Apple, Intel, Walt Disney: Führende US-Konzerne wollen kein Wechat-Verbot
Wer in China Geschäfte macht, braucht Wechat. International agierende US-Konzerne versuchen dies der Trump-Regierung klarzumachen.
Über ein Dutzend führender US-Konzerne, darunter Apple, Intel, Walt Disney, Ford Motor und Walmart, haben in einem Gespräch mit der US-Regierung ein Ende der Sanktionen gegen Wechat gefordert. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Die Firmen fürchten um ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem sehr wichtigen chinesischen Markt. Zu den international agierenden Konzernen gehören auch Procter & Gamble, Metlife, Goldman Sachs, Morgan Stanley, United Parcel Service, Merck und Cargill.
Das Dekret von US-Präsident Donald Trump verbietet neben Wechat auch den Kurzvideodienst Tiktok. Das Dekret wird am 20. September wirksam. Es verbietet US-Amerikanern "jede Transaktion, die mit Wechat in Zusammenhang steht". Er überlässt jedoch die Einzelheiten darüber, was nun tatsächlich verboten wird, dem US-Handelsministerium.
Die Wechat-App wird weltweit von mehr als 1,2 Milliarden Menschen verwendet und ist in China allgegenwärtig. Wer dort geschäftlich tätig ist, einschließlich US-amerikanischen Unternehmen, ist mit Wechat als wichtigem Marketingknotenpunkt konfrontiert, um mit den Verbrauchern in Kontakt zu treten. Inhaber Tencent ist einer der führenden Internetkonzerne, der mit Wechat den meistverbreiteten Chatdienst in China betreibt und viele weitere Dienste zum Bezahlen von Rechnungen und für E-Government anbietet. Dazu kommt die Verkaufsplattform Paipai, der in China verbreitete Webbrowser Tencent Traveler sowie QQ Games, das Mehrspieler-Onlineportal. Wer seine Daten nicht Wechat anvertrauen will, hat im öffentlichen Leben starke Nachteile. Ein Smartphone ohne Wechat dürfte für viele chinesische Nutzer sinnlos sein.
"Wer nicht in China lebt, versteht nicht, wie groß die Auswirkungen sind, wenn amerikanische Unternehmen [Wechat] nicht nutzen dürfen", sagte Craig Allen, Präsident des US-China Business Council. "So wird jeder Konkurrent dies als schwerwiegenden Nachteil ausnutzen."
Auch der deutsche Verfassungsschutz und die Datenschutzbehörden warnen davor, chinesische Bezahl-Apps wie Wechat Pay und Alipay zu verwenden, berichtet eRecht24. Einzelhändler wie DM, Rossmann, Müller oder Galeria Kaufhof wollen mit den Diensten chinesischen Touristen das Bezahlen erleichtern. Kritiker der US-Führung sehen das Datenschutzargument der Regierung dennoch als vorgeschoben an, um Munition im Handelskrieg zu gegen China zu haben.
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Das WeChat verboten wird ist das Problem, nicht die Installationsmöglichkeiten beim iPhone.
In der Tat... Wer mit China und Chinesen Geschäfte machen möchte braucht China und Chinesen.