Apple: Frankreichs Justiz ermittelt wegen iPhone-Drosselung

Die iPhone-Drosselung kann für Apple auch in Europa noch ein juristisches Nachspiel haben. In Frankreich ist eine Verkürzung der Produktlebenszeit strafbar; die Justiz hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Apple-Managern drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Artikel veröffentlicht am ,
Frankreichs Justiz ermittelt gegen Apple.
Frankreichs Justiz ermittelt gegen Apple. (Bild: Carl Court/Getty Images)

Die Sammelklage französischer Verbraucherschützer gegen Apple hat einen ersten Erfolg gehabt. Die französische Justiz ermittelt gegen Apple wegen des Verdachts der Täuschung und der geplanten Veralterung von Geräten. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen dpa, AFP und Reuters.

Frankreich verbietet geplante Obsoleszenz seit 2015

Stellenmarkt
  1. Inhouse Berater SAP (m/w/d)
    über Hays AG, Giengen an der Brenz
  2. Cloud Engineer / Cloud Architect mit Fokus auf Google Cloud Platform (m/f/x)
    Wabion GmbH, Stuttgart, Köln, deutschlandweit (Home-Office)
Detailsuche

In Frankreich reichte die Organisation HOP (Halte à l'Obsolescence Programmée) Ende Dezember 2017 eine Sammelklage gegen Apple ein. Grundlage der Klage ist ein seit 2015 in Frankreich geltendes Gesetz gegen geplante Obsoleszenz. Unter geplanter Obsoleszenz wird verstanden, dass Unternehmen die Betriebsdauer von Produkten gezielt verringern, ohne dies bekanntzumachen.

Nach Ansicht des HOP hat Apple mit der iPhone-Drosselung gegen dieses Gesetz verstoßen. Unternehmen dürfen keine Produkte verkaufen, bei der die "Haltbarkeit bewusst" verkürzt werde, um so dafür zu sorgen, dass Kunden neue Geräte kaufen müssen. Das Gesetz sieht eine Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe und bis zu 300.000 Euro Geldstrafe und fünf Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens vor. Nach Ansicht der Organisation ist die Verlangsamung älterer Geräte dazu gedacht, Apple-Kunden zum Kauf eines neuen Modells zu bewegen.

Apples Vorgehen eher durch Zufall aufgedeckt

Die von der HOP eingeschaltete Anwaltskanzlei kritisiert, dass Apple-Kunden bereits vor einigen Jahren eine Verlangsamung älterer Geräte bemerkt hätten, sobald ein neues Modell auf den Markt gekommen sei. Die Kanzlei fragt sich, warum Apple all die Jahre dazu geschwiegen habe.

Golem Akademie
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    4. Februar 2022, virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Ende Dezember 2017 war bekanntgeworden, dass Apple bewusst iPhones mit älteren Akkus verlangsamt. Erst nachdem erste Sammelklagen in den USA eingereicht wurden, hat Apple mit einer Entschuldigung reagiert. Entdeckt hatte dies der Benchmark-Anbieter Geekbench. Eine solche künstliche Drosselung der Prozessorgeschwindigkeit wurde 2016 beim iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE eingeführt. Mittlerweile ist sie auch für das iPhone 7 aktiviert worden.

Kläger verlangen von Apple 999 Milliarden US-Dollar

Beim iPhone 6 und iPhone 6S sollte damit der Fehler beseitigt werden, dass die Smartphones sich unvermittelt bei extremen Temperaturen abschalteten. Die Reduzierung der Prozessorleistung soll erfolgen, wenn der fest eingebaute Akku weniger leistungsfähig geworden ist. Apple hatte die Drosselung über ein Jahr geheim gehalten und das Vorgehen zunächst auch nur gegenüber ausgewählten Medien eingeräumt.

In den USA wurden bereits mehrere Sammelklagen eingereicht. Allein eine Sammelklage fordert von Apple eine Rekordsumme von 999 Milliarden US-Dollar. Begründet wird die Summe damit, dass iPhone-Besitzer von Apple bewusst getäuscht worden seien, und Kunden daher neue Modelle gekauft hätten, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.

Zeitlich befristet gibt es Akkutausch vergünstigt

Apple bietet deutschen Kunden zeitlich befristet die Möglichkeit, einen Akku im iPhone vergünstigt auszutauschen. Statt regulär 90 Euro kostet der Akkutausch 30 Euro. Dieses Angebot kann auch über Partner wie Cyberport oder Gravis abgewickelt werden. Die Aktion gilt für alle Modelle ab dem iPhone 6, die einen entsprechend alten Akku besitzen. Apple spekuliert wohl darauf, dass die Aufregung in einem Jahr abgeklungen sein wird. Denn die Aktion ist nur bis Dezember 2018 geplant, danach kostet der Austausch eines Akkus wieder 90 Euro.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Trollversteher 11. Jan 2018

Klar, das ist ja auch total vergleichbar... Im Übrigen bietet Apple, im Gegensatz zu...

Trollversteher 11. Jan 2018

Klar, Apple ist nur um das wohl der Käufer besorgt und will diese bestimmt nicht dazu...

Schnarchnase 10. Jan 2018

Ja hat es auf jeden Fall und ich bin voll dafür, das ist aber genau das was die...

Trollversteher 10. Jan 2018

Was ist das denn für eine Aussage - "Ich habe zwar nicht die geringste Ahnung, wovon ich...

Anonymer Nutzer 10. Jan 2018

Es geht aber primär nicht um "(deutlich) kürzere Laufzeiten". Die Schaltung soll...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sam Zeloof
Student baut Chip mit 1.200 Transistoren

In seiner Garage hat Sam Zeloof den Z2 fertiggestellt und merkt scherzhaft an, Moore's Law schneller umgesetzt zu haben als Intel selbst.

Sam Zeloof: Student baut Chip mit 1.200 Transistoren
Artikel
  1. Xbox Cloud Gaming: Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden
    Xbox Cloud Gaming
    Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden

    Call of Duty, Fallout oder Halo: Neue Spiele bequem am Business-Laptop via Stream zocken, klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist auch nicht wahr.
    Ein Erfahrungsbericht von Benjamin Sterbenz

  2. IBM: Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft
    IBM
    Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft

    Mit Francisco Partners greift eine große Investmentgruppe zu, das Geschäft mit Watson Health soll laut IBM darunter aber nicht leiden.

  3. Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut: Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell
    Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut
    "Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell"

    Ganz wie der Imperator es wünscht: Der Lego UCS AT-AT ist riesig und imposant - und eines der besten Star-Wars-Modelle aus Klemmbausteinen.
    Ein Praxistest von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MediaMarkt & Saturn: Heute alle Produkte versandkostenfrei • Corsair Vengeance RGB RT 16-GB-Kit DDR4-4000 114,90€ • Alternate (u.a. DeepCool AS500 Plus 61,89€) • Acer XV282K UHD/144 Hz 724,61€ • MindStar (u.a. be quiet! Pure Power 11 CM 600W 59€) • Sony-TVs heute im Angebot [Werbung]
    •  /