Weniger manipulativ

Christl vermutet, dass Facebooks Befürchtungen nicht übertrieben sind: "Wenn das alles so bleibt, könnte es dazu kommen, dass ein so großer Teil der Nutzer diese Einwilligung ablehnt, dass die App-Hersteller gar nicht erst fragen möchten." Damit wäre deutlich: "Einwilligung ist nicht gleich Einwilligung. Es kommt sehr auf die konkrete Gestaltung an." Wird beispielsweise nur davon gesprochen, dass das Nutzererlebnis irgendwie optimiert werden soll, klingt das weniger alarmierend, als wenn erklärt wird, dass dafür die Nutzungsdaten an Drittfirmen übermittelt werden. Die von Apple geplante Gestaltung der Einwilligung sei jedenfalls "weniger manipulativ als viele andere Einwilligungen - und ein Fortschritt".

Zufrieden ist der Wiener Datenschutzexperte jedoch nicht, da jede Einwilligung an sich die Nutzer nerve. "Apple hätte die Werbe-ID besser gleich ganz abschaffen sollen", findet er. Möglicherweise könnten sich die geplanten Änderungen aber "wirklich so positiv entwickeln, wie es scheint". Dem Anschein nach meint es Apple durchaus ernst damit, die Privatsphäre seiner Nutzer besser zu schützen.

Es gibt noch offene Fragen

Einige Fragen blieben jedoch noch ungeklärt. Dürfen beispielsweise App-Hersteller die Nutzung einer App verweigern, wenn die Einwilligung zum firmenübergreifenden Tracking verweigert wird? Und inwieweit dürfen App-Hersteller den Nutzern Anreize für die Einwilligung bieten? Außerdem dürfen App-Hersteller die Werbe-ID auch in Zukunft immer noch für einige Zwecke ohne Einwilligung verwenden. "Was das konkret bedeutet, ist noch nicht ganz klar", sagt Christl.

Facebook geht es in der Auseinandersetzung um Anteile am Werbe-Onlinemarkt. Ein weiterer Streitpunkt zwischen Apple und Facebook ist daher auch der Umgang mit dem Facebook-Angebot Audience Network. Dabei handelt es sich um eine Funktion, mit der ausgewählte Influencer und Facebook-Nutzer Live-Online-Veranstaltungen anbieten und über eine Zugangsgebühr bei der Registrierung der Gäste monetarisieren können.

Facebook warnt davor, dass die Umsätze für App-Anbieter um 50 Prozent auf iOS-14-Geräten ohne personalisierte Werbung zurückgehen könnten. Das Unternehmen befürchtet sogar, dass die Nutzung des Audience Network unter iOS 14 so unwirksam sei, dass es in Zukunft gar keinen Sinn ergebe, es auf iOS 14 anzubieten.

In diesem Zusammenhang hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg in dieser Woche in einem Interview die strikte Zugangskontrolle durch Apple auf dessen Endgeräte kritisiert. Apple verfüge über eine "einseitige Kontrolle", was den Wettbewerb einschränken könne. Im Gegensatz dazu erlaube Google, dass Apps auf Android-Geräten auch aus anderen Quellen als dem Play Store installiert werden könnten. Das Vorgehen Apples sei fragwürdig und rechtfertige eine genauere Prüfung, sagte Zuckerberg.

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 Apple-Facebook-Streit: Die Macht der aufgeklärten Nutzer
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franzbauer 11. Sep 2020

Unter iOS nicht besser. Da wird man genau gleich vollgespamt mit Werbung...

Trockenobst 11. Sep 2020

Nur das diese Schafe kein Geld bringen. In den USA haben einige kluge Leute mit...

Trockenobst 11. Sep 2020

Wenn ich etwa eine neue Sorte von Eis finde, dann muss ich die schon probieren. Aber...

elknipso 11. Sep 2020

Die Werbeindustrie hat es schlicht massiv übertrieben, und scheißt faktisch auf Vorgaben...



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