App für Packstationen: DHL stoppt mTAN-Verfahren wegen Sicherheitslücke

Eine neue Funktion in einer Smartphone-App hat zu Sicherheitsproblemen bei DHL-Packstationen geführt. Kriminelle konnten sich offenbar auf einfache Weise Zugang zu Schließfächern verschaffen.

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Diese Funktion ist in der DHL-App vorerst nicht mehr verfügbar.
Diese Funktion ist in der DHL-App vorerst nicht mehr verfügbar. (Bild: Deutsche Post)

Eine Neuerung beim mTAN-Verfahren der DHL-Packstationen hat zu einer schweren Sicherheitslücke geführt. Wie das Computermagazin c't berichtet, konnten sich Kriminelle mit Hilfe der Zugangsdaten der Postkunden relativ leicht Zugang zu Schließfächern an Packstationen verschaffen. Der Logistikkonzern habe das eigentlich sichere mTAN-Verfahren per SMS dadurch ausgehebelt, dass der vierstellige Zugangscode seit Juni auch über die Smartphone-App DHL Paket zugesendet werden konnte. Dadurch sei es deutlich einfacher geworden, die mTAN abzugreifen.

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Laut c't reichte es dazu aus, einen Kundenaccount bei DHL zu übernehmen. Ein Zugriff auf die hinterlegte Handynummer sei nicht erforderlich gewesen. Die zur Abholung erforderlichen Kundenkarten seien zudem leicht zu klonen. Mit Magnetkartenschreibern erstellten sich Kriminelle seit Jahren Duplikate, die von den Packstationen problemlos akzeptiert würden. Dazu sei nicht einmal ein Zugriff auf die Originalkarte nötig. Alle erforderlichen Daten seien über das gehackte Konto bei paket.de abrufbar.

DHL stritt Probleme zunächst ab

Entdeckt hatte das Problem zunächst der Sicherheitsexperte Hanno Heinrichs. Das Unternehmen wiegelte dem Bericht zufolge zunächst ab, als es am 8. Juni auf die Sicherheitslücke hingewiesen worden war. DHL erklärte demnach, dass "durch dieses zusätzliche Angebot kein erhöhtes Sicherheitsrisiko" entstehe und fügte hinzu: "Die bestehenden Betrugspräventions-Maßnahmen bleiben bestehen." Nachdem in Untergrund-Foren jedoch ein Tool verkauft worden sei, mit dem die Sicherheitslücke ausgenutzt werden konnte, habe DHL reagiert. Der Logistiker erklärte, bereits "risikomindernde Maßnahmen" ergriffen zu haben, "die eine missbräuchliche Nutzung technisch erkennen und präventiv abwehren (bspw. die Sperrung von bekannten unsicheren Anfragequellen)."

Am vergangenen Montag habe das Unternehmen schließlich mitgeteilt, dass die Übertragung per App aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden solle. Man werde die Funktion technisch weiter optimieren, ehe sie wieder in Betrieb genommen werde. Die Täter sollen gekaperte Konten weniger dazu nutzen, um Pakete aus den Packstationen zu stehlen. Vielmehr würden die Schließfächer genutzt, um sich illegale Waren wie Drogen auf fremde Namen liefern zu lassen.

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