App Store: CEO von Proton Mail vergleicht Apple mit Mafia

Apple soll Entwickler dazu gezwungen haben, ihren Anwendungen In-App-Käufe hinzuzufügen. Programmierer beschreiben eine konstante Angst um die Verfügbarkeit ihrer Apps.

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Apple soll Entwickler unter Druck setzen.
Apple soll Entwickler unter Druck setzen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Der CEO von Proton Mail, Andy Yen, hat Apple und seine Methoden im App Store mit der Mafia verglichen. Das schreibt das Onlinemagazin The Verge, das ein Interview mit Yen geführt hat. Es geht um die Praxis, dass Apple zahlreichen App-Entwicklern die Implementierung von In-App-Käufen aufgezwungen haben soll, ohne die die Anwendungen keine Zulassung mehr für den App Store bekommen hätten.

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Yen zufolge gab es Proton Mail zwei Jahre lang kostenlos und ohne In-App-Käufe im App Store. Auf der Webseite des Anbieters konnten Nutzer ein Abo abschließen. Yen zufolge soll Apple dem Entwickler dann mitgeteilt haben, dass dies gegen die App-Store-Regeln verstoße und Proton Mail das Abo als In-App-Kauf anbieten müsse. Auf diese Weise bekommt Apple 30 Prozent des Umsatzes, der bei einem Abo-Abschluss über die Webseite von Proton Mail entfallen würde.

"Sobald sich die Uploads und Downloads erhöhen, fängt Apple an, sich deine Situation genauer anzuschauen", sagt Yen. "Wie es sich für eine gute Mafia-Erpressung gehört, kommen sie dann, um Geld aus dir rauszuschütteln." Yen hat seine Vorwürfe auch vor einem Ausschuss des US-Kongresses vorgetragen, in dem es um mögliche Monopole bei Amazon, Apple, Facebook und Google geht.

Entwickler trauen sich nicht, In-App-Käufe wieder zu entfernen

Apple hat Yen zufolge zahlreiche Entwickler unter Zuhilfenahme teils fadenscheiniger Begründungen dazu gedrängt, In-App-Käufe in ihre Anwendungen zu integrieren. Mittlerweile hat Apple für Apps wie E-Mail-Clients eine Ausnahmeregel geschaffen - Yen hat sich bislang aber nicht getraut, die In-App-Käufe wieder zu entfernen. Er fürchtet eine erneute Einmischung Apples und die mögliche Löschung von Proton Mail aus dem App Store.

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The Verge zufolge geht dies nicht nur Yen so: Auch andere Entwickler scheuen sich, die verordneten In-App-Käufe wieder zurückzunehmen. Dabei steht vor allem die Befürchtung im Raum, dass, je nachdem, welcher Mitarbeiter des App-Store-Teams die Lage bewertet, eine Löschung erfolgt.

Yen musste die Preise für die In-App-Käufe von Proton Mail erhöhen, um die 30-Prozent-Abgabe finanzieren zu können - sein Unternehmen hat keine derartig große Marge. Das dürfte nicht nur Yen und Proton Mail betreffen: Yen hält es für unfair, mit Apples eigenen Apps konkurrieren zu müssen, wenn noch 30 Prozent des Umsatzes abgeben werden müssen.

Apple sieht Regeln fair angewendet

Apple will sich eigenen Angaben zufolge nicht an Entwicklern rächen, sondern mit diesen daran arbeiten, ihre Apps im App-Store zu veröffentlichen. Eigenen Angaben zufolge werden dabei die Regeln fair angewendet.

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Dwalinn 14. Okt 2020

Stimmt, mit der Oma und ihrem 60¤ Android Telefon kann man sicher gut verdienen.

My1 13. Okt 2020

naja eine reader app hat den sinn eine dienstleistung die außerhalb der app angeboten...

theSens 12. Okt 2020

*facepalm* Ich hab das gefühlt 10 mal gelesen und erst jetzt gesehen das da entfallen...

mbirth 11. Okt 2020

D43 Wrote: Das wird der einzige Weg sein, dass sich in diesen Berufsgruppen überhaupt mal...

tomate.salat.inc 11. Okt 2020

Dann erkläre mir doch mal bitte, warum der Cydia-Store damals so gut ging - wenn doch...



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