Apothekerverbände: E-Rezept hat noch gravierende technische Probleme
Das E-Rezept hat innerhalb weniger Wochen die Arzneimittelversorgung erleichert, leidet aber noch unter Kinderkrankheiten. Das ergab eine von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Auftrag gegebene Umfrage bei rund 1.100 Apothekern, die am 4. März 2024 vorgelegt wurde(öffnet im neuen Fenster) . Während noch im Dezember 2023 die meisten Verordnungen über sogenannte Muster-16-Formulare in die Apotheken kamen, gaben schon einen Monat später rund 40 Prozent der befragten Apotheken an, einen E-Rezept-Anteil zwischen 51 und 70 Prozent zu haben. Weitere 39 Prozent erreichten über 70 Prozent.
Doch der neue Einlöseweg über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) macht noch Probleme. Fast die Hälfte der Apotheken hat bei maximal 20 Prozent der E-Rezepte Schwierigkeiten. Ein gutes Drittel gab an, dass bei 21 bis zu 40 Prozent der E-Rezepte Probleme auftauchen.
Knapp 70 Prozent gaben an, dass verspätet verfügbare E-Rezepte die meiste Mehrarbeit in der Apotheke erzeugt. Hintergrund des Problems sei, dass zahlreiche Arztpraxen noch mit der Stapelsignatur arbeiten, bei der die E-Rezepte gebündelt für die Abgabe in der Apotheke freigegeben werden.
Jede zehnte Apotheke nannte lange Antwortzeiten in der Telematikinfrastruktur (TI) als größtes Problem, das es vor dem E-Rezept noch nicht gab. Insgesamt sieht fast die Hälfte der Befragten derzeit noch erhebliche technische Mängel bei der Implementierung des E-Rezepts.
Ärztinnen und Ärzte sowie die Betreiber ihrer Praxisverwaltungssysteme seien anzuhalten, verbindlich die Komfortsignatur vorzunehmen, sagte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. "Für weitere Übertragungsverfahren, die ausschließlich Großkonzernen helfen sollen, ist kein Bedarf. Für die E-Rezept-App der Gematik erwarten wir allerdings eine Überarbeitung. Diese App braucht eine bessere Handhabung und leichtere Bedienbarkeit" , erklärte sie.
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