Apple und Google: Dutzende Apps von sanktionierten Unternehmen in App-Stores

Eine Tranparency-Gruppe hat Dutzende Apps von sanktionierten Unternehmen in Googles Play Store und Apples App Store gefunden. Wie das Tech Transparency Project(öffnet im neuen Fenster) (TTP) zusammen mit der Washington Post(öffnet im neuen Fenster) meldet, gab es im App Store 52 Apps sanktionierter Unternehmen und Personen, im Play Store 18.
Darunter fanden sich unter anderem Apps russischer Banken, die nach dem Einfall Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 beschuldigt wurden, die russische Armee zu unterstützen. Auch die App eines chinesischen Bauunternehmens, das in Xinjiang operiert und Verbindungen zur lokalen kommunistischen Partei hat, sowie die einer Houthi-Bank aus dem Jemen sind dabei.
Mit den sanktionierten Unternehmen dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte machen. Unter das Verbot fällt auch, sanktionierten Unternehmen Dienstleistungen anzubieten, die ihnen zum Vorteil reichen. Dazu dürfte auch die Bereitstellung einer internationalen Plattform wie den App-Marktplätzen zählen.
Google mit weniger betroffenen Apps
"Apple und Google versprechen ihren Nutzern einen sicheren und vertrauenswürdigen Ort, an dem sie Anwendungen für ihre Geräte finden können. Da jedoch beide Unternehmen nicht in der Lage sind, eindeutig sanktionierte Unternehmen zu identifizieren, stellt sich die Frage, wie diese Unternehmen die Apps in ihren Stores überprüfen" , erklärte die Leiterin des TTP, Katie Paul, der Washington Post.
Google entfernte 17 der 18 betroffenen Apps aus dem Play Store, nachdem die Washington Post das Unternehmen kontaktiert hatte. "Google verpflichtet sich zur Einhaltung geltender Sanktionen und Handelsgesetze und setzt die entsprechenden Richtlinien gemäß unseren Nutzungsbedingungen durch" , erklärt Google-Sprecher Dan Jackson.
Von den 52 gefundenen Apps im App Store wurden 17 während der Recherche des TTP entfernt – der Review-Prozess von Apple scheint also zumindest teilweise zu funktionieren. 18 weitere Apps wurden nach der Kontaktaufnahme entfernt. Apple widersprach bei einigen Apps der Einschätzung, dass sie unter die Sanktionen fallen. Das Unternehmen bedankte sich laut der Washington Post aber beim TTP für die Arbeit und erklärte, das Reviewing von Apps zu verbessern.



