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Apple Card: Eine Chance, die Finanzbranche aufzumischen

Die Apple Card ist erst einmal nur für die USA angekündigt. Die Auswirkungen für die Finanzbranche, die nicht gerade agil auf Veränderungen reagiert, dürften dennoch enorm sein.
/ Andreas Sebayang
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Apple bietet die Apple Card erst einmal nur in den USA an. (Bild: Apple/Montage: Golem.de)
Apple bietet die Apple Card erst einmal nur in den USA an. Bild: Apple/Montage: Golem.de

Mit der Apple Card(öffnet im neuen Fenster) hat Apple den Einstieg in die Finanzbranche angekündigt. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Kreditkarte, die via Apple Pay kontaktlose Zahlungen an NFC-Kassenterminals(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht. Das Unternehmen verfolgt dabei durchaus interessante und neue Ansätze, auch bei Sicherheit und Privatsphäre, und hat einen - zumindest im Privatkundengeschäft - noch kaum aktiven Partner gefunden. Apple Card dürfte die Bankenbranche aufrütteln, denn einerseits ist das Konzept für Partnerbanken wenig attraktiv, andererseits wird es Nicht-Partnerbanken unter Druck setzen, mit ähnlichen Angeboten dagegenzuhalten.

Die Finanzbranche tut sich mit Veränderungen schwer. Das hat sich etwa in den USA gezeigt, wo erst vor nicht allzu langer Zeit der Magnetstreifen als wichtiges, aber unsicheres Zahlungsmittel abgelöst wurde. Hierzulande war beispielsweise noch vor kurzem das kontaktlose Zahlen (EMV Contactless) hochproblematisch. Wie schwer es der Branche fällt loszulassen, zeigt sich auch durch die noch immer auf Plastikkarten aufgebrachten Magnetstreifen. Apple ist das offenbar egal - der Konzern erhöht die Voraussetzungen für Zahlungsmittel noch einmal, da nur eine einzige alte Technik noch weitergeführt wird und das eigentlich nur aus Redundanzgründen: die physische Karte, auf die wir später noch eingehen.

Zuerst muss aber eines klargestellt werden: Bis Apple Card nach Europa oder gar Deutschland kommt, dürfte es Jahre dauern - Apple nennt das Produkt nicht einmal auf seinen deutschen Seiten. Schon bei Apple Pay vergingen Jahre, bis die Technik nach Europa und schließlich auch nach Deutschland kam. Auch dürfte Apples neuer Partner Goldman Sachs noch einiges zu organisieren haben. Die Bank hat bisher mit Privatkunden nur sehr wenig zu tun.

Apple Card (Herstellervideo)
Apple Card (Herstellervideo) (02:32)

Als kartenausgebendes Institut ist die Goldman Sachs damit ein Idealfall für Apple. Apple löst sich dank Goldman Sachs in den USA von dem Problem, Partner zu überzeugen, seine Kreditkarten zu integrieren. Google hatte mit Google Pay(öffnet im neuen Fenster) solche Schwierigkeiten und konnte schließlich dank einer Kooperation mit Paypal das Problem der Partnerfindung auf eine andere Art und Weise schnell lösen, um so zahlreiche Kunden zu erschließen und eine virtuelle Master-Card-Debitorenkarte auszugeben. Der Vorteil an Paypal ist, dass sich hier eine Ebene tiefer dann weitgehend beliebige Konten und Karten integrieren lassen, die indirekt per Google Pay verwendet werden. Der Vorteil von Goldman Sachs als Partner für Apple ist, dass diese Bank im Privatkundengeschäft nichts zu verlieren hat und mit Apple experimentieren kann.

Apple Card dürfte für europäische Banken nicht attraktiv sein

Goldman Sachs hat auch eine deutsche Bankenlizenz(öffnet im neuen Fenster) , könnte also durchaus auch hier Partner werden. Sicher ist das aber nicht. Einen anderen Partner zu finden, dürfte Apple in Deutschland und anderen europäischen Ländern allerdings schwerfallen.

Onlinebanken wie die DKB und N26 haben im Prinzip schon ihr eigenes System zur Privatkundenbindung. Sie würden als Partner unter Umständen eigene Kunden an die Apple Card verlieren. Auch auf Kreditkarten spezialisierte Institute dürften schwierige Partner sein. Sie alle würden das eigene Privatkundengeschäft mit einer Apple-Card-Partnerschaft beeinträchtigen. Ob sich etwa die Landesbank Berlin, die in Deutschland für zahlreiche Kreditkarten zuständig ist, auf ein Unternehmen wie Apple einlassen würde, ist fraglich.

Wie wichtig das Thema Verlust von Privatkundengeschäft ist, war bei der Vorstellung der Apple Card am 25. März 2019 durchaus herauszuhören: Apple betonte, dass Goldman Sachs kein Privatkundengeschäft habe und somit auch keine Einnahmen im Kreditkartengeschäft durch Apples günstige Konditionen für Kunden verlieren könne, wie es andere Banken befürchten müssten.

Die Deutschen Banken und Dienstleister selbst halten sich derzeit mit Kommentaren zur Apple Card zurück. Anfragen von Golem.de bei mehreren Instituten wurden nicht beantwortet. Der Sparkassenverband meldete sich immerhin, wollte aber keinen Kommentar abgeben. Einzig N26 äußerte sich, und das sogar positiv: "Da wir in den kommenden Monaten unsere Expansion in [den] USA im Visier haben, ist es für uns nur von Vorteil, dass die dortigen Kunden sich mit Hilfe von Apple der Vorzüge von Mobile Banking im Vergleich zu traditionellen Banken stärker bewusst werden."

Doch was macht die Apple Card für die Banken so schwierig? Die Gebührenstruktur unterscheidet sich deutlich von dem, was in Deutschland etwa üblich ist.

Hohe Rabatte, wenige Gebühren

Apples Produkt und dessen Konditionen sind für Banken vermutlich nicht sehr attraktiv. So wird bei Apple für Transaktionen außerhalb der Eurozone grundsätzlich keine Gebühr erhoben. Solch eine Gebührenfreiheit gibt es zwar auch bei deutschen Banken, sie wird anders als bei Apple aber in der Regel mit einer sehr hohen Grundgebühr bestraft. Ohne diese Grundgebühr werden üblicherweise zwischen 1,5 und 2 Prozent vom Umsatz fällig. Wer eine Woche im Hotel übernachtet oder einen Langstreckenflug bucht, zahlt da leicht 20 Euro nur für die Möglichkeit des Zahlens. Apple und dessen Partnerbank verdienen diese 20 Euro nicht.

Es gibt zwar auch hierzulande Banken, die auf diese Gebühr verzichten, das hat aber dann Haken für die Kunden: Bei der Bank N26 etwa kann mit einer Mastercard-Debitorenkarte gebührenfrei in Fremdwährungen eingekauft werden. Diese Karte verhält sich zwar wie eine Kreditkarte und lässt sich im Ausland dementsprechend weitgehend problemlos einsetzen, der Betrag, mit dem man sie belastet, wird aber sofort vom Konto abgebucht. Dieser Karte fehlt bei Endkunden zudem ein Bonussystem. N26 spart also an anderer Stelle, während die Apple Card hier keine Kompromisse eingeht.

Auch Bonussysteme werden bei der Apple Card für die Banken teuer, schließlich wird der Kunde für das Einkaufen mit einem Rabatt belohnt, der zudem früh zur Verfügung steht. Das geht von der Marge des Zahlungssystems und manchmal auch der Händler ab, denn die Kunden zahlen ja mit der Apple Card die gleichen Preise wie etwa bei Barzahlung. Apple bietet drei recht attraktive Rabattstufen folgend dem Cashback-Prinzip: Für jeden Einkauf gibt es etwas Geld zurück.

Drei Prozent gibt es beispielsweise beim Einsatz von Apple Pay in einem Apple Store. Das gilt auch für Online-Käufe im Apple-Universum. Zwei Prozent gibt es bei allen sonstigen Einkäufen und ein Prozent in einem Sonderfall. Dieses Cashback gibt es zudem als Daily Cash, sprich, es wird einmal täglich und nicht wie sonst üblich einmal pro Abrechnungsperiode gezahlt. Die Bank muss diesen Bonus also schneller wieder an den Kunden weiterreichen.

Hier ist der Vergleich mit der Situation in Deutschland interessant. Nicht alles, was Apple bietet, ist etwas Besonderes. Das gilt etwa für die drei Prozent Cashback, was zweifelsohne recht viel ist. Genau jene drei Prozent bietet Amazon in Zusammenarbeit mit der Landesbank Berlin bei der Amazon-Kreditkarte ebenfalls an - allerdings mit einigen Haken: Der Kunde muss ein Amazon-Prime-Abo haben, dafür wird dann die jährliche Kreditkartengebühr erlassen. Verglichen mit der normalen Amazon-Kreditkarte ohne Prime ist das ein Prozent mehr. Das Cashback - durch ein Punktesystem - wird zudem meist bei Amazon eingelöst, bleibt also im System. Die Punkte sind recht schnell einsetzbar, wenn auch nicht gleich am nächsten Tag, wie Apple das plant. Das ist alles ziemlich kompliziert. Einen Vorteil hat Amazon: Diese drei Prozent Prime-Rabatt gibt es auf eine sehr große Produktauswahl in fast allen Lebensbereichen. Apple bietet das nicht. Außerdem muss man Nutzer innerhalb der Apple-Infrastruktur sein.

Der zweite Rabattsatz der Apple Card ist mit einem Prozentsatz von zwei Prozent ziemlich gut. Das ist bei hierzulande ausgegebenen Kreditkarten eher ungewöhnlich. Einige Kartenanbieter werben mit sechs Prozent Reiserabatt, doch das läuft über spezielle Dienstleister. Die regulären Rabatte liegen eher bei 0,5 Prozent. Manche Karten, vor allem günstige, liegen sogar noch darunter oder bieten gar keine Rabattsysteme.

Alternativ arbeiten solche Karten auch mit Punkten über Bonusprogramme wie etwa die DKB über die Lufthansa (Master Card) und die Commerzbank über die Bahncard-Kreditkarte (Master Card). Hier ist das Ausrechnen des Vorteils der Karte noch schwerer, weil der Punktewert vom Einsatzzweck abhängt. Noch komplexer ist American Express als Bank, die gleichzeitig das Kreditkartensystem stellt. Hier gibt es die Standardpunkte, aber auch Umrechnungskurse zu anderen Bonusprogrammen von Hotels, Fluggesellschaften oder andere. Das ist schon eine Wissenschaft für sich. Da wirkt Apples Ansatz ausgesprochen einfach.

Bleibt noch die Sondersituation, bei der Apple ein Prozent als Daily-Cash-Rabatt gibt. Immer dann, wenn Apple Pay nicht funktioniert, muss eine Karte gezückt werden.

Wenn es nicht anders geht, braucht es die Chipkarte

Apple hat neben Apple Pay mit einer physischen EMV-Karte noch eine Alternative im Angebot. Sie funktioniert aber nach derzeitigem Stand nicht kontaktlos und hat einen kleineren Rabattsatz von nur einem Prozent. Apple will offenbar nicht, dass Anwender diese Karte nutzen, sondern dass sie per NFC an EMV-Contactless-Terminals bezahlen - also mit Apple Pay. Das geht aber nur, wenn EMV Contactless unterstützt wird. Die EMV-Chip-Kontaktflächen sind also offenbar nur für die Notfälle gedacht, wenn die Drahtlosfunktion nicht von einem Terminal unterstützt wird oder es damit Probleme gibt. Das kann nach Erfahrungen von Golem.de in Ausnahmefällen durchaus mal passieren.

Mutig ist dabei Apples Ansatz zur Sicherheit der physischen Karte. Der Karte fehlt nicht nur EMV Contactless, sondern auch die Hochprägung und mutmaßlich der Magnetstreifen. Zumindest ist auf den Bildern keiner zu erkennen. Gerade in den USA braucht man diesen bei kleinen Händlern aber oft noch zum Bezahlen. In einigen Ländern ist die EMV-Bezahlung per Chip zudem noch nicht so verbreitet. Die Karte hat außerdem keine aufgedruckte Kreditkartennummer. Auch die Sicherheitsnummer gibt es nicht. Das heißt, die geklaute Karte ist für Online-Bestellungen nutzlos.

Das ist ein Ansatz, den sich die traditionellen Banken bisher kaum trauen. Sie setzen auf maximale Kompatibilität. Deswegen ist eine Girocard beispielsweise auch oft mit Maestro oder V-Pay kompatibel, sind Magnetstreifen vorhanden und Kreditkarten haben in aller Regel noch eine Hochprägung, obwohl die sogenannten Imprinter(öffnet im neuen Fenster) alias Ritschratsch-Geräte bereits mehreren Generationen nicht oder kaum bekannt sind. Die Branche ist langsam und Apple wirft diese Altlasten einfach über Bord - zulasten der Kompatibilität mit dem Finanzwesen.

Für Apple und die Bankpartner, in den USA Goldman Sachs, dürfte das aber weniger Geldaufwendungen für Betrugsfälle bedeuten. Entsprechende lukrative Angriffsmodelle müssten erst entwickelt werden. Während eine EMV-Contactless-Karte geklaut und für Einkäufe zwischen jeweils 25 und 50 Euro einfach so verwendet werden kann, bringt der Diebstahl der EMV-Karte erst einmal nichts, solange der Dieb keinen Automaten findet, der EMV-Chipkontakt-Zahlungen ohne PIN zulässt. Zumal zu erwarten ist, dass beim ersten betrügerischen Einsatz der Anwender eine Benachrichtigung auf sein iPhone bekommt. Bei kontaktlosen Kredit- oder Debitorenkarten hilft als Diebstahlschutz da nur der Gang zur Bank samt der Bitte um die Sperre von kontaktlosen Zahlungen. Apple hingegen verlangt auch auf dem Smartphone per NFC die Freigabe per Authentifizierung, unabhängig von der Summe.

Solche Funktionen sind noch längst nicht bei allen Banken Standard. Vor allem Kreditkarten, die nicht Teil eines Girokontos sind, sind hier weit weg von der Moderne. Da kostet der SMS-Service, der eigentlich die Sicherheit auch für die Bank erhöht, extra Geld und die SMS kommen auch mal verspätet an. Eine App zur Kontrolle ist ebenfalls noch kein Standard und es gibt sogar Banken, die bei Umstellung auf papierbehaftete Rechnung den Onlinezugang samt Live-Umsatzübersicht kappen. Entweder oder, heißt es da. Nicht zu vergessen, das Konzept der angefragten Umsätze. Hier dauert es selbst online mitunter Tage, bis der Nutzer weiß, was da eigentlich auf dem Kartenkonto los ist. All das verspricht Apple, vernünftig zu lösen. Und bei diesen Smartphone-Details ist Apples Ansatz ebenfalls spannend.

Google Pay ausprobiert
Google Pay ausprobiert (01:04)

Abseits der Zahlungsmodalitäten und technischen Details ist die Apple Card noch in anderer Hinsicht sehr interessant: bei der Transparenz der Zahlungen selbst. Die Möglichkeit zu erkennen, wofür der Anwender etwas gezahlt hat und idealerweise auch, wo gezahlt wurde. So einfach, wie es Apple darstellt, ist es aber nicht. Apple zufolge erkennt man in einer Abrechnung eigentlich gar nichts, da dort Händler-IDs und scheinbare Zufallszahlen zu sehen sind. Banken bemühen sich durchaus, hier mehr Übersicht in die Systeme zu bringen, Zahlungen etwa zu klassifizieren, um dann Übersichten zu ermöglichen. Zudem lässt sich ein spezielles Geschäft doch recht oft in der Abrechnung identifizieren. Es gibt also Banken, die mehr bieten als die Kreditkartenrechnung mit kaum dechiffrierbaren Einträgen.

Apples Ansatz geht aber weiter in Verbindung mit den eigenen Standortdaten, die sonst nur die Banken kennen und für sich behalten. Apple speichert gewissermaßen ein Zahlungsbewegungsprofil auf dem Smartphone mit dem Versprechen, dass diese Daten nicht mit Apple geteilt werden. Die Bank hat diese Daten ohnehin. Neu ist, dass Anwender selbst so genau nachvollziehen können, wo jeweils bezahlt wurde. Das ist ein Service, den klassische Banken mit ihren Altsystemen äußerst schwer anbieten können. Es bleibt aber abzuwarten, wie gut das System funktionieren wird, da offenbar vieles durch das Verbinden von Daten geschlussfolgert wird.

Drahtlos bezahlen per App ausprobiert
Drahtlos bezahlen per App ausprobiert (01:27)

Für die weltweite Nutzung sieht es mit der Wahl für das Kartenschema Master Card gut aus. Die Akzeptanz ist weltweit gut, selbst in Ländern, in denen andere Kreditkartensysteme stärker genutzt werden, wie etwa Japan Credit Bureau (JCB) oder Chinas Unionpay. In Ländern, in denen die bargeldlose Zahlung eine große Akzeptanz in der Bevölkerung genießt, sind nur sehr wenige Probleme zu erwarten.

Münzen und Scheine bleiben

Auch der Apple Card wird es aber wohl kaum gelingen, das Bargeld abzuschaffen. Der kleine Händler von nebenan hat vielleicht noch ein Magnet-Kartenlesegerät, verlangt für die Kartenzahlung einen Mindestumsatz oder besteht ganz und gar auf Bargeld. Ältere Menschen haben mitunter Schwierigkeiten mit modernen Zahlungsmitteln(öffnet im neuen Fenster) . Die sinkende Nutzung der Bargeldinfrastruktur treibt derweil die Kosten für diese Infrastruktur nach oben. Ein Teufelskreislauf. Apple Pay und bald auch Apple Card werden hier verstärkend einwirken.

Bis es so weit ist, vergehen aber noch einige Monate bis Jahre. Für den Sommer 2019 hat Apple die Apple Card für die USA angekündigt, eine Erweiterung auf weitere Regionen dürfte folgen. Bis dahin dürften auch noch einige Details ausgearbeitet werden, die bisher unklar sind. Das gilt vor allem für Zahlungsmodalitäten, auch wenn Apple während der Vorstellung die Apple Card als besonders kundenfreundlich dargestellt hat.

Wer in die Schuldenfalle gerät, wird auch bei Apple hohe Kosten tragen müssen. Die Variable APR - also die variablen, jährlich zu zahlenden Zinssätze - liegt zwischen 13,24 und 24,24 Prozent. Wer als nicht besonders kreditwürdig eingestuft wird, muss am meisten zahlen. So ist es aber immer bei Finanzgeschäften und diesbezüglich wird Apple sich nicht groß von der Konkurrenz unterscheiden. Apples Kreditkarte arbeitet mit Zinssätzen, die in den USA durchaus im unteren Mittelfeld sind - insbesondere angesichts einiger Kreditprodukte mit Zinssätzen jenseits der 100 Prozent(öffnet im neuen Fenster) , die in Deutschland als unverschämt empfunden würden, in den USA aber normal sind. Hierzulande liegen Zinssätze bei Kreditkarten oft zwischen 10 und 15 Prozent.

Dass Apple zu einem Finanzdienstleister - wenn auch nur mit Partner - wird, dürfte große Auswirkungen auf die Branche haben. Es wird Innovationsdruck geben, denn den Banken fehlen Komfortmerkmale wie bei den Abrechnungen, auch wenn erste Ansätze schon vorhanden sind. Auch bei der Transparenz müssten die Banken erst einmal aufschließen, die Zinsen und deren Berechnung doch gerne möglichst versteckt positionieren. Zu guter Letzt dürfte auch das kontaktlose Bezahlen stärker in den Fokus rücken. Das ist allerdings ein Bereich, bei dem Händler in Deutschland mittlerweile international aufgeholt haben. Es gibt aber noch Länder, die nun diesen Druck verspüren werden.


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