Apple M2 Max: Ist der kleinere Kühler im Macbook Pro 14 ein Nachteil?
Mit dem neuen M2 Pro und M2 Max hat Apple auch das generelle Mainboard-Design des Macbook Pro geändert. Die Spezialisten von iFixit haben unter anderem herausgefunden, dass der Kühlkörper im Vergleich zu den Vorgängermodellen kleiner geworden ist. Bei gestiegener Leistungsaufnahme könnte das neue SoC wegen Hitzeentwicklung gedrosselt werden – so zumindest die Theorie.
Wir haben es an einem Macbook Pro 14 getestet. Zum Vergleich können wir einen Mac Mini mit M2 Pro (Test) verwenden, der aufgrund seiner Größe eine andere Kühlung hat: einen größeren und höheren Lüfter statt zwei kleinerer flacher Lüfter. Die Resultate sind interessant.
Für unser Experiment verwenden wir mehrere Applikationen. Wir setzen das Macbook Pro 14 mit Cinebench R23 einer hohen CPU-Last über zehn Minuten aus, lassen das System mittels Stable Diffusion und der Machine-Learning-App Diffusion Bee Bilder generieren und schauen uns die Leistung während eines Spiels an, hier: Shadow of the Tomb Raider.
Mehr als 100 Grad sind Standard
Lassen wir Cinebench R23 einzeln auf allen zwölf CPU-Kernen laufen, erhitzt sich das Macbook schnell auf einen Maximalwert von 107 Grad Celsius. Das kann für Hardware schon kritisch werden. Statt zu drosseln, hält das Gerät aber über die gesamte Testdauer hinweg den Kerntakt von 3,27 GHz ein. Etwa zehn Sekunden lang werden nicht einmal die Lüfter aktiviert.
Allerdings ändert das sich schnell. Zunächst drehen die zwei Lüfter kontinuierlich und linear von null auf 5.700 rpm auf. Entsprechend rauscht das Macbook nach etwa zwei Minuten deutlich hörbar. Wie schon im Test des Macbook Pro 14 beschrieben, sind die meisten anderen Notebooks in dieser Preisklasse wesentlich lauter – vor allem, wenn sie ähnlich schnelle SoCs verwenden.
Lassen wir das Macbook nun automatisch Bilder aus Text mittels Stable Diffusion (768 x 768 Pixel, 50 Schritte, fünf Bilder nacheinander) generieren, kommen wir auf das gleiche Ergebnis: Die Lüfter drehen linear bis auf 5.700 rpm und das SoC erhitzt auf über 100 Grad.
Lüfter und Temperaturen schwanken unter Dauerlast
Je länger wir die Tests durchführen, umso deutlicher wird, dass die Lüfter nicht stabil bei 5.700 rpm bleiben. Die Drehzahl folgt einer Sinuskurve, die zwischen 5.000 und 5.700 rpm schwankt. Antiproportional verhält sich die Temperaturkurve: Sinkt die Drehzahl, steigt die Temperatur auf über 100 Grad. Steigt die Drehzahl, sinkt die Temperatur auf etwa 95 Grad.
Wir sehen: Bei einzelnen Tasks, die zum Großteil entweder nur die GPU oder die CPU belasten, kann das Notebook die volle Leistung auch über lange Zeiträume ausschöpfen. Interessant wird es, wenn wir Cinebench und Diffusion Bee gleichzeitig laufen lassen. Das SoC muss das vorhandene Leistungsbudget von in der Praxis gemessenen 45 Watt nun unter GPU und CPU aufteilen. Es scheint, als würde GPU priorisiert, CPU taktet auf etwa 1.500 MHz herunter und 45 Watt werden fast nie ausgenutzt. Die TDP pendelt sich eher bei 24 bis 30 Watt ein.
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Temperatur- und Lüfterkurven bleiben hierbei exakt gleich. Allerdings werden durch die Auslastung beider Komponenten vor allem die Benchmarkwerte in Cinebench negativ beeinflusst und der Score rutscht von 14.825 auf 6.512 Punkte ab. Ein ähnliches Verhalten zeigt sich auch im Spiel Shadow of the Tomb Raider, nur dass die CPU hier mit 2,5 statt 1,5 GHz takten darf.
Die CPU-Drosselung erklärt übrigens auch die relativ ähnlichen Frameraten in eher CPU-intensiven Spielen wie Counter-Strike-Global Offensive, in dem der Mac Mini mit dem M2 Pro und einer eigentlich wesentlich schwächeren GPU fast an das Macbook Pro 14 (122 und 134 fps) heranreicht.
Der Mac Mini kann durch eine gute Kühlung nämlich etwas mehr aus dem Chip herausholen.
Der Vergleich zum Macbook Pro mit M1 Max
Schon beim Aufschrauben des Mac Mini konnte Golem.de einen merklichen Größenunterschied zwischen den Kühlkörpern des Macbook und des Mac Mini feststellen. Wir sind entsprechend wenig überrascht, wie groß der Unterschied in der Praxis ist.
Allerdings: Auch der Mac Mini erreicht Kerntemperaturen von 104 Grad. Apple scheint also bewusst die thermischen Grenzen des Materials auszureizen, um möglichst lang ohne Lüftergeräusche auskommen zu können.
Wie der M2 Max taktet auch der M2 Pro in Cinebench mit 3,27 GHz. Der Lüfter im Mac Mini steht aber selbst im Leerlauf nie still und dreht mit praktisch nicht wahrnehmbaren 1.700 rpm. Unter Last dreht der Kühler auf maximal 4.000 rpm auf und ist auch dort weniger auffällig.
Ein Vorteil ist, dass hier nur ein Satz Rotoren (und nicht zwei Rotoren-Sätze) Geräusche erzeugen kann. Im Dauertest folgen Lüfter und Temperatur einer ähnlichen Sinuskurve: Die Umdrehungen schwanken zwischen 4.000 und 3.200 rpm und die Temperaturen zwischen 96 und 104 Grad.
Lassen wir Cinebench und Diffusion Bee parallel mit zum Macbook Pro 14 identischen Parametern laufen, taktet die CPU nicht merklich herunter und wir können noch immer sehr gute 13.426 Punkte in Cinebench R23 messen. Die kommen dem Einzelergebnis von 14.774 Punkten recht nahe.
Aber keine Angst: In den jeweiligen Einzeldisziplinen ist der M2 Max im Macbook Pro 14 weiterhin vorn und rechnet Bilder per Stable Diffusion merklich schneller. Dazu verraten wir mehr in einem separaten Vergleichstest beider SoCs.
Vergleich zum Macbook Pro mit M1 Max
Wie steht das Macbook Pro 14 mit M2 Max nun im Vergleich zum Vorgänger da? Tatsächlich sind die thermischen Messwerte generell etwas schlechter, was die Ergebnisse des Youtubers Jerry Schulze(öffnet im neuen Fenster) bestätigen. Schulze konnte beim Macbook Pro 14 mit M1 Max maximal 100 Grad Celsius messen und nutzte für seinen Test das Programm TG Pro, das auch von Golem.de verwendet wird.
Wenig überraschend ist, dass die Temperaturen im Vergleich zum 16-Zoll-Modell mit M1 Max schlechter sind, die Leistung ist aber identisch. Wir können nicht sagen, ob das auch für die neue Generation gilt, da wir von Apple ausschließlich das 14-Zoll-Modell erhalten haben.
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Was wir sagen können: Das Macbook Pro mit M2 Max ist aktuell das schnellste Macbook. Wenn es wirklich um CPU- und GPU-Leistung im portablen Format geht, gibt es generell kaum eine bessere Lösung. Wir sollten jedoch aufpassen: Sobald wir Grafikeinheit und CPU gleichzeitig durch mehrere Programme belasten, können wir Drosselungen auf der CPU-Seite beobachten. Unsere Tests sind allerdings Extrembeispiele, die so in der Praxis kaum auftreten dürften.
Sollte dies doch der Fall sein, ist ein dedizierter Desktoprechner die sinnvollere Kaufentscheidung. Alternativ können Kunden auf einen neuen Mac Studio warten – möglicherweise dann mit M2 Ultra.
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