Software-Hersteller kämpfen - doch nicht so sehr

Einer der Programmierer berichtete uns, dass es für ihn und seine Kollegen schwierig sei, den vollständigen Umfang aller Funktionen für die Notarisierung anzumelden. So stellten das Nachladen von Komponenten und die Interprozess-Kommunikation derzeit eines der größten Probleme dar. Sei ein Prozess zum Beispiel nicht korrekt bei der Notarisierung angemeldet worden, stürze die Anwendung einfach ab - ohne aussagekräftige Fehlermeldung. Außerdem dauere die Notarisierung zu lange. Bei dem hier betroffenen sehr komplexen Programm vergingen teilweise bis zu sechs Stunden, bis ein Ergebnis vorliege. Das mache schnelle Fehler-Updates schwierig, auch wenn diese in Form von Patches realisiert würden.

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Das Problem mit fehlenden Fehlermeldungen beschreibt auch Martin Hairer, Entwickler des Audioeditors Amadeus Pro. Er erklärt, dass die Probleme schon vor Catalina begonnen hätten: "Ein Problem, das aber schon seit Mojave existiert, sind die Privacy-Einstellungen. Da kann es passieren, dass der User beispielsweise unabsichtlich den Dialog für den Zugriff auf das Mikrofon wegklickt und sich später in Amadeus Pro wundert, dass da einfach kein Ton da ist. Und dann gibt es keine Info vom System. Der Nutzer denkt, das Programm sei schuld." Hairers Lösung: Er hat eine Funktion ins Programm integriert, die den korrekten Zugriff auf das Mikrofon prüft.

Von diesem Problem abgesehen hatte Martin Hairer keine Schwierigkeiten mit Catalina. Das liegt aber auch daran, dass er Amadeus frühzeitig fit für das "64 Bit only"-MacOS gemacht hat: "Für mich war die Umstellung auf Mojave wesentlich arbeitsintensiver, weil ich damals sehr viele Teile der UI neu schreiben musste, um Dark Mode zu unterstützen."

Ähnlich problemlos beschreiben die Entwickler der Banking-Software Outbank den Start auf Catalina und auch auf iOS 13. Thilo Knaupp, Geschäftsführer von Aboalarm und verantwortlich für das Outbank-Team, berichtet: "Was unsere Produkte angeht, haben wir von unseren Betatestern schnell Rückmeldungen bekommen, wo Probleme auftreten. Unsere Tester hatten natürlich schon Betaversionen im Einsatz, um unsere App zu testen. Da sind wir auf einem ganz guten Stand und können sagen: Outbank funktioniert auch mit Catalina und iOS 13 einwandfrei."

Der Hersteller arbeitet intern noch mit Mojave

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Während das eigene Produkt beim Kunden bereits auf aktuellen Systemen laufen kann, ist der Hersteller intern eher zurückhaltend. Vor allem die Entwickler arbeiten nach Aussage Knaupps noch mit Mojave: "Unsere Richtlinie in Sachen Catalina: Noch installiert niemand das System. Lediglich auf einigen Testsystemen nutzen wir das neue MacOS, nachdem es die ersten Updates gab. So wollen wir sicherstellen, dass unsere Entwickler weiterarbeiten können. Es hat sich doch einiges bei Catalina unter der Haube geändert, es sind sehr viele Sachen wegfallen und auch die Stabilität ist noch nicht so gegeben."

Das Null-Release, wie Knaupp es nennt, würden sie im Unternehmen grundsätzlich auslassen. Das sei weniger dem Betriebssystem an sich geschuldet als vielmehr den Herstellern verschiedenster Tools, die bei den Outbank-Entwicklern im Einsatz seien. Und so sieht Thilo Knaupp in MacOS Catalina ein zwar mit großen Inkompatibilitäten gespicktes System, das jedoch schon recht stabil läuft. Noch vor Ende des Jahres soll Catalina auf mehr Rechnern eingesetzt werden: "Den eigentlichen Einsatz in der Produktion haben wir für später geplant, so im Laufe des Dezembers, weil es noch mit manchen Tools Probleme gibt. Hier warten wir noch auf Fixes seitens der Anbieter der Tools."

Etwas konservativer zeigt sich der Software-Hersteller auch in Bezug auf neue Möglichkeiten der Systeme wie dem neuen Swift UI in iOS und iPadOS.

"Noch können wir nicht auf die neuen Frameworks in MacOS und iOS umstellen, weil wir noch zu viele Kunden haben, die ältere Systemversionen einsetzen", erklärt Thilo Knaupp und fügt hinzu:"Wir würden zwar gerne, aber dann würden wir unsere Kunden zwingen, auf beispielsweise iOS 13 zu aktualisieren. Das werden wir nicht machen. Wir planen den Umstieg, wenn der Großteil unserer Kunden auf den aktuellen Systemen arbeitet."

Neben den beschriebenen Problemen skizzierten uns die Entwickler weitere Herausforderungen, mit denen sie aktuell zu kämpfen haben. Ein eher kleiner Teil der Kunden, beschreibt einer der Entwickler, habe große Probleme mit USB unter Catalina. Der Grund: Die Software nutze einen USB-basierten Kopierschutz, der jetzt in Einzelfällen dazu führe, dass die Software nicht mehr verwendet werden könne. Er führt das Verhalten auf mangelhafte Umsetzung des USB-Standards durch Apple zurück. Ebenfalls mangelhaft umgesetzt sei die Programmiersprache C++ in Version 17 in der Entwicklungsumgebung XCode. Es fehlten unter anderem Features.

Verärgert zeigten sich fast alle Entwickler über den Umgang mit Fehlern bei Apple.

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 Apple-Betriebssysteme: Ein Upgrade mit SchmerzenFehlt Apple die Endkontrolle? 
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jsl 15. Dez 2019

Was Du suchst ist vermutlich das hier: Dateien markieren - rechte Maustaste - Ctrl-Taste...

heikom36 10. Dez 2019

Es gibt Baukästen wo man sich Viren zusammenklicken kann. Da wird dann aus einem mal...

FreiGeistler 09. Dez 2019

Never run a changing System. Insbesondere, wenn man darüber andere Systeme laufen lässt...

Lekanzev 08. Dez 2019

Solange sich kaum jemand für MacOS interessiert wird das wohl nichts. Hinzu kommen die...

ffx2010 07. Dez 2019

Ich weiss jetzt nicht, was Sie mit dieser ironischen Bagatellisierung erreichen wollen...



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