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Apple vs. FBI: US-Strafverfolger knacken iPhone ohne Apples Hilfe

Apple muss das iPhone des Attentäters von San Bernardino doch nicht entsperren: US-Strafverfolger haben sich auch ohne Hilfe Zugriff auf die Daten verschaffen können.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / dpa , Werner Pluta
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iPhone (Symbolbild) - half ein israelisches Unternehmen? (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
iPhone (Symbolbild) - half ein israelisches Unternehmen? Bild: Martin Wolf/Golem.de

Der Streit zwischen Apple und der US-Regierung um das Entsperren des iPhones eines toten Attentäters ist vorerst vorbei: US-Strafverfolger haben die Daten vom Smartphone des getöteten US-Terroristen Syed Rizwan Farook ausgelesen.

Das erklärt die Staatsanwaltschaft in einem kurzen Schreiben an das zuständige Gericht(öffnet im neuen Fenster) . Eine Unterstützung durch Apple sei nicht mehr nötig. Das Gericht hatte Mitte Februar Apple angewiesen , der US-Bundespolizei FBI beim Entsperren eines iPhones zu helfen.

Wie wurde das iPhone geknackt?

Die US-Strafverfolger hatten in der vergangenen Woche erklärt , ihnen sei eine Möglichkeit dazu vorgeschlagen worden. Wer der Helfer ist und wie die Methode funktioniert, ist nicht bekannt. Möglich wäre, dass die Ermittler einen Hinweis auf das Passwort bekamen. Die Mitteilung von vergangener Woche legte allerdings nahe, dass es sich um eine technische Lösung handelt.

Experten spekulierten über alle mögliche Lösungen: von einer Schwachstelle in Apples Software bis hin zu einem komplexen Verfahren, bei dem das Telefon geöffnet und der Speicherinhalt auf einen anderen Datenträger kopiert wird. Die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth berichtete, das Unternehmen Cellebrite habe dem FBI geholfen. Es ist darauf spezialisiert, Daten aus mobilen Geräten auszulesen.

Ermittler brauchten Hilfe

Zuvor hatten die Behörden wiederholt erklärt, sie könnten die Daten aus dem Smartphone nicht ohne Hilfe von Apple rekonstruieren. Sie wollten vor allem, dass Apple durch einen Eingriff in die Software die Funktion aushebelt, die den Speicherinhalt eines Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird. Apple wehrte sich vehement dagegen und argumentierte, durch ein solches Programm würde die Datensicherheit für alle Nutzer geschwächt.

Apple bekräftigte in einer aktuellen Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) diesen Standpunkt noch einmal: Das Unternehmen werde Ermittler bei ihrer Arbeit unterstützen, wie es das auch in der Vergangenheit getan habe. Allerdings hätten Nutzer überall auf der Welt ein Recht auf Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre. Eines dem anderen zu opfern, bedeute ein Risiko für Menschen und Staaten.

Apple kritisierte rechtliche Begründung

Apple störte sich zudem daran, dass die Regierung als rechtliche Grundlage für ihre Forderungen den All Writs Act(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 1789 vorbrachte – ein Gesetz, das Richter grundsätzlich bevollmächtigt, nötige Maßnahmen zu verfügen. Apple warnte, mit einem solchen Präzedenzfall könne die Tür für eine weitreichende Überwachung elektronischer Geräte geöffnet werden.

Sollten die Ermittler dank einer Sicherheitslücke in Apples Software an die Daten im iPhone des Attentäters herangekommen sein, müssten sie die dabei verwendete Methode unter Umständen dem Konzern offenlegen. Nach US-Recht entscheidet ein Regierungsgremium, ob solche Schwachstellen geheim gehalten und von den Behörden ausgenutzt werden können – oder zur Sicherheit der Nutzer die betroffenen Anbieter informiert werden sollten.

Nachtrag von 29. März 2016, 10:10 Uhr

Wir haben den Text um die Stellungnahme von Apple ergänzt.


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