• IT-Karriere:
  • Services:

Apple Pay: Australische Banken und Apple streiten um den NFC-Chip

Ein Zusammenschluss australischer Banken möchte direkten Zugriff auf den NFC-Chip von Apple, um selbst drahtlose EMV-Transaktionen zu ermöglichen. Dafür erbitten sie sogar die Erlaubnis, Apple zu boykottieren. Apple hingegen besteht auf seinem geschlossenen System und erhebt selbst Vorwürfe.

Artikel veröffentlicht am ,
Der NFC-Chip moderner iPhones wird für reine NFC-Kommunikation eigentlich nicht genutzt.
Der NFC-Chip moderner iPhones wird für reine NFC-Kommunikation eigentlich nicht genutzt. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Apples Einsatz des NFC-Chips ist eine Besonderheit. Zum einen steht der Chip auf einem Großteil der aktuellen iOS-Smartphones bereit, zum anderen behält Apple die vollständige Kontrolle über den Chip. Das weckt bei Banken Begehrlichkeiten und führte in Australien zu einem ungewöhnlichen Zusammenschluss mehrerer Banken. Bisher kann der NFC-Chip in iPhones ausschließlich für Apple Pay und damit den Card Emulation Mode für Bezahlkarten verwendet werden. Es gibt zwar Hinweise darauf, dass Apple über weitere Einsatzgebiete nachdenkt, aber die Banken können keine eigenen NFC-basierten Dienstleistungen anbieten.

Inhalt:
  1. Apple Pay: Australische Banken und Apple streiten um den NFC-Chip
  2. Wettbewerbsvorwürfe gegen Apple und Apple Pay

Bei anderen Betriebssystemen ist das anders. Unter Android beispielsweise kann jeder Anwender den Chip benutzen, um eigene NFC-Transaktionen durchzuführen oder dank Emulationen auch mit RFID-Karten und -Terminals verschiedener Standards zu interagieren. Kurioserweise wird Apples NFC-Chip damit eigentlich nicht für NFC benutzt, sondern ausschließlich für die NFC-Option Card Emulation Mode (ISO 14443) und damit EMV (Europay, Mastercard und Visa) Contactless Payment verwendet. Und das auch nur dann, wenn die Banken sich auf das System einlassen.

Daran stören sich die australischen Banken. Sie wollen selbst auf den NFC-Chip und das dazugehörige und obligatorische Secure Element zugreifen, um eigene Apps mit Bezahlfunktionen anbieten zu können, wie es bei anderen Smartphone-Herstellern auch möglich ist. Dafür wollen sie gemeinsam Druck auf Apple ausüben. Zu diesem Zweck haben vier große Banken (Commonwealth Bank, Bendigo and Adelaide Bank, National Australia Bank, Westpac) die ACCC (Australian Competition and Consumer Commission) gebeten, gemeinsam agieren zu dürfen.

Antrag auf Boykott

Der Antrag A91546, A91547 wurde am 26. Juli 2016 gestellt und bittet um Erlaubnis, über drei Jahre gemeinsam Verhandlungen mit einem Anbieter mobiler Briefbörsen zu führen: " to engage in limited collective negotiation with providers of third-party mobile wallet services (such as Apple)". Und derweil wollen sie einen beschränkten Boykott ("seek authorisation to enter into a limited form of collective boycott") durchführen. Ausgeschlossen davon sind Mobile Wallets der Banken selbst, auf diese wollen die Anbieter keinen Zugriff. Auch Mobile Wallets von Mastercard oder Visa sollen nicht Teil der ersuchten Erlaubnis der ACCC werden. Der Antrag ist deutlich gegen Apple gerichtet und wird damit begründet, dass das Unternehmen in Australien einen Marktanteil von rund 41 Prozent habe. Zudem sei es eine attraktive Zielgruppe, wie die Banken offen zugeben. Apple-Nutzer sind den Banken zufolge technisch begeisterter, verwenden neue Techniken schneller, geben mehr Geld aus und nutzen mobile Bank-Funktionen häufiger als andere Smartphone-Nutzer. Und die Banken sehen sich gezwungen, ihre Bezahldienstleistungen über Apple Pay anbieten zu müssen. Zwar gibt es Ansätze, ohne Apple Pay mit einem iPhone zu bezahlen, doch der Antrag zählt zahlreiche gescheiterte Alternativen auf. Sie haben den Banken zufolge keine Chance gegen Apple Pay.

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt
  2. Medion AG, Essen

Der Antrag auf Boykott und gemeinsame Verhandlungen mag ungewöhnlich erscheinen, aber die Banken gehen damit einen rechtlich sicheren und vorsichtigen Weg, um gemeinsam ihre Position gegen Apple zu stärken. In den USA wird dagegen mit ganz anderen Mitteln vorgegangen. Virtualisierte Kreditkarten per Apple Pay werden dort teilweise nicht akzeptiert, obwohl die Kassen das EMV-Logo tragen und damit kompatibel sind.

Apple hat in einem Schreiben (PDF) auf die Forderung der Banken und der ACCC reagiert. Apple nennt dabei den Zusammenschluss ein Kartell und einen Verstoß gegen den Wettbewerb. Den angedrohten gemeinsamen Boykott der Banken, die laut Apple rund zwei Drittel des Marktes kontrollieren, bezeichnet das Unternehmen als "hard-core breach of the Competition and Consumer Act".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wettbewerbsvorwürfe gegen Apple und Apple Pay 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 18,99€
  2. 52,99€
  3. 19,99
  4. 2,49€

as (Golem.de) 12. Aug 2016

Hallo, Ich kann das selbst für ein Kreditkartenland wie die USA bestätigen. Mindestumsatz...

k2r 12. Aug 2016

Apple-Pay ist ziemlich datensparsam: Niemand erfährt Deine Einkaufsliste und der...

User_x 12. Aug 2016

apple aber auch nicht. die dongeln das ding so derb zu, dass niemand mehr dran kommt...


Folgen Sie uns
       


Blackmagic Pocket Cinema Camera 6k im Test

Die neue Pocket Cinema Camera 6k von Blackmagicdesign hat nur wenig mit DSLR-Kameras gemein. Die Kamera liefert Highend-Qualität, erfordert aber entsprechendes Profiwissen - und wir vermissen einige Funktionen.

Blackmagic Pocket Cinema Camera 6k im Test Video aufrufen
Videoüberwachung: Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt
Videoüberwachung
Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt

Dass Überwachungskameras nicht legal eingesetzt werden, ist keine Seltenheit. Ob aus Nichtwissen oder mit Absicht: Werden Privatsphäre oder Datenschutz verletzt, gehören die Kameras weg. Doch dazu müssen sie erst mal entdeckt, als legal oder illegal ausgemacht und gemeldet werden.
Von Harald Büring

  1. Nach Attentat Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern
  2. Australien IT-Sicherheitskonferenz Cybercon lädt Sprecher aus
  3. Spionagesoftware Staatsanwaltschaft ermittelt nach Anzeige gegen Finfisher

Echo Dot mit Uhr und Nest Mini im Test: Amazon hängt Google ab
Echo Dot mit Uhr und Nest Mini im Test
Amazon hängt Google ab

Amazon und Google haben ihre kompakten smarten Lautsprecher überarbeitet. Wir haben den Nest Mini mit dem neuen Echo Dot mit Uhr verglichen. Google hat es sichtlich schwer, konkurrenzfähig zu Amazon zu bleiben.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Digitale Assistenten Amazon verkauft dreimal mehr smarte Lautsprecher als Google
  2. Googles Hardware-Chef Osterloh weist Besuch auf smarte Lautsprecher hin
  3. Telekom Smart Speaker im Test Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht

Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest: Bose zeigt Sonos, wie es geht
Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest
Bose zeigt Sonos, wie es geht

Der Portable Home Speaker ist Boses erster smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb. Aus dem kompakten Gehäuse wird ein toller Klang und eine lange Akkulaufzeit geholt. Er kann anders als der Sonos Move sinnvoll als smarter Lautsprecher verwendet werden. Ganz ohne Schwächen ist er aber nicht.
Ein Praxistest von Ingo Pakalski

  1. ANC-Kopfhörer Bose macht die Noise Cancelling Headphones 700 besser
  2. Anti-Schnarch-Kopfhörer Bose stellt Sleepbuds wegen Qualitätsmängeln ein
  3. Noise Cancelling Headphones 700 im Test Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

    •  /