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Apple, Beats, Bose, Sony und andere: Kopfhörer enthalten gesundheitsschädliche Substanzen

Apple , Beats, Bose , Huawei , Jabra , JBL, Sennheiser , Sony und andere Hersteller: In den meisten Kopfhörern sind gesundheitsschädliche Substanzen gefunden worden.
/ Ingo Pakalski
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In allen Kopfhörern namhafter Hersteller wurden gesundheitsschädliche Substanzen gefunden. (Bild: Martin Wolf/Golem)
In allen Kopfhörern namhafter Hersteller wurden gesundheitsschädliche Substanzen gefunden. Bild: Martin Wolf/Golem
Inhalt
  1. Apple, Beats, Bose, Sony und andere: Kopfhörer enthalten gesundheitsschädliche Substanzen
  2. Die Risiken für die Gesundheit

In einer umfangreichen Studie sind 81 Kopfhörermodelle auf schädliche, chemische Substanzen untersucht worden. In allen Kopfhörern und Hörstöpseln wurden Stoffe wie Bisphenol, Phthalate und Flammschutzmittel nachgewiesen. Dazu gehörten auch Geräte großer Markenhersteller wie Apple, Beats, Bose, Huawei, Jabra, JBL, Logitech, Marshall, Samsung, Sennheiser, Razer, Sony und andere.

Besonders schlecht schnitten allerdings Produkte von Onlinemarktplätzen wie Temu ab, bei denen eine besonders hohe Belastung gefunden wurde. Die Forscher fanden in fast allen Kopfhörern Bisphenole, die den Hormonhaushalt stören können. Auch das weitgehend verbotene Bisphenol A (BPA) wurde in 98 Prozent der Proben nachgewiesen.

Der Ersatzstoff Bisphenol S (BPS) war in mehr als 75 Prozent der untersuchten Modelle zu finden. Die maximalen Konzentrationen erreichten 351 mg/kg und lagen damit weit über dem ursprünglich von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) vorgeschlagenen Grenzwert von 10 mg/kg.

Gefährliche Chemikalien quer durch alle Preisklassen

Im Rahmen der Untersuchung wurden 180 Proben von Hart- und Weichkunststoffkomponenten aus 81 Kopfhörerprodukten untersucht. Die Untersuchung fand im vergangenen Jahr statt, so dass nur Produkte untersucht wurden, die vor Anfang 2025 auf den Markt kamen. Viele erschienen demnach bereits 2024 oder vorher.

Die gefährlichen Chemikalien fanden sich in Kopfhörern aller Preisklassen. Wer mehr bezahlt, kann sich also nicht darauf verlassen, ein sicheres Produkt zu erhalten. "Unsere derzeitigen Gesetze sind zu langsam und veraltet, um gefährdete Verbraucher zu schützen, die schädlichen Chemikalien ausgesetzt sind" , kritisierte Emese Gulyás, Leiterin des Projekts Toxfree Life for All. "Wir brauchen sofortige, harmonisierte EU-Vorschriften, die ganze Klassen giftiger Chemikalien verbieten."

Die Studie bestätige einen allgemeinen Trend in der Industrie bei der Herstellung von Produkten, dass bereits verbotene Chemikalien lediglich durch leicht modifizierte Verwandte ersetzt werden, die sich fast genauso verhalten.


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