App Store: Apple überprüft Privacy-Label nur unzureichend

Der Journalist Geoffrey Fowler von der Washington Post hat bei einer stichprobenartigen Überprüfung einiger Dutzend Anwendungen in Apples App Store herausgefunden, dass die Programme weitaus mehr Daten sammeln als angezeigt. Apple hat im Dezember 2020 sogenannte Privacy Label eingeführt , die Nutzern direkt aufzeigen sollen, welche Art von Daten von den Apps gesammelt und weitergeleitet werden.
So konnte Fowler etwa feststellen(öffnet im neuen Fenster) , dass unter anderem eine App für Kinder ab vier Jahren zahlreiche Gerätespezifikationen an Facebook, Google und einen Dienst namens GameAnalytics weiterleitet. Auch schickte das Programm Informationen zur Telefon-ID, dem Akkustand, dem freien Speicherplatz, dem ungefähren Standort und dem Lautstärkelevel an einen anderen Dienst. Aufgrund der Privacy Label war dies nicht ersichtlich.
Andere Anwendungen sammelten ebenfalls weitaus mehr Daten als angezeigt. Einige App-Anbieter reagierten nach einer Anfrage von Fowler und passten die Datenschutzangaben an, von anderen erhielt der Journalist keine Rückmeldung.
Angaben beruhen offenbar auf Vertrauensbasis
Apple vertraut offenbar auf die Richtigkeit der Aussagen, die die Entwickler machen. Wie Apple in einem Dokument(öffnet im neuen Fenster) erklärt, basieren die Datenschutz- wie auch die Altersangaben im Normalfall ungeprüften Angaben der Entwickler. Aktiv wird Apple wohl erst, wenn ein Problem gemeldet wird.
Sich auf die Aussagen von App-Entwicklern zu verlassen, die mit dem Verkauf von Daten Geld machen, scheint etwas blauäugig zu sein. Fowler zweifelt in seinem Artikel entsprechend den Nutzen der Label an, obschon sie ein Schritt in die richtige Richtung seien.