App Store 2.0: Apple ändert Umsatzmodell und führt App-Abos ein
Phil Schiller, Apples Senior Vice President für weltweites Marketing und verantwortlich für den App Store , hat in Interviews mit The Loop(öffnet im neuen Fenster) und The Verge(öffnet im neuen Fenster) bereits vor der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 (Worldwide Developers Conference) wichtige Änderungen im App Store verkündet.
iOS-Apps künftig auch im Abo erhältlich
Die wichtigste Veränderung sind Abonnements. Apps können nach der Umstellung, die vermutlich mit dem Erscheinen von iOS 10 einhergeht, als Abo angeboten werden. Bislang wurden Apps entweder einmalig verkauft oder waren kostenlos. Mit den Abos wird Softwareanbietern ein weiterer Weg eröffnet, ihre Produkte zu vermarkten.
Apple plant unterschiedliche Preisstaffeln, aus denen der Anbieter wählen kann. Schiller sprach von rund 200 verschiedenen Staffeln. So könnte die Nutzung von Apps an monatliche oder jährliche Gebühren gekoppelt werden. Für die Anbieter eröffnet sich so die Möglichkeit des kontinuierlichen Umsatzes. Zahlreiche Entwickler hatten sich zuvor beklagt, dass sie Updates ihrer Apps nicht verkaufen könnten, weil der App Store so etwas nicht zulasse. Ein Abo ist allerdings etwas anderes als die Möglichkeit, Updates zu verkaufen.
Bei Abonnements verlangt Apple eine geringere Umsatzprovision als bei Einmalverkäufen. Während sonst 30 Prozent üblich sind, werden bei Abos nur 15 Prozent des Umsatzes fällig, allerdings erst nach dem zweiten Jahr.
Außerdem will Apple künftig Werbung im App Store zulassen. Diese soll aber nur in den Suchergebnissen und nicht auf anderen Seiten des Stores auftauchen. Zum Start soll Werbung nur im US-Angebot eingeblendet werden, wobei Apple laut Schiller bei einer Suchanfrage nur eine Werbeeinblendung erlauben will.
Ignoriert Apple weitere Forderungen?
Ob Apple auf weitere Forderungen der Entwickler eingeht, ist nicht bekannt. Ende November verlangten einige Entwickler, dass es Testversionen von Apps geben müsse, mit denen Kunden die Leistungsfähigkeit von Anwendungen vor einem möglichen Kauf prüfen könnten. Nutzer können allerdings schon jetzt bei Fehlkäufen die App zurückgeben und das Geld zurückerhalten.
Außerdem könnten die Entwickler, so die weitere Kritik, nicht mit Kunden direkt in Kontakt treten. Apple gebe die Adressen der Käufer nicht weiter. Auch eine direkte Antwortfunktion für Kritiken im iTunes App Store ist bisher nicht vorhanden.
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