Abo
  • Services:

Provisionen im App Store: Spotify nennt weitere Details im Streit mit Apple

Spotify sieht in der Erwiderung von Apple eine Bestätigung seiner Anschuldigungen. Der Musikstreaming-Dienst wirft Apple wettbewerbsfeindliches Verhalten vor. Mit seinem Widerspruch entlarvt sich Apple nach Ansicht von Spotify selbst.

Artikel veröffentlicht am ,
Spotify nennt weitere Details zu den Vorwürfen gegen Apple.
Spotify nennt weitere Details zu den Vorwürfen gegen Apple. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Zum Disput der beiden Unternehmen hat ein Spotify-Sprecher Variety gesagt: "Wir haben unsere Beschwerde eingereicht, weil Apples Handlungen den Wettbewerb und die Verbraucher schädigen und einen klaren Gesetzesverstoß darstellen. Dies zeigt sich in der Überzeugung von Apple, dass die Benutzer von Spotify auf der iOS-Plattform Apple-Kunden sind und nicht Spotify-Kunden, was den Kern des Problems mit Apple betrifft".

Stellenmarkt
  1. Franke Coffee Systems GmbH, Grünsfeld
  2. opta data Abrechnungs GmbH, Essen

"Jeder Monopolist wird behaupten, dass er nichts Falsches getan hat, und wird argumentieren, dass er die Interessen von Wettbewerbern und Verbrauchern in den Mittelpunkt stellt", so die Überzeugung von Spotify. Die Antwort von Apple habe damit Spotifys Erwartungen entsprochen, heißt es.

Spotify reichte vor einigen Tagen Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Darin wird Apple ein unfairer Umgang mit Wettbewerbern vorgeworfen. Spotify sieht es als Problem, dass Apple sowohl Anbieter einer Plattform für Dienste wie Spotify ist und zugleich mit Apple Music ein Konkurrenzprodukt zu Spotify anbietet. In dieser Doppelrolle verschaffe sich Apple Vorteile gegenüber der Konkurrenz, lautet der Vorwurf von Spotify.

EU-Kommission will den Fall untersuchen

Die EU-Kommission hat bereits reagiert. "Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Wenn Kunden über eine App wie Spotify ein Abo des Dienstes buchen, behält Apple dafür eine Provision von 30 Prozent ein. Wenn das Abo weiterläuft, reduziert sich Apples Provision auf 15 Prozent. Damit sich Spotifys Einnahmen dadurch nicht verringern, müsste der Anbieter den Standardpreis von 10 Euro für das Abo erhöhen. Dann wäre Spotify nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber Apples eigenem Musikstreamingabo, das Kunden von einem Apple-Gerät für 10 Euro buchen können.

Spotify hat nach eigenen Angaben zwar die Möglichkeit, das Abo nur noch abseits von Apples Buchungssystem anzubieten - so handhabt das Unternehmen das bereits länger - dann gibt es aber neue Probleme. Nach Unternehmensberichten hat Apple immer wieder Updates der Spotify-App unterbunden. Apple hat auf die Vorwürfe in einer Pressemitteilung reagiert und angegeben, Apple habe nur einmal Anpassungen an der Spotify-App eingefordert - seinerzeit habe Spotify versucht, gegen die Regeln im App Store zu verstoßen.

Spotify listet Vorwürfe auf

Auf einer von Spotify bereitgestellten Webseite hat der Musikstreaming-Dienst seine Argumente im Konflikt mit Apple zusammengetragen. Die Webseite mit dem Titel Time to Play Fair beschreibt in zeitlicher Abfolge den Konflikt mit Apple - aus Sicht von Spotify. Im Unterschied zu Apple nennt Spotify vier Vorfälle, bei denen Apple die Freigabe eines Updates der Spotify-App unterbunden haben soll.

Spotify beklagt sich vor allem darüber, dass die Regeln für den App Store immer wieder von einen Tag auf den anderen geändert würden. Nachdem Spotify eine Abobuchung über die iOS-App nicht mehr angeboten hatte, wollte es Kunden innerhalb der App informieren, wie sie ein Abo buchen können. Das soll für Apple wiederholt ein Grund gewesen sein, App-Updates abzuweisen. Derzeit gibt es nur den Hinweis, dass eine Abobuchung nicht über die Spotify-App möglich ist.

Im November 2017 sollte die Spotify-App auf ein spezielles Angebot bei Buchung eines Abos hinweisen, die App wurde abgelehnt. Nach Aussage von Spotify hatte Apples Chefjurist genau einen solchen Hinweis in einer App ein Jahr zuvor für unbedenklich erklärt - nun untersagte Apple ein solches Update. Im Mai 2018 soll Spotify Ärger von Apple bekommen haben, weil in einem Screenshot der Spotify-App der Hinweis "kostenlos" zu lesen war.

Apple gewährt sich Ausnahmen

Auf der Time-to-Play-Fair-Webseite schildert Spotify die über lange Jahre erfolglosen Versuche, eine App für die Apple Watch anbieten zu können. Demnach hatte sich Spotify seit April 2015 mehrfach darum bemüht, eine App für die Apple Watch anbieten zu dürfen. Erst im September 2018 habe Apple dies ermöglicht. Die Spotify-App für die Apple Watch hatte zahlreiche Einschränkungen - vor allem im Vergleich zu Apple Music. Derzeit ist unklar, ob das an Spotify oder an Apple liegt.

Zum Ende hin greift Spotify einen Vorfall vom Februar 2019 auf: Apple hatte Push-Mitteilungen auf iOS-Geräte versendet, in denen Apple-Music-Kunden anderen Kunden einen Gratismonat spendieren können, wenn sie über eine Empfehlung einen neuen Kunden werben. In den Apple-Store-Richtlinien heißt es, dass solche Push-Benachrichtigungen nicht für Werbung oder Direktmarketing verwendet werden dürfen. Bereits damals hieß es von Beobachtern, dass Apple sich hier Ausnahmen erlaubt, die anderen Unternehmen im App Store nicht gewährt würden. Das sieht auch Spotify so. Bisher hat Apple auf die detaillierten Schilderungen von Spotify nicht reagiert.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,49€
  2. (-68%) 15,99€
  3. 32,95€
  4. 5,99€

plutoniumsulfat 20. Mär 2019 / Themenstart

Das wird nicht funktionieren, weil man Apple Music dann kostenlos nutzen können müsste...

Lord Gamma 20. Mär 2019 / Themenstart

... am liebsten als Option, also ein- und ausschaltbar.

robinx999 20. Mär 2019 / Themenstart

Hab ich irgendwo etwas anderes behauptet? Ich wüsste aber trotztdem nicht wie ich eine...

Balion 18. Mär 2019 / Themenstart

Steht nicht im Artikel, dass es Spotify genau so macht wie vom TE geschrieben die...

Lord Gamma 18. Mär 2019 / Themenstart

Stockholm-Syndrom vom Feinsten

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


LG G8 Thinq - Hands on (MWC 2019)

LG hat auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona das G8 Thinq vorgestellt. Das Smartphone kann mit Luftgesten gesteuert werden. Wir haben viele Muster in die Luft gemalt, aber nicht immer werden die Gesten korrekt erkannt.

LG G8 Thinq - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. EC2 G4 AWS nutzt Nvidias Tesla T4 für Inferencing-Cloud
  2. Zotac Geforce GTX 1660 Ti im Test Gute 1440p-Karte für unter 300 Euro
  3. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX

Fido-Sticks im Test: Endlich schlechte Passwörter
Fido-Sticks im Test
Endlich schlechte Passwörter

Sicher mit nur einer PIN oder einem schlechten Passwort: Fido-Sticks sollen auf Tastendruck Zwei-Faktor-Authentifizierung oder passwortloses Anmelden ermöglichen. Golem.de hat getestet, ob sie halten, was sie versprechen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. E-Mail-Marketing Datenbank mit 800 Millionen E-Mail-Adressen online
  2. Webauthn Standard für passwortloses Anmelden verabschiedet
  3. Studie Passwortmanager hinterlassen Passwörter im Arbeitsspeicher

Pauschallizenzen: CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
Pauschallizenzen
CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern

Absurder Vorschlag aus der CDU: Anstatt die Urheberrechtsreform auf EU-Ebene zu verändern oder zu stoppen, soll nun der "Mist" von Axel Voss in Deutschland völlig umgekrempelt werden. Nur "pures Wahlkampfgetöse" vor den Europawahlen, wie die Opposition meint?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Europawahlen Facebook will mit dpa Falschnachrichten bekämpfen
  2. Urheberrecht Europas IT-Firmen und Bibliotheken gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform

    •  /