Apple: Phil Schiller regte 2011 geringere App-Store-Provisionen an
Apples ehemaliger Vice President of Marketing, Phil Schiller, hat im Juli 2011 in einer E-Mail an den damaligen CEO Steve Jobs und den Head of Services Eddie Cue vorgeschlagen, über die Provisionsverteilung im App Store nachzudenken. Die E-Mail wurde im Rahmen des jüngst begonnenen Gerichtsverfahrens zwischen Apple und Epic Games vorgelegt. Schiller dürfte vielen auch als Präsentator bei Apple-Events bekannt sein.
In dem Verfahren geht es darum, wie Produkte innerhalb von Apps auf dem iPhone verkauft werden können. Epic wehrt sich gegen die obligatorische Abgabe von 30 Prozent der im App Store erzielten Einnahmen. Bereits vor zehn Jahren hatte sich offenbar auch Schiller Gedanken über die Höhe der Provisionen gemacht.
Wie Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) , stellte Schiller am Anfang der E-Mail die Frage, ob man denke, dass die 70/30-Aufteilung für immer währen werde. Schiller führt aus, er sei ein Anhänger dieser Verteilung, denke aber, dass das Verhältnis nicht festgemeißelt sei.
Schiller schlug alternative Aufteilungen vor
"Ich denke, dass wir irgendwann genügend Wettbewerb von anderen Plattformen oder webbasierten Lösungen haben werden, so dass wir unser Modell anpassen wollen" , schreibt Schiller in der E-Mail. Er schlägt eine Verteilung von 75 zu 25 oder sogar 80 zu 20 vor, wenn damit immer noch ein Gewinn von 1 Milliarde US-Dollar im App Store gemacht werden könne.
Bloomberg zufolge betont Apple in einer Antwort auf die E-Mail, dass Schiller 2011 nicht gesagt habe, dass der App Store 1 Milliarde US-Dollar Umsatz mache. Zudem gebe es keine Hinweise darauf, dass die Provisionsstruktur mit dem Profit zusammenhänge. Experten gehen davon aus, dass der App Store mittlerweile deutlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar Profit pro Jahr macht.
Apple hatte in der Vergangenheit die Provisionen von 30 auf 15 Prozent reduziert – allerdings nur für Entwickler, die weniger als 1 Million US-Dollar Umsatz generieren und für Teilnehmer an einem speziellen Abo-Modell. Große Studios wie Epic müssen immer noch 30 Prozent an Apple zahlen, wogegen der Entwickler nun gerichtlich vorgehen will.
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