App Store: Bundeskartellamt untersucht Apples Anti-Tracking

Die Aufsichtsbehörde hat den Verdacht, dass Apple die eigenen Angebote bevorzugt und damit der Konkurrenz schadet.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Bundeskartellamt schaut sich Apples Praktiken genauer an.
Das Bundeskartellamt schaut sich Apples Praktiken genauer an. (Bild: Greg Baker/AFP via Getty Images)

Das Bundeskartellamt hat eine Untersuchung gegen die Anti-Tracking-Regelungen von Apple eingeleitet, teilte die Behörde mit. Dabei steht die Art und Weise im Fokus, wie Apple seinen Nutzern ermöglicht, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen.

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Das Bundeskartellamt will nun untersuchen, ob die Regelungen die eigenen Angebote von Apple bevorzugt behandeln oder andere Unternehmen behindern könnten. Apple wies die Vorwürfe zurück.

Die im Sommer 2020 angekündigte Funktion App Tracking Transparency (ATT) wurde nach Protesten der werbetreibenden Industrie im April 2021 beim iPhone, iPad und dem Apple TV eingeführt. Unternehmen wie Meta (Facebook, Instagram und Whatsapp), die stark von Werbeeinnahmen abhängig sind, beklagten sich, dass sie ohne Tracking nicht mehr zielgenau Werbung ausspielen könnten und große Einnahmeverluste hinnehmen müssten.

Apple wird Machtmissbrauch vorgeworfen

In Deutschland reichten Spitzenverbände der Medien-, Internet- und Werbewirtschaft noch im April 2021 eine Beschwerde gegen Apple beim Bundeskartellamt ein. Sie machten geltend, dass das Unternehmen mit ATT seine Marktmacht missbrauche und gegen Kartellrecht verstoße.

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Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, sagte, man begrüße datenschonende Geschäftsmodelle, die den Nutzern Wahlmöglichkeiten über die Verwendung ihrer Daten einräumten. "Ein Konzern wie Apple, der die Regeln in seinem Ökosystem und speziell im App Store einseitig festlegen kann, sollte diese aber wettbewerbskonform gestalten." Daran bestünden begründete Zweifel, wenn Apple Regeln für Dritte festlege, die aber ausgerechnet für Apple nicht gelten sollten.

Die Anti-Tracking-Maßnahmen gelten nicht für Apple-Dienste

Der Behördenchef sagte, die Nutzer könnten in den Einstellungen zwar auch gegenüber Apple die Verwendung ihrer Daten im Hinblick auf deren Nutzung für personalisierte Werbung einschränken. Allerdings unterliege Apple - so der vorläufige Stand - nicht den neuen und zusätzlichen ATT-Regelungen.

Apple erklärte, das Datenschutzkonzept ATT gebe Nutzern die Wahl zu entscheiden, ob Apps sie tracken oder ihre Informationen an Dritte weitergeben dürften oder nicht. "ATT hindert die Unternehmen nicht daran, Werbung zu schalten, und sie schränkt auch nicht die Verwendung der Daten ein, die sie von Nutzern mit deren Zustimmung erhalten."

Diese Regeln gelten nach Angaben von Apple für alle Entwickler, einschließlich Apple. Ein Firmensprecher verwies gleichzeitig auf die großen Zuspruch, den Apple von Behörden und Datenschützern für diese Funktion erhalten habe. "Apple hält sich an einen höheren Datenschutzstandard als fast jedes andere Unternehmen, indem es Nutzern die Möglichkeit gibt, selbst zu entscheiden, ob sie personalisierte Werbung wünschen oder nicht." Apple werde weiterhin konstruktiv mit dem Bundeskartellamt zusammenarbeiten, um alle Fragen zu klären.

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