App-Stores: Südkorea verabschiedet Gesetz zu Zahlungsmethoden

Wie The Register(öffnet im neuen Fenster) am 1. September 2021 berichtet, hat das südkoreanische Parlament ein Gesetz verabschiedet, wodurch Betreiber von App-Stores auch Zahlungsmethoden von Dritt-Anbietern erlauben müssen.
Dadurch sollen Unternehmen mit einer marktbeherrschenden Stellung davon abgehalten werden, ihre Zahlungsbedingungen so einzuschränken, dass alternative Zahlungsanbieter vom Geschäft der App- und In-App-Käufe ausgeschlossen werden.
Tech-Unternehmen warnen vor negativen Folgen
Daher zielt es direkt auf die Firmen Google und Apple ab, von denen letztere bereits vor den möglichen Folgen warnte. So wird eine höheren Möglichkeit für Betrügereien bei App-Käufen prognostiziert, da Drittanbieter möglicherweise nicht dieselben hohen Anforderungen an die Abwicklung von Käufen stellen, wie es bei Apple der Fall ist.
Google hingegen wies darauf hin, dass die bei Zahlungen erhobenen Gebühren der Weiterentwicklung von Android dienen. Die regionale Lobbygruppe Asia Internet Coalition(öffnet im neuen Fenster) bezeichnete das Gesetz zudem als entmutigend und warnte, dass dieses gegen internationale Handelsbedingungen verstoßen könnte.
Im weiteren Verlauf der Stellungnahme der Lobby-Gruppe heißt es: "Diese ausdrücklich diskriminierenden Änderungen kippen das Spielfeld zugunsten der koreanischen Inlands-App-Märkte und werden letztendlich koreanischen App-Entwicklern und Endnutzern schaden, die die Dienste schätzen, die im aktuellen koreanischen Mobile-App-Ökosystem angeboten werden."
Keine marktbeherrschende Stellung von Google
Dabei wird allerdings nicht berücksichtigt, dass die großen Tech-Unternehmen in Südkorea zum Teil keine marktbeherrschende Stellung einnehmen. So ist laut The Register die Suchmaschine Naver mit einem Marktanteil von über 50 Prozent dort der meistgenutzte Service.
Mit Hancon konnte zudem ein südkoreanisches Unternehmen den Marktanteil von Microsoft Office bei unter 80 Prozent halten und die Regierung benutzt Hancons eigenes Dateiformat für die Veröffentlichung staatlicher Dokumente.
Von Epic-Games, das mit Klagen gegen die Einschränkung von Zahlungsmethoden bereits auf sich aufmerksam machte, wurde bisher kein Statement abgegeben. Die Match-Group, zu der die Dating-App Tinder gehört, begrüßte die Regelung als willkommene Korrektur des App-Marktes.
Das Gesetz wurde als teilweise Ergänzung des Telekommunikationswirtschaftsgesetzes bereits am Dienstag, den 31. August 2021, von der Nationalversammlung verabschiedet und wartet nun noch auf die formale Bestätigung durch den südkoreanischen Präsidenten.



