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Apple-Logo am Firmensitz in Cupertino
Apple-Logo am Firmensitz in Cupertino (Bild: AFP/Getty Images)

Leere Pipeline

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Dass die Patentstreite zwischen Samsung und Apple zunächst zu Apples Gunsten ausgingen, stimmt nach Kanes Einschätzung so nicht. In Wahrheit hätte Samsung den Sieg davongetragen: "Apples Angriff auf Samsung validierte das koreanische Unternehmen als würdigen Rivalen und lieferte Gratiswerbung." Sie wundert sich, warum Apple so viel Zeit und Energie in Gerichtsverfahren verschwende, anstatt die eigene Produktentwicklung voranzutreiben. "Konnte es sein, dass die Pipeline leer war?", stellt Kane in den Raum. Apple hatte gewonnen, doch vielleicht hatten sich bereits die Regeln geändert. Kane zitiert den UBS-Analysten Steve Milunovich: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Apple überholt wird oder ein Mitbewerber mit einer ganz neuen Produktgattung herauskommt, ist größer, wenn die Konkurrenz gezwungen ist, um die Ecke zu denken."

Spätestens bei der Präsentation des iPhone 5 ortet Kane echte Defensive. Die in der Keynote-Ansprache gemachten Witze über Samsung kommentiert sie so: "Der überschwängliche Enthusiasmus, die Schaustellung von gezwungenen Superlativen, das dumme Heruntermachen der Konkurrenz - all das schien auf eine tiefer liegende Unsicherheit hinzuweisen." Apple zieht sich in der Präsentation auf technische Eckdaten zurück, und Kane attestiert: "Das Wunder war vorbei."

Hinzu sei gekommen, dass die Landkarten-App Maps eingangs vor Fehlern nur so gewimmelt habe und Siri auch nicht gehalten habe, was es versprach. Apple sei im Vorfeld gewarnt worden, dass die Technologien noch nicht ausgereift seien, und habe sie trotzdem veröffentlicht. "Apples Arroganz und Geheimnistuerei hatte den Hausverstand ausgestochen", schreibt Kane.

Voreingenommen und sprunghaft

Abseits von einer Handvoll guter Argumente scheint es, als würde Kane in dem dicken Buch vor allem die Mühe ihrer Recherchen unterbringen wollen. Da reiste sie etwa nach Robertsdale im US-Bundesstaat Alabama, Apple-Chef Cooks Heimatstadt, wo sie an der Highschool vorbeifuhr, mit ehemaligen Lehrern des Managers sprach und frittiertes Hühnchen bei Mama Lou's kostete. Die Details sind mitunter charmant, doch die seitenlangen Ausführungen tragen weder dazu bei, die eigentliche These zu untermauern, noch wird die Person Cook dadurch plastischer.

Wirklich störend bei der Lektüre sind voreingenommene und zynische Passagen. Es wirkt, als wolle sich Kane den Frust über die Geheimniskrämerei Apples von der Seele schreiben. Dass sie mitunter selbst unsicher klingt, wie ihre Argumente lauten, hilft der Story auch nicht weiter. So ist es etwa unklar, ob Apple schwächelt, weil Jobs' Einfluss über seinen Tod hinausreicht oder weil er eine zu große Lücke hinterließ. An anderer Stelle wundert sich Kane, warum Apple mit seiner Maps-App so derart danebengegriffen habe, zumal die Technologie schon so weit fortgeschritten sei. Eine Seite später merkt sie an: "Eine solch komplexe mobile App zu entwickeln, war ungemein schwierig". Ebenso störend: dass Automarken durchweg zur Charakterisierung von Personen herangezogen werden. So kaufte sich Pfennigfuchser Cook, dessen Haus nur etwas größer als 200 Quadratmeter ist, als ersten Sportwagen bloß einen Porsche Boxter, den "Porsche des armen Mannes".

Viele interessante Fragen beantwortet Kane nicht oder stellt sie erst gar nicht: was Apple unternimmt, um seine Innovationskraft zu verbessern; wie das Unternehmen Teenager davon überzeugen will, dass iPhones nicht langweilig sind; ob iOS demnächst ein grafischer Umbau bevorstehen könnte; wie groß das Problem der Mitarbeiterabwanderung bei Apple tatsächlich ist (Kane schneidet das Thema an, führt es aber nicht aus). Ein Buch über ein derart verschwiegenes Unternehmen zu schreiben, ist freilich schwierig. Gleich in der Einleitung gesteht Kane ein, dass ihr Apple keinen extra Einblick gewährt habe. Und "Alles, was ich über Apple in 200 Interviews zusammengetragen habe" alleine ergibt noch kein gutes Buch.

Yukari Iwatani Kane: "Haunted Empire - Apple After Steve Jobs". Harperbusiness, 384 Seiten, 27,99 US-Dollar

 Apple nach Steve Jobs: Ist das Wunder vorbei?

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cronetvip 27. Mär 2014

holz gehäuse, jeans...? naja nicht wirklich stoffe für phones. keramik gibt es schon, von...

SirFartALot 26. Mär 2014

Man kanns auch uebertreiben, Leute!

elcaleuche 26. Mär 2014

...allerdings immer erst, wenn Apple vorgelegt hat. Komisch.

Peter Brülls 26. Mär 2014

Die zum Salat und Fernsehserien. Eher nicht. In anderen Branchen kann man mehr Geld...

ChMu 26. Mär 2014

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