Eingebaute Lautsprecher und Kamera ganz vorn mit dabei
Apple verbaut beim Studio Display wie bei der XDR-Version und den Vorgängern weiterhin ein IPS-Panel. Dabei wird die Bildfrequenz auf 60 Hz begrenzt. Die vollen 120 Hz gibt es erst bei der mehr als doppelt so teuren XDR-Version. Weiterhin beschränkt Apple die maximale Ausleuchtung auf 600 cd/m² und schaltet selbst HDR ab.
Apple verzichtet zudem auf Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Ein Halo-Effekt, also ein Schein bei starken Kontrasten, ist zwar erkennbar, allerdings hält sich das in Grenzen. Bei statischen Farben und am meisten bei Grautönen können wir an wenigen Stellen zudem etwas dunklere Bereiche ausmachen, die durch Inkonsistenzen bei der Hintergrundbeleuchtung entstehen.
Vor allem an den Displayrändern ist ein dunkler Schatten erkennbar, was in der Praxis allerdings nicht auffällt. Die Reaktionszeit des Panels ist für die meisten Aufgaben der Zielgruppe schnell genug. Beim Scrollen und Verschieben von Fenstern sind nur minimale Schlieren erkennbar. Kompetitive Gamer greifen aber zu einem Panel mit besserer Bildfrequenz.
Panel ähnelt dem Macbook Pro
Wir messen über neun Messzonen gesehen 571 cd/m². Die maximale Helligkeit liegt bei 586 cd/m², was annähernd der Herstellerangabe von 600 cd/m² entspricht. HDR unterstützt das Panel, wie gesagt, nicht. Dafür ist die Farbabdeckung gut. Wir messen 99,5 Prozent SRGB, 82,2 Prozent Adobe RGB und 94,9 Prozent DCI-P3. Dabei werden vor allem grüne Farbtöne sehr gut abgedeckt, mit wenigen Schwächen bei Blau und Rot.
Ähnliche Werte schaffen auch Apples Macbooks. Wollen wir den Monitor also als besseres Arbeitsdisplay mit unserem Macbook Air oder Pro nutzen, müssen wir zur teuren XDR-Variante greifen. Die ist auch für Adobe-RGB kalibriert, unterstützt 120 Hz, HDR und Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung.
Und hier kommt das große Problem ins Spiel: Viele andere Monitore im Preisbereich um 1.700 Euro leuchten heller, haben mehr Funktionen und beschränken sich nicht nur auf ein Betriebssystem. Beim Studio Display müssen wir hingegen immer mehr Geld bezahlen, wenn wir eigentlich als Grundausstattung angesehene Extras kaufen wollen.
Wollen wir etwa den schönen höhenverstellbaren und neigbaren Standfuß verwenden, müssen wir gleich 400 Euro mehr dafür ausgeben. Wollen wir zudem einen Bildschirm nutzen, ohne dass uns das spiegelnde Glaspanel den Arbeitstag vermiest, macht das noch einmal 300 Euro für Nanotexturglas.
Eigentlich kostet das Studio Display also 2.400 Euro, wenn wir es auf einem ergonomisch brauchbaren Arbeitsplatz aufstellen wollen. Alternativ kaufen wir die Vesa-Version ohne Standfuß, wenn wir etwa unsere eigene Halterung schon mitbringen.
Tolle-Lautsprecher-Kamera-Kombo
Zwei große Argumente für das Studio Display sind die integrierten Lautsprecher und die Kamera. Apple hat hier wirklich gut nutzbare Lautsprecher verbaut, die oben und unten aus dem Panel heraustönen. Sie sind vor allem laut und bei mittigen und hohen Frequenzen klar definiert. Nur für mehr Bass führt an echten Headsets oder Vollspektrum-Lautsprechern kein Weg vorbei. Für den Kontext des Heimbüros gibt es aber kaum bessere integrierte Speaker.
Gleiches gilt für die Kamera. Sie kann qualitativ selbst mit teuren Webcams wie der Logitech MX Brio mithalten. Durch die Positionierung im oberen Displayrand ergibt sich zudem eine günstige Kameraperspektive, die den typischen Froschperspektiven bei Laptop-Kameras überlegen ist.
Das typische Apple-Plug-and-Play-Prinzip mit insgesamt vier USB-C-Buchsen und Power Delivery lässt den Arbeitsplatz zudem sehr aufgeräumt wirken. Das geht so lange gut, bis wir doch mal einen USB-Stick in den Monitor einstecken wollen. Dann hilft nur ein Dongle oder ein Stick mit USB-C-Anschluss.
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