App-Store-Regeln: Kaspersky Lab wirft Apple wettbewerbswidriges Verhalten vor

Apple sieht sich nicht nur in der EU, sondern auch in Russland Vorwürfen ausgesetzt, den Wettbewerb zu behindern. Während sich in der EU Spotify über Apple beklagt hat, gibt es in Russland eine Beschwerde des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab. Der Hersteller wirft Apple vor, willkürlich Regeln im App Store zu ändern. So habe ein neues Regelwerk dazu geführt, dass Kaspersky Lab eine seit fast drei Jahren im App Store verfügbare App anpassen muss, damit sie den Anforderungen Apples entspricht.
In dem Fall geht es um eine Sicherheitssoftware, mit der sich der Zugriff auf Smartphone-Apps steuern lässt. Sie heißt Safe Kids und dient vor allem Eltern dazu, ihrem Nachwuchs eine gesteuerte Nutzung des Smartphones zu ermöglichen. Kinder erhalten dank der Software keinen allgemeinen Zugriff auf das Smartphone, nur ausgewählte Apps und Bereiche sind dann für die Kinder nutzbar. Zudem kann der Zugriff auf den Safari-Browser blockiert werden. Stattdessen wird ein in der Safe-Kids-App enthaltener Browser verwendet, der nur den Zugriff auf bestimmte Webseiten erlaubt. Dafür nutzt die App verschiedene Profile, damit Eltern den Zugriff für die Kinder konfigurieren können.
Laut Apple gibt es seit kurzem den Paragrafen 2.5.1, der Apps den Einsatz von Profilen pauschal untersagt. Der neue Paragraf gilt laut Kaspersky Lab seit der Einführung der neuen iOS-Funktion Bildschirmzeit, mit der Anwender die eigene Nutzungszeit des Smartphones im Blick haben und auch zeitliche Beschränkungen festlegen können. Es ist Apples eigene Version einer Kontrolle für den Zugriff auf Apps.
Vorwurf: Apple nutzt seine Marktmacht aus
Kaspersky Lab sieht im Vorgehen von Apple eine Ausnutzung der Marktmacht des iPhone-Herstellers. Es sei problematisch, dass Apple der Anbieter des Betriebssystems ist und zugleich die Regeln vorgibt, nach denen Apps im App Store erscheinen dürfen. Im aktuellen Fall könnten Anbieter für Apps für eine Zugriffskontrolle diese Kunden verlieren, wenn sie wesentliche Funktionen aus ihren Apps entfernen müssen, damit sie weiterhin im App Store verfügbar sind.
Das IT-Sicherheitsunternehmen sieht die Gefahr, dass es langfristig in diesem Marktsegment ein Monopol durch Apple gibt, weil anderen Anbietern untersagt werde, Apps mit einer vergleichbaren Funktion anzubieten. Denn es gibt abseits des App Store regulär keine andere Möglichkeit, eine App zu installieren. Hier agiert Google anders, das auch alternative Stores parallel neben dem Play Store zulässt, so dass App-Anbieter auch einen weiteren Weg haben, um auf Android-Geräte zu gelangen.
Kaspersky Lab gibt in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) an, dass auch andere Anbieter von Apps für den geregelten Zugriff auf Apps auf dem Smartphone von den Einschränkungen betroffen sind. Dazu gehören demnach die Apps Adguard sowie Kidslox.
Nach Angaben von Kaspersky Lab habe es Versuche gegeben, mit Apple das Problem zu lösen, jedoch ohne Erfolg, woraufhin sich das Unternehmen nun an die russischen Wettbewerbshüter wandte. Innerhalb der EU wird gerade geprüft, ob aufgrund einer Beschwerde von Spotify eine Untersuchung gegen Apple eingeleitet wird .



