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Apple: Billig-iPhone ist für Tim Cook kein Thema

Der Apple-Chef Tim Cook wies abermals Spekulationen über ein sogenanntes Billig- iPhone zurück. Für das laufende Quartal erwartet Cook sinkende iPhone-Absatzzahlen, dennoch ist der Apple -Chef optimistisch, dass viele ältere Kunden in den kommenden Monaten auf ein neues Modell wechseln werden.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Apple-Chef Tim Cook plant kein Billig-iPhone. (Bild: Andrew Burton/Getty Images)
Apple-Chef Tim Cook plant kein Billig-iPhone. Bild: Andrew Burton/Getty Images

Einem möglichen Billig-iPhone erteilte Tim Cook als Apple-Chef eine deutliche Absage. Demnach werde auch künftig kein weniger teures iPhone auf den Markt kommen. Mit einem günstigeren iPhone-Modell könnte Apple die Verkaufszahlen wieder erhöhen. Statt eines aktuellen Billigmodells bietet Apple seine alten Modelle zu einem niedrigeren Preis an. Wer also nicht zwingend das aktuelle Modell benötigt, kann derzeit etwa zum iPhone 5S greifen, muss dafür derzeit aber weiterhin 500 Euro bezahlen.

Der iPhone-Absatz wird zurückgehen

Cook will der bisherigen Strategie treu bleiben, auch wenn die iPhone-Verkäufe aktuell nicht mehr wachsen. Nach Ansicht von Cook tobe ein weltweiter ökonomischer Sturm, der irgendwann vorbeiziehen werde. In Ländern wie China oder Indien entstehe gerade eine große Mittelschicht mit vielen möglichen Kunden für Apple-Geräte.

Seit das iPhone 2007 auf den Markt gekommen ist, verkaufte Apple in jedem Quartal mehr Geräte als im Vorjahresquartal. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft gelang das gerade eben noch mit einem Plus von gut 300.000 Geräten auf den Bestwert von 74,8 Millionen iPhones. Doch schon im laufenden Quartal wird es erstmals anders sein: "Der iPhone-Absatz wird zurückgehen" , räumte Cook in der Telefonkonferenz nach Vorlage aktueller Zahlen ein.

Cook setzt alles auf Altkunden

Vergleiche mit dem Niedergang des ehemaligen Handy-Weltmarktführers Nokia wischt Cook mit einer Handbewegung vom Tisch: Man sei bei Apple "überwältigt" gewesen von der Zahl wechselwilliger Nutzer des konkurrierenden Google-Betriebssystems Android, erklärte Cook – allerdings ohne Zahlen zu nennen. Er betonte, dass von den weltweiten iPhone-Besitzern noch immer 60 Prozent ältere Geräte aus der Zeit vor den größeren 6er-Modellen verwenden würden. Er setzt darauf, dass diese Kunden in den kommenden Monaten auf ein aktuelles Modell wechseln und damit die Verkäufe ankurbeln.

Denn das iPhone bleibt Apples Geldmaschine, das mit Abstand wichtigste Produkt, das im vergangenen Quartal 68 Prozent des Geschäfts ausmachte. Stagnieren die iPhone-Verkäufe, bewegt sich auch der gesamte Apple-Umsatz kaum. Andere Produktlinien wie die Apple Watch oder das Apple TV konnten bisher nicht für Wachstumssprünge sorgen. Außerdem schrumpfte das Tablet-Geschäft zuletzt wieder um ein Fünftel – das konnte auch die Markteinführung des größeren und teureren iPad Pro nicht verhindern.

Tim Cook ist von Virtual Reality begeistert

Derzeit muss Cook die richtige Antwort auf eine entscheidende Frage finden: Sind inzwischen die Grenzen des Marktes für teure Smartphones erreicht? Denn das Wachstum des Geschäfts kommt derzeit vor allem aus Schwellen- und Entwicklungsländern – dort sind überwiegend günstige Geräte gefragt. Cook ist anderer Meinung. Noch im Jahr 2010 hätten in China weniger als 50 Millionen Menschen zur Mittelschicht gehört, "2020 wird es eine halbe Milliarde sein" , rechnete der Apple-Chef vor. "Das ist eine große Gelegenheit für uns."

Apple verdient weiterhin prächtig am iPhone

In Indien sei der iPhone-Absatz im vergangenen Quartal um 76 Prozent gestiegen. Auch in Russland oder Brasilien werde sich die Lage auf lange Sicht wieder bessern, zeigte sich Cook überzeugt. "Wir ziehen uns dort nicht zurück." In den beiden Ländern entziehen die niedrigen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt der Bevölkerung Kaufkraft.

Cooks Botschaft an die Börsianer, die die Aktie in den vergangenen sechs Monaten angesichts der Wachstumssorgen um ein Fünftel fallen ließen: Apple denkt langfristig und wird sich auch durch schwächere Quartale nicht davon abbringen lassen. Cooks Position stützt, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eines iPhones nicht nachgibt und zuletzt leicht auf 691 US-Dollar stieg. Branchenweit kostet ein Smartphone nach Schätzungen von Marktforschern im Schnitt etwas über 200 US-Dollar. Dieser Unterschied ist der Grund für Apples gewaltige Gewinne.

Von Geldsorgen ist Apple damit so weit entfernt wie kaum ein anderes Unternehmen: Der Konzern sitzt auf einem Geldpolster von 216 Milliarden US-Dollar. Und jedes Quartal kommen weitere Milliarden hinzu. Allein die 18,4 Milliarden US-Dollar Gewinn im vergangenen Quartal waren wieder ein Weltrekord. Die Börse will trotzdem neue Erlösquellen neben dem iPhone sehen. Finanzchef Luca Maestri lenkte in dieser Situation die Aufmerksamkeit auf das wachsende Service-Geschäft unter anderem mit dem Musikdienst Apple Music und dem Bezahlverfahren Apple Pay.

Apple schweigt zu Verkaufszahlen der Apple Watch

Weiterhin schweigt Apple, wenn es um die Verkaufszahlen der Apple Watch und des neuen Apple TV geht. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Absatzzahlen nicht so toll sind. Denn ansonsten lässt Apple keine Möglichkeit verstreichen, auf besonders gute Verkaufszahlen hinzuweisen. Beide Produkte vereint Apple zusammen mit den iPod-Playern und den zugekauften Beats-Kopfhörern in der Rubrik "Andere Produkte". Hier erhöhte sich der Umsatz von 62 Prozent auf 4,35 Milliarden-US-Dollar.

Die fortlaufenden Gerüchte über Apples Pläne im Autogeschäft spielten in der Telefonkonferenz keine Rolle. Aber Cook äußerte sich ungewöhnlich positiv über die Virtual-Reality-Technik, bei der man mit speziellen Brillen in virtuelle Welten eintauchen kann. "Ich denke nicht, dass Virtual Reality in einer Nische spielt. Das ist wirklich cool und hat einige interessante Auswirkungen" , sagte der Apple-Chef. Passend dazu wurde jüngst bekannt, dass Apple nach Firmenzukäufen auch den renommierten Virtual-Reality-Experten Doug Bowman engagierte .


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