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Apple, Spotify, Napster: Fünf Punkte zur Zukunft des Musikstreamings

Musikstreaming boomt, doch die Probleme wachsen ebenfalls. Spotify schreibt tiefrote Zahlen, die ersten Dienste machen dicht. Auf die übrigen wartet ein harter Verdrängungskampf.

Artikel veröffentlicht am , Stephan Happel/Wirtschaftswoche
Musik überall dabei
Musik überall dabei (Bild: Carnie Lewis/CC BY 2.0)

"The times, they are a-changing", sang Bob Dylan 1964 auf Vinyl. Längst gibt es das Lied auch digital. Es kommt nach einem Klick aus dem Netz auf den Computer oder das Smartphone - via Spotify, Napster und Youtube. Die Botschaft vom unaufhaltsamen Wandel gilt derweil noch immer, auch für die Anbieter von Musik-Streaming.

Inhalt:
  1. Apple, Spotify, Napster: Fünf Punkte zur Zukunft des Musikstreamings
  2. Nicht profitabel, nicht besonders
  3. Aufbegehren der Musiker

Die sind "derzeit der Wachstumstreiber auf dem deutschen Musikmarkt schlechthin", wie Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands der Musikindustrie (BVMI), erklärt. Nach einer Erhebung der Branchenorganisation stieg der Umsatz aus abobasierten und werbefinanzierten Streaming-Diensten 2014 um 80 Prozent. Der Boom hält an, doch nicht alle Dienste können davon profitieren. Im Gegenteil: Viele haben sogar ernsthafte Probleme.

Der bekannte deutsche Dienst Simfy hat Anfang Mai aufgegeben. Die Berliner Betreiberfirma ist bereits aufgelöst. Große Plattenfirmen hatten dem Musik-Abo-Anbieter zuvor die Lizenzen entzogen. Musikfans werden von Simfy.de auf die Seite des französischen Anbieters Deezer weitergeleitet. Der Hinweis dazu ist bittersüß: "Deezer ist wie Simfy und viel mehr…" steht auf der Seite.

Viel erfolgreicher soll das wohl heißen. Mit Sicherheit aber viel überlebensfähiger. Deezer hat 2014 bereits Ampaya übernommen und kündigt an, jetzt in Europa noch stärker wachsen zu wollen.

Die Marktbereinigung wird heftig

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Stark schluckt schwach, ein Branchentrend. "Nach der intensiven Wachstumsphase im Musikstreamingbereich folgt jetzt die Marktbereinigung", sagt Peter Tschmuck, Professor für Kulturbetriebslehre an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. "Und die wird heftig."

An dem Tag, als Simfy sein Aus verkündete, stellte auch der US-Dienste Grooveshark nach verlorenen Gerichtsprozessen mit Musiklabels den Betrieb ein. Alles, was von dem Urgestein des Musik-Streamings übrig bleibt, ist eine Entschuldigung für Lizenzverletzungen der Vergangenheit.

Unter den verbliebenen Streaming-Diensten wird der Ton derweil merklich rauer. Apple, dessen neu aufgelegter Dienst Beats im Frühsommer groß durchstarten soll, greift offenbar auch zu den schmutzigen Tricks. Die New York Post und The Verge berichten, dass der iPhone-Bauer derzeit Plattenfirmen unter Druck setzt, ihre Musik nicht mehr für Gratisangebote - etwa von Spotify - freizugeben. Gelänge das Manöver, bliebe die Konkurrenz stark geschwächt zurück. Amerikanische und europäische Wettbewerbshüter gehen den Vorwürfen bereits nach.

Der schwedische Dienst Spotify wiederum wächst weiter schnell - schreibt aber auch immer höhere Verluste. So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, wie die New York Times am Wochenende unter Berufung auf Angaben des Unternehmens berichtete. Zugleich wuchs der Verlust von 68 auf 197 Millionen Dollar an. Spotify begründete das mit Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte und die internationale Expansion. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen eines Jahres von 958 auf 1354.

Die Apple-Episode zeigt, mit welchen Mitteln um die Aufteilung des jungen Marktes gerungen wird. Die Zukunft der Streaming-Anbieter entscheidet sich dabei an fünf grundlegenden Fragen.

1. Wie viele Streaming-Dienste verträgt der Markt?

Mehr als 15 Streaming-Anbieter listet der BMVI allein in Deutschland. Die meisten sind international aufgestellt. Mit weltweit 60 Millionen Nutzern auch hierzulande klarer Branchenprimus: Spotify. Auf den Plätzen folgen Konkurrenten wie Deezer und Napster. Sie alle gewähren Zugriff auf fast den gesamten Katalog der drei großen Musik-Labels (Universal, Sony und Warner) und die Musik hunderter kleiner Musikverlage.

Und auch große IT-Konzerne drängen in den Markt: Apple will nach der Übernahme von Beats seinen eigenen Dienst auf die Erfolgsspur setzen und wird ihn vorrausichtlich eng mit dem neuen iOS-Betriebssystem verknüpfen. Google betreibt mit Play Music All Access ein ähnliches Angebot wie Spotify, ein eigener Musikableger von Youtube ist in der Testphase. Und Amazon hat in den USA mit Prime Music ebenfalls einen Streaming-Dienst im Angebot. Bis der nach Deutschland kommt ist, es wohl nur eine Frage der Zeit.

Auch ohne Amazon sind es schon jetzt zu viele Anbieter. Selbst wenn bis 2018 tatsächlich 22 Millionen Deutsche zu Streaming-Nutzern geworden sind, wie der BMVI prophezeit. Für kleine Anbieter stehen die Chancen schlecht. "Grundsätzlich wird der Markt immer umkämpfter. Eine gewisse Größe ist zwingend erforderlich, um Skaleneffekte und Synergien richtig nutzen zu können", sagt Thorsten Schliesche, beim Streaming-Anbieter Napster verantwortlich für das Geschäft in Europa.

Nicht profitabel, nicht besonders 
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JimJim 23. Mai 2015

Da hast Du schon recht, aber wo bekommst Du freie Musik so aufbereitet in nem...

stuempel 19. Mai 2015

Mit dem Unterschied, dass der KFZ-Mechaniker 10 Jahre nach dem Lottogewinn wieder in...

serra.avatar 19. Mai 2015

Sry aber mit DAB+ und den zig Tausenden Inet Radio Stationen läuft bei mir auch genau das...

eggsperde 16. Mai 2015

Guter Artikel! Mit der Differenzierung scheinen die alle noch Probleme zu haben. Ich...

packansack 15. Mai 2015

Absolut richtig. Nur fuer echte Arbeit wie Traktor fahren oder Autos bauen sollte es Lohn...


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