Appelle: Gegenaufruf zu Urheberrecht hat fast 5.000 Unterzeichner

Mit der Aktion "Wir sind die Bürger" mischen sich Aktivisten mit versöhnlichen Tönen in den Streit um ein neues Urheberrecht ein. Anonymous veröffentlicht indes Adressen.

Artikel veröffentlicht am , Kai Biermann/Zeit Online
Anonymous-Aktivisten stellten eine Liste mit Adressen und Telefonnummern von Künstlern ins Netz.
Anonymous-Aktivisten stellten eine Liste mit Adressen und Telefonnummern von Künstlern ins Netz. (Bild: Joel Saget/Getty Images)

Wenn derzeit jemand Urheberrecht ruft, ist die Chance groß, dass sich jemand anderes sofort darüber aufregt. Die Debatte darum, ob und wie das Urheberrecht angesichts der technischen Entwicklung reformiert werden muss, wird lauter und schriller. Bislang letzte Aktion einer längeren Reihe: Im Namen der Bewegung Anonymous stellten Unbekannte eine Liste mit Adressen und Telefonnummern von Künstlern ins Netz, die zuvor einen Aufruf mit der Überschrift "Wir sind die Urheber!" veröffentlicht hatten.

Inhalt:
  1. Appelle: Gegenaufruf zu Urheberrecht hat fast 5.000 Unterzeichner
  2. Wir sind die Bürgerinnen und Bürger

Die Adressliste wurde bei der Datentauschplattform Pastebin veröffentlicht. Sie enthält als Einleitung den relativ knappen Kommentar: "fuck your copyright blah blah blah, Homepage: http://www.wir-sind-die-urheber.de (U MAD?)." Sie soll also offensichtlich eine Kritik an der Aktion der vielen Künstler sein, die laut eigener Aussage mit "Sorge und Unverständnis" die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht verfolgen und sich gegen den "Diebstahl" ihrer Arbeit wenden.

Aufgelistet werden von Anonymous 52 Namen wie Sven Regener, Charlotte Roche und Günter Wallraff mit Adresse und Telefonnummer. Was nach einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts klingt, ist bei genauerem Hinsehen lediglich eine Sammlung von ohnehin öffentlichen Daten und damit eher ein Scherz.

Der Anwalt Arno Lampmann regt sich trotzdem darüber auf. Er schreibt in seinem Blog, die Aktion mit den "illegalen Links zu den geschützten Daten" sei ein "klarer und schwerwiegender Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht aller Beteiligten".

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Dabei stammen die Informationen entweder von der deutschen Internetregistrierungsstelle Denic oder von der internationalen Domainsuche Whois. Sie sind also die Informationen derjenigen, die Websites wie axel-hacke.de angemeldet haben. Solche Daten jedoch können von jedem abgerufen werden. Oder sie sind gleich aus Telefonbüchern kopiert und damit gerne mal falsch, da viele Prominente nicht in diesen Verzeichnissen stehen und es somit ihre Namensvettern traf. Die Drohung unter dem Dokument, man werde weitere Namen veröffentlichen, wenn die Künstler ihre Aktion nicht beenden, ist damit eher keine.

Viel Sympathie trägt die Aktion den Unbekannten sowieso nicht ein. Auf der Facebook-Seite, auf der die Pastebin-Liste veröffentlicht wurde, kommentieren Leser durchaus kritisch und nennen die Aktion unnötig und kontraproduktiv, da sie nur Angst mache, statt aufzuklären und Kompromisse zu vermitteln.

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Wir sind die Bürgerinnen und Bürger 
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Trollfeeder 16. Mai 2012

Wer wollte dich daran hindern, außer vielleicht unseren Ordnungshütern? Woher willst du...

keiner 15. Mai 2012

Wer nicht verkauft, der wird beklaut! Selbst schuld! Sehr schön zu sehen an der zweiten...

Trockenobst 15. Mai 2012

Und "Anonymous" steht für welche Ideale und wo sind ihre Namen, Telefonummern? Haha. Wer...

Trockenobst 15. Mai 2012

Im Prinzip gibt es einen stark wachsenden Second Hand Markt, weil die Leute 40-60...

d333wd 15. Mai 2012

Ich finde ein Privater Fernsehsender sollte DA mal einen Selbstversuch starten. :-D ~d333wd



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