Apple vs. Samsung: Apple soll die Tablet-Idee von Knight Ridder haben

Im Patentprozess zwischen Apple und Samsung geht der koreanische Hersteller in die Offensive. Ein Zeuge sagte aus, Apple habe Mitte der 1990er mit dem Verlag Knight Ridder kooperiert. Dabei seien Apple-Mitarbeiter in Kontakt mit Tablet-Konzepten gekommen, die die Firma entwickeln wollte. Damit will Samsung beweisen, dass Apple nicht Urheber der Tablets war und seine Patente wegen Prior Art ungültig sind.
Der Zeuge Roger Fidler sagte aus, er habe bereits Anfang der 1980er ein erstes Tablet-Mockup entwickelt. Er habe dann seine Ideen in diversen TV- und Radio-Interviews dargestellt. Fidler arbeitete danach mit den Entwicklern bei Knight Ridder. Der US-Verlag Knight Ridder(öffnet im neuen Fenster) hatte 1994 ein Konzeptvideo für eine Tablet-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, die abgerundete Ecken, Kartenleser und einen Farbbildschirm hatte. Außerdem sollten die Eingaben per Stylus über den Bildschirm erfolgen. Das Tablet wurde nie gebaut, denn die damaligen Displays waren zu schwer und nahmen zu viel Leistung auf.
Samsung-Patente verletzt
Der nächste Zeuge, Harvard-Professor Woodward Yang, erklärte, warum Apple die drei Samsung-Patente verletze. Die Patente beschreiben das Hören von Musik, während gleichzeitig auf einem Gerät andere Anwendungen genutzt werden ( 7,698,711(öffnet im neuen Fenster) ), das Speichern des zuletzt angesehenen Fotos ( 7,456,893(öffnet im neuen Fenster) ) und das Versenden eines Fotos per E-Mail ( 7,577,460(öffnet im neuen Fenster) ).
Laut Samsung verletzen das iPad2 und alle iPhones die Samsung-Patente. Apple habe die Funktionen erst in seinem Betriebssystem implementiert, nachdem Samsung die Patente angemeldet habe. Apples Anwälte widersprachen dem nicht. Im Kreuzverhör versuchten sie, auf die unterschiedliche Implementierung der Funktionen auf Geräten von Apple und Samsung hinzuweisen. Außerdem wiesen sie darauf hin, dass der Zeuge Yang 200.000 US-Dollar für seine Arbeit von Samsung erhalten habe. Die gleiche Strategie hatten zuvor Samsungs Anwälte bei Apples Zeugen verfolgt.
Samsung hat bis zum nächsten Dienstag, dem 21. August 2012, Zeit, um seine Beweise vorzubringen. Dann wollen beide Seiten ihre Plädoyers halten. Danach gehen die Geschworenen in Beratung.



