Gesundheit: Apps auf Rezept sind teuer und meist nutzlos

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben bereits über 55 Millionen Euro für Digitale Gesundheitsanwendungen ausgegeben. Die Bilanz nach zwei Jahren ist ernüchternd.

Artikel von Stefan Krempl veröffentlicht am
Wie nützlich sind Gesundheits-Apps?
Wie nützlich sind Gesundheits-Apps? (Bild: Kampus Production/Pexels)

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zeigt sich nach mehrjährigen Erfahrungen mit der Verschreibung Digitaler Gesundheitsanwendungen (Diga) ernüchtert über die bisherige Bilanz. Seit rund zwei Jahren könnten die "Apps auf Rezept" von Ärzten verordnet oder von Krankenkassen genehmigt werden, um die Versicherten "bei der Erkennung, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten zu unterstützen", schreibt die Verbandsvorsitzende Stefanie Stoff-Ahnis im jetzt vom Bundestag veröffentlichten 2. Diga-Bericht. Für die Mehrheit der Anwendungen hätten bei Aufnahme in das Diga-Verzeichnis aber "keine positiven Versorgungseffekte nachgewiesen werden können".

Inhalt:
  1. Gesundheit: Apps auf Rezept sind teuer und meist nutzlos
  2. Die Preise sind exorbitant - und steigen noch

Die neue Bestandsaufnahme liefert einen Überblick zur Entwicklung bis Oktober 2022, nachdem der GKV-Spitzenverband im ersten Bericht das Geschehen bis Ende 2021 beleuchtet hatte. Seit Aufnahme der ersten Diga im September 2020 ist der Katalog erstattungsfähiger Anwendungen im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) demnach stetig auf 33 Apps auf Rezept angewachsen.

Schon über 55 Millionen Euro Kosten

Bis zum 30. September 2022 nahmen Versicherte Diga 164.000 Mal in Anspruch. Dies entspricht Leistungsausgaben in Höhe von 55,5 Millionen Euro im Berichtszeitraum.

Zwei Drittel der Anwendungen sind Stoff-Ahnis zufolge aber nur vorläufig in den Katalog aufgenommen worden. Von den im Laufe ihres zweiten Erprobungsjahres dauerhaft für die Regelversorgung zugelassenen Diga seien drei Apps "nicht im vollen Indikationsumfang übernommen" worden, da das BfArM bei diesen nur für einen Teilbereich einen Nutzen anerkannt habe.

M-sense, Mika und Rehappy werden nicht mehr unterstützt

Das betrifft die prinzipiell stark beanspruchte Schmerzlinderungs-App Vivira, wo die Indikationsbereiche Knie und Hüfte nicht mehr anerkannt werden, die Diga Selfapys für einen Onlinekurs bei Depression und die App Zanadio, die Patienten bei der Gewichtsreduktion unterstützen soll. Letztere gibt es nun nur noch für weibliche und diverse Patientengruppe auf Rezept.

Drei weitere probeweise eingeführte Diga sind laut dem Report ganz aus dem Verzeichnis gestrichen worden. Dabei handelt es sich um M-sense Migräne, Mika zur digitalen Unterstützung bei der Diagnose Krebs und die Schlaganfall-App Rehappy. Alle diese Anwendungen mussten laut Stoff-Ahnis von der GKV teils oder ganz finanziert werden, "obgleich sie keine Versorgungsverbesserungen für die Versicherten nachweisen konnten".

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Die Preise sind exorbitant - und steigen noch 
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mackes 18. Jan 2024 / Themenstart

Ja klar, wenn sie sich an Fachpersonal richten oder mit einem Gerät beispielsweise zur...

grumbazor 18. Jan 2024 / Themenstart

finde die Inhalte von Liebsher und Bracht auf youtube ziemlich gut, sich aber nur auf...

jothme 18. Jan 2024 / Themenstart

Aktuell gibt es keine Therapieplätze? Das sogenannte Systemversagen gibt es...

HeiligerBimBam86 18. Jan 2024 / Themenstart

"Was der Gesetzgeber auf jeden Fall machen sollte wäre eine Zuzahlung für digitale Apps...

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