App-Store-Provisionen: US-Politiker vergleicht Apples Methoden mit Straßenraub

Der Streit um die E-Mail-App Hey geht weiter. Für den App Store für MacOS verweigert Apple eine Veröffentlichung der App.

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Der Streit von Apple und Basecamp um die Hey-App geht weiter.
Der Streit von Apple und Basecamp um die Hey-App geht weiter. (Bild: Norikazu Tateishi/Reuters)

Apple hat im Streit um die App-Store-Richtlinien für die E-Mail-App Hey weitere Details bekanntgegeben. Zudem hat David Cicilline, der Vorsitzende des Kartellausschusses im US-Repräsentantenhaus, The Verge ein Interview zu dem Fall gegeben und findet deutliche Worte für das Vorgehen von Apple zur E-Mail-App Hey.

"Wegen seiner Marktmacht verlangt Apple exorbitante Gebühren - im Grunde genommen ist das Straßenraub - und nötigt die Leute, 30 Prozent zu zahlen oder verweigert ihnen den Zugang zu ihrem Markt", sagte Cicilline. "Es erdrückt kleine Entwickler, die mit dieser Art von Zahlungen einfach nicht überleben können. Wenn es auf diesem Markt echte Konkurrenz gäbe, würde dies nicht geschehen."

"Viele Menschen haben sich gemeldet, um ihre Erfahrungen zu teilen, die Angst vor wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen haben, die Angst haben, dass sie die wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen, die diese großen Plattformen aufgrund ihrer Macht auferlegen können, nicht überleben können, und wir beabsichtigen, diese Anschuldigungen sehr ernsthaft zu verfolgen", sagte Cicilline. "Dies ist ein echtes Problem auf dem Markt. Dies ist eine direkte Folge der enormen Marktmacht und der Tatsache, dass Apple der Torwächter für diese Entwickler ist, und wir haben viele, viele Beispiele gehört."

Apple gibt die Hey-App für Mac nicht frei

The Verge hat von Basecamp Unterlagen erhalten, die das Unternehmen von Apple bekommen hat. Denn der Streit um die Einhaltung der App-Store-Regeln rund um die E-Mail-App Hey läuft weiter. Demnach bleibt Apple dabei, dass die E-Mail-App Hey gegen App-Store-Richtlinien verstoße. Der Anbieter müsse sie anpassen.

Nach Apples Ansicht hätte die App nie freigeschaltet werden dürfen. Damit begründet das Unternehmen auch den Schritt, eine Mac-Version der Hey-App nicht für den hauseigenen App Store freizuschalten. In dem Schreiben von Apple heißt es: "Die Hey-E-Mail-App wird als E-Mail-App im App Store vermarktet, aber wenn Nutzer die App herunterladen, funktioniert sie nicht."

Bei Hey handelt es sich um eine App für einen kostenpflichtigen E-Mail-Dienst, bei dem ein Abo abgeschlossen werden muss. Apple verlangt, dass aus der App heraus eine Buchung des Abos über Apples Bezahlsystem erfolgen muss. Das würde bedeuten, dass Apple 15 bis 30 Prozent der Einnahmen erhält, die Basecamp damit erzeugt.

Apple macht Basecamp einen Vorschlag

Apple schlägt eine Lösung vor: Basecamp soll die Hey-App so überarbeiten, dass E-Mail-Dienste von anderen Anbietern damit genutzt werden können. Dabei müsse es sich um kostenlos nutzbare Dienste handeln. Dann würde Apple Updates für die App auch wieder freischalten.

Aktuell wird weitere Kritik an Apples App-Store-Provision laut, nachdem die EU-Kommission nach Beschwerden von Konkurrenten mit Untersuchungen begonnen hat, die klären sollen, ob Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store betreibt. Die Unternehmen hinter Fortnite und Tinder kritisieren Apples Vorgaben bei App-Abos und dem App-Store-Monopol. Beide Unternehmen bemängeln, dass Apple durch sein Vorgehen die Gewinnmargen der Konkurrenz verringert und zugleich die Kundschaft im App Store höhere Preise habe zahlen müssen.

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Oekotex 22. Jun 2020

Dann kann mans beim AppStore ja auch ganz locker so sehen: Im AppStore wurden bestimmte...

wo.ist.der... 20. Jun 2020

Spotify und Netflix haben deshalb die Möglichkeit das Abo in der Apple app abzuschließen...

goto10 19. Jun 2020

Vorauseilender Gehorsam?

andy_0 19. Jun 2020

Tut mir leid aber deine Prämisse ist so nicht haltbar. Die Präsenz in einem Laden ist...



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