Abdunkelung des Bildschirms, wenn wir die Hand darauf halten, funktionieren tadellos. Das LTPO-OLED-Display mit einer Auflösung von 484 x 396 Pixeln ist wie beim Vorgängermodell mit bis zu 1.000 cd/m² sehr hell und hat – anders als die Watch SE – ein Always-On-Display.

Die neue Kompass-App erlaubt es, Wegmarkierungen zu setzen und diese in einer Art Radaransicht anzeigen zu lassen. So haben wir beispielsweise bei einer Wanderung unseren Ausgangspunkt schnell und einfach wiedergefunden. Die Kompass-App auf der Apple Watch 8 bietet auch eine Rückverfolgung der getätigten Schritte an. Gut funktioniert auch die Warnung vor zu lauten Umgebungen.

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Bekannte Bedienung, gute Akkulaufzeit für eine Apple Watch

Insgesamt unterscheidet sich die Bedienung der Watch 8 nicht von der der Watch 7: Apps werden als kleine Kugeln oder – alternativ – als Liste angezeigt, Benachrichtigungen lassen sich nach einem Wisch nach unten im Display anschauen. Ein Wisch nach oben öffnet die Schnelleinstellungen.

Die Apple Watch 8 hält in unserem Test länger als die von Apple angegebenen 18 Stunden durch – wir kommen über 24 Stunden, bevor wir die Uhr wieder laden müssen. Das gilt allerdings nur für die Nutzung ohne Fitness-Aufzeichnung: Sobald wir mit der Uhr sportliche Aktivitäten tracken, sinkt die Laufzeit auf den von Apple angegebenen Zeitraum.

Die Apple Watch 8 lässt sich wie das Vorgängermodell schnellladen: In einer Stunde können wir die Uhr von null auf über 80 Prozent aufladen. Das Schnellladen hat bei uns zu einem veränderten Ladeverhalten geführt: Anstatt die Smartwatch nachts aufzuladen, haben wir sie abends oder morgens für kurze Zeit geladen. Das reicht aus, um die Uhr tagsüber und auch nachts tragen zu können, ohne dass wir uns Gedanken über den Akku machen müssen.

Apple Watch 8: Verfügbarkeit und Fazit

Die Apple Watch 8 in 41 mm Größe mit Aluminiumgehäuse und Silikonarmband kostet ab 500 Euro, in 45 mm kostet die Uhr ab 540 Euro. Mit Edelstahlgehäuse ist die Uhr wesentlich teurer: Dann kostet sie ab 850 Euro, die Preise gehen bis 2.030 Euro. Beide Gehäusevarianten sind bis 5 ATM wasserdicht, können also im flachen Wasser verwendet werden.

Fazit

Die Apple Watch 8 ist eine gute Wahl für alle, die auf die Extrafunktionen des Ultra-Modells wie beispielsweise den Tiefenmesser fürs Tauchen und die stabilere, outdoorfreundlichere Konstruktion verzichten können. Gleichzeitig bietet die Watch 8 mehr als die neue Watch SE, der unter anderem das Always-On-Display sowie zahlreiche Gesundheitssensoren fehlen.

Verglichen mit der Apple Watch 7 betreffen die Änderungen nur einige Teilgebiete der Watch 8: Der Temperatursensor erlaubt es Nutzerinnen, ihr Zyklusprotokoll um sinnvolle Informationen zu ergänzen. Die Unfallerkennung ist im Ernstfall sinnvoll, eintreten dürfte dieser für die überwältigende Mehrzahl der Nutzer aber wohl nicht.

Mit der Apple Watch 8 hat Apple klare Produktpflege betrieben: Die Uhr wurde etwas verbessert, ein Meilenstein gegenüber dem Vorgängermodell ist sie aber nicht. Diesen Fokus hat Apple in diesem Jahr auf das Ultra-Modell gelegt, dem in der Präsentation auch entsprechend mehr Raum gegeben wurde.

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Die Existenz der Apple Watch Ultra macht die Apple Watch 8 nicht zu einer schlechten oder gar nutzlosen Uhr, im Gegenteil: Sie ist, trotz erheblicher Preissteigerung , immer noch wesentlich günstiger als das Ultra-Modell und dürfte dem Großteil der Nutzer einen ziemlich perfekten Funktionsmix bieten. Wer auf allzu detaillierte Sportaufzeichnungen verzichten kann, wäre auch mit der Apple Watch SE gut bedient – sie ist bereits ab 300 Euro zu haben, hat aber weder einen Blutsauerstoff- noch einen Herzsensor sowie keinen U1-Ultrabreitbandchip.


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