Apple vs. FBI: FBI bezahlte Hacker fürs iPhone-Knacken
Professionelle Hacker sollen der US-Bundespolizei FBI geholfen haben, an die Daten auf dem iPhone des getöteten US-Terroristen Syed Rizwan Farook zu kommen. Die Hacker hätten dafür eine einmalige Bezahlung vom FBI erhalten, berichtet die US-Tageszeitung Washington Post(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Quellen mit Insider-Wissen.
Die Hacker hätten mindestens eine bisher unbekannte Lücke in der Software des Apple-Smartphones entdeckt. Es sei dann eigens eine Hardware entwickelt worden, um unter Ausnutzung dieser Schwachstelle die vierstellige PIN für das iPhone zu knacken. Apple hat in das iPhone eine Sicherheitsfunktion eingebaut, die den Speicherinhalt des Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird.
Apple wollte das iPhone nicht knacken
Farook und seine Frau hatten im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet und 22 verletzt. Bei einem Feuergefecht mit der Polizei wurden die beiden getötet. Das FBI wollte für seine Ermittlungen die Daten auf dem Smartphone rekonstruieren und Apple per Gerichtsbeschluss dazu bringen, beim Entsperren des iPhones zu helfen. Das verweigerte Apple.
Ende März teilte das FBI dem zuständigen Gericht mit, es habe die Daten von dem Smartphone und sei deshalb nicht mehr auf Hilfe von Apple angewiesen. Es war darüber spekuliert worden, dass die Ermittler Hilfe von dem israelischen Unternehmen Cellebrite erhalten hatten, das darauf spezialisiert ist, Daten aus mobilen Geräten auszulesen.
Bekommt Apple die Sicherheitslücke?
Die Frage ist jetzt, was mit der Sicherheitslücke passiert. Sicherheitsexperten fordern, sie an Apple zu übergeben, damit das Unternehmen sie schließen könne. Sie funktioniert nur bei einer einzigen Kombination aus Gerät und Betriebssystem: bei einem iPhone 5C mit der iOS-Version 9.
FBI-Chef James Comey ist dazu nicht bereit. Wenn Apple die Sicherheitslücke bekomme, werde das Unternehmen sie schließen und das FBI stehe wieder am Anfang, erklärte er. Apple hat bereits angekündigt, keine juristischen Schritte einzuleiten, um die Sicherheitslücke zu bekommen.
Inzwischen hat die US-Regierung von Apple verlangt, das iPhone eines verurteilten Drogenhändlers zu entsperren. Allerdings ist Apple nicht allein: US-Behörden wollten nach Angaben der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU auch Google dazu verpflichten, ihnen Zugang zu Mobilgeräten mutmaßlicher Straftäter zu verschaffen.
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