Hohe Rabatte, wenige Gebühren

Apples Produkt und dessen Konditionen sind für Banken vermutlich nicht sehr attraktiv. So wird bei Apple für Transaktionen außerhalb der Eurozone grundsätzlich keine Gebühr erhoben. Solch eine Gebührenfreiheit gibt es zwar auch bei deutschen Banken, sie wird anders als bei Apple aber in der Regel mit einer sehr hohen Grundgebühr bestraft. Ohne diese Grundgebühr werden üblicherweise zwischen 1,5 und 2 Prozent vom Umsatz fällig. Wer eine Woche im Hotel übernachtet oder einen Langstreckenflug bucht, zahlt da leicht 20 Euro nur für die Möglichkeit des Zahlens. Apple und dessen Partnerbank verdienen diese 20 Euro nicht.

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Es gibt zwar auch hierzulande Banken, die auf diese Gebühr verzichten, das hat aber dann Haken für die Kunden: Bei der Bank N26 etwa kann mit einer Mastercard-Debitorenkarte gebührenfrei in Fremdwährungen eingekauft werden. Diese Karte verhält sich zwar wie eine Kreditkarte und lässt sich im Ausland dementsprechend weitgehend problemlos einsetzen, der Betrag, mit dem man sie belastet, wird aber sofort vom Konto abgebucht. Dieser Karte fehlt bei Endkunden zudem ein Bonussystem. N26 spart also an anderer Stelle, während die Apple Card hier keine Kompromisse eingeht.

Auch Bonussysteme werden bei der Apple Card für die Banken teuer, schließlich wird der Kunde für das Einkaufen mit einem Rabatt belohnt, der zudem früh zur Verfügung steht. Das geht von der Marge des Zahlungssystems und manchmal auch der Händler ab, denn die Kunden zahlen ja mit der Apple Card die gleichen Preise wie etwa bei Barzahlung. Apple bietet drei recht attraktive Rabattstufen folgend dem Cashback-Prinzip: Für jeden Einkauf gibt es etwas Geld zurück.

Drei Prozent gibt es beispielsweise beim Einsatz von Apple Pay in einem Apple Store. Das gilt auch für Online-Käufe im Apple-Universum. Zwei Prozent gibt es bei allen sonstigen Einkäufen und ein Prozent in einem Sonderfall. Dieses Cashback gibt es zudem als Daily Cash, sprich, es wird einmal täglich und nicht wie sonst üblich einmal pro Abrechnungsperiode gezahlt. Die Bank muss diesen Bonus also schneller wieder an den Kunden weiterreichen.

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Hier ist der Vergleich mit der Situation in Deutschland interessant. Nicht alles, was Apple bietet, ist etwas Besonderes. Das gilt etwa für die drei Prozent Cashback, was zweifelsohne recht viel ist. Genau jene drei Prozent bietet Amazon in Zusammenarbeit mit der Landesbank Berlin bei der Amazon-Kreditkarte ebenfalls an - allerdings mit einigen Haken: Der Kunde muss ein Amazon-Prime-Abo haben, dafür wird dann die jährliche Kreditkartengebühr erlassen. Verglichen mit der normalen Amazon-Kreditkarte ohne Prime ist das ein Prozent mehr. Das Cashback - durch ein Punktesystem - wird zudem meist bei Amazon eingelöst, bleibt also im System. Die Punkte sind recht schnell einsetzbar, wenn auch nicht gleich am nächsten Tag, wie Apple das plant. Das ist alles ziemlich kompliziert. Einen Vorteil hat Amazon: Diese drei Prozent Prime-Rabatt gibt es auf eine sehr große Produktauswahl in fast allen Lebensbereichen. Apple bietet das nicht. Außerdem muss man Nutzer innerhalb der Apple-Infrastruktur sein.

Der zweite Rabattsatz der Apple Card ist mit einem Prozentsatz von zwei Prozent ziemlich gut. Das ist bei hierzulande ausgegebenen Kreditkarten eher ungewöhnlich. Einige Kartenanbieter werben mit sechs Prozent Reiserabatt, doch das läuft über spezielle Dienstleister. Die regulären Rabatte liegen eher bei 0,5 Prozent. Manche Karten, vor allem günstige, liegen sogar noch darunter oder bieten gar keine Rabattsysteme.

Alternativ arbeiten solche Karten auch mit Punkten über Bonusprogramme wie etwa die DKB über die Lufthansa (Master Card) und die Commerzbank über die Bahncard-Kreditkarte (Master Card). Hier ist das Ausrechnen des Vorteils der Karte noch schwerer, weil der Punktewert vom Einsatzzweck abhängt. Noch komplexer ist American Express als Bank, die gleichzeitig das Kreditkartensystem stellt. Hier gibt es die Standardpunkte, aber auch Umrechnungskurse zu anderen Bonusprogrammen von Hotels, Fluggesellschaften oder andere. Das ist schon eine Wissenschaft für sich. Da wirkt Apples Ansatz ausgesprochen einfach.

Bleibt noch die Sondersituation, bei der Apple ein Prozent als Daily-Cash-Rabatt gibt. Immer dann, wenn Apple Pay nicht funktioniert, muss eine Karte gezückt werden.

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 Apple Card: Eine Chance, die Finanzbranche aufzumischenWenn es nicht anders geht, braucht es die Chipkarte 
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GourmetZocker 09. Apr 2019

Passt jetzt vielleicht nicht zum Thema aber schon interessant, dass ich in Nepal an...

HabeHandy 29. Mär 2019

Wird dann zum offiziellen interbankenkurs abgerechnet? Mit ungünstigen Kursen kann man...

robinx999 29. Mär 2019

Sind sogar etwas mehr wie Maximal 30 Tage. Ich bekomme von Amex immer die Rechnung am...

heikom36 29. Mär 2019

Gut, dass ich am Waldrand lebe. Waldmeister, Bärlauch, Reh und Wildschwein :-D

Lemo 29. Mär 2019

Ich dachte wir sprechen von Apple Pay? Sorry, da haben wir aneinander vorbeigeredet.



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