Apple A19 Pro: Beim Prozessor der neuen iPhones setzt Apple auf Bewährtes
Wer Informationen zu den Systems-on-a-Chip (SoCs) A19 und A19 Pro in Apples iPhones der 17. Generation sucht, muss auf der Produktseite weit scrollen. In den Produktvorstellungen wurde den SoCs im Vergleich zu Kamera oder Gehäuse wenig Zeit gewidmet. Der Grund dafür ist einfach: Bei den Prozessorkernen hat sich nicht viel getan. Zumindest bei der GPU sieht das aber anders aus.
Den generellen Aufbau behält Apple bei: Die CPU hat zwei Performance- und vier Efficiency-Kerne, die GPU sechs Rechencluster bei den Pro-Modellen, die anderen Varianten bekommen weiter fünf. Auffällig ist, dass kein Vergleich zum direkten Vorgänger zu finden ist. Der fiele zumindest für die CPU-Kerne auch nicht besonders spektakulär aus: Sie rechnen gerade einmal vier Prozent schneller als beim A18 Pro, wie unsere eigene Aufstellung zeigt.
Zum Vergleich: A18 Pro und A17 Pro rechnen 15 und 17 Prozent schneller als ihre direkten Vorgänger. Apple spricht in der Produktvorstellung von einem 50 Prozent größeren Last Level Cache. Dieses Upgrade hat der A19 offenbar nicht bekommen.
An der Architektur der Kerne scheint sich wenig getan zu haben. Zumindest die Performance-Kerne sollen eine höhere Bandbreite im Front-End haben, also mehr Befehle zur Ausführung bringen können. Auch die Sprungvorhersage will Apple verbessert haben. Ob einzelne Anwendungen höhere Leistungszuwächse sehen, müssen aber Tests zeigen. Beim SoC lag der Fokus bei den A19 hingegen auf der GPU.
GPU bekommt KI-Features
Die ist mit einem Leistungsplus von 25 Prozent beim A19 Pro deutlich schneller als beim Vorgänger. Bei A18 Pro und A17 Pro lag das Plus bei 20 und 33 Prozent. Da wir Apples Testverfahren nicht kennen, können wir allerdings aktuell nicht sicher sagen, ob hier nicht auch das neue Kühlkonzept mit Vapor Chamber einen Einfluss hat – die soll es dem SoC ermöglichen, dank besserer Wärmeabfuhr länger hohe Taktfrequenzen zu halten.
Den Pro-Modellen des A19 spendiert Apple zudem die zweite Generation des Dynamic Caching. Anstatt eine feste Menge an Registern zu integrieren, nutzt Dynamic Caching hierfür den SRAM des Cache. Der kann dynamisch auf Shader aufgeteilt werden, was ihnen nicht nur mehr Speicher bereitstellen, sondern diesen auch effizienter nutzen soll.
Mehr Wumms bei KI
Die wirklich große Änderung ist, dass die GPU-Kerne nun auch KI-Berechnungen beherrschen und somit die Neural Processing Unit (NPU) ergänzen können. Das bieten AMD und Intel bereits mit den Ryzen AI und Lunar Lake . Entsprechend wurde die GPU mindestens um Unterstützung für die bei quantisierten Modellen oft genutzte 8-Bit-Datentypen erweitert.
Insgesamt soll das iPhone 17 Pro so die KI-Rechenleistung vervierfachen, beim regulären iPhone sowie dem Air soll es mit fünf statt sechs GPU-Clustern noch eine Verdreifachung sein. Ob Apple auch 4-Bit-Datentypen unterstützt, ist nicht klar. Die NPU wird in der Produktvorstellung nur kurz gestreift, sie soll effizienter und leistungsfähiger sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass es hier keine größeren Änderungen gibt, halten wir aber für hoch.
Neuer Fertigungsprozess erklärt viel
Bei der Fertigung nutzt Apple TSMCs N3P-Prozess, die dritte Generation und aktuell modernste Variante der 3-nm-Familie des Fertigers . Sie erreicht eine etwa vier Prozent höhere Transistordichte und entweder eine Leistungssteigerung um 5 Prozent oder einen um 5 bis 10 Prozent niedrigeren Energiebedarf.
Allzu viel scheint sich bei der Effizienz aber nicht getan zu haben. Zwar gibt Apple für das iPhone 17 Pro eine im Vergleich zum Vorgänger rund 22 Prozent längere Wiedergabedauer für Videos an (33 statt 27 Stunden). Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass ein größerer Akku verbaut ist, der hierfür maßgeblich verantwortlich ist.
Denn für die Schnellladung auf 50 Prozent über USB-C gibt Apple nun ein 40-Watt-Ladegerät an, mit dem auch die Ladedauer von 30 auf 20 Minuten sinkt. Rein rechnerisch steigt damit die Energie um ein Drittel, was allerdings nur ein grober Anhaltspunkt ist und nicht mit einer entsprechenden Kapazitätssteigerung gleichzusetzen ist.
Die letzte größere Änderung findet sich beim Arbeitsspeicher. Hier hat Apple nicht nur die Kapazität, sondern auch die Transferrate erhöht. Im iPhone 16 Pro wurde, das zeigt der Tear Down von iFixit(öffnet im neuen Fenster) , LPDDR5 mit 6.400 MT/s verbaut. Die Transferrate des mit den A19 genutzten Speichers wird allerdings erst ein Tear Down der neuen iPhones zeigen.
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