Apollo vs. Artemis: Weltraumtoiletten, explodierende Kosten und ein Hopser
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Die beiden Programme für eine bemannte Mondlandung, Apollo und Artemis, lassen sich nur bedingt vergleichen. In den sechziger Jahren war das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion in vollem Gange und neben der Entwicklung atomwaffenfähiger Trägerraketen stand die Demonstration der technischen Überlegenheit im Mittelpunkt. Daran glaubt bei den vielen öffentlich bekannten Pannen bei Artemis niemand mehr.
Hinzu kommt, dass es im Apollo-Programm ausschließlich darum ging, Menschen auf den Mond zu bekommen, irgendwie. Bei Artemis liegt der Fokus auf einer Langzeitmission, die im besten Fall in effizienteren und verlässlichen Flügen zum Mond und einer dauerhaften Stationierung von Wissenschaftlerinnen und Ingenieuren mündet.
Der vielleicht wichtigste Unterschied dürfte jedoch die Anzahl der Beteiligten sein. Während Apollo ein nationales Projekt der USA war, sind in Artemis insgesamt 59 Länder auf allen Kontinenten involviert.
Missionsablauf nahezu deckungsgleich
Die Planung für die Mondlandung verläuft jedoch fast identisch. Zunächst wurde die Technik unbemannt getestet. Anschließend wurde eine Crew zunächst in eine Umlaufbahn um den Mond geschickt. Erst danach kam die Landung, die bei Artemis frühestens 2028 erwartet wird.
Technische Revolutionen bei der Rakete gibt es nicht, wobei das Space Launch System von Artemis(öffnet im neuen Fenster) etwas kleiner ausfällt als die Saturn-V-Rakete. Statt mehr als 50 Tonnen können nur noch 27 Tonnen zum Mond transportiert werden.
Komfort gab es bei Apollo nicht
In der Kapsel von Artemis geht es für die Crew wesentlich komfortabler zu als bei Apollo. Sie ist 30 Prozent größer, benötigt kaum noch Platz oder Gewicht für Computertechnik und bietet eine effizientere Lebenserhaltung.
Statt drei können vier Menschen transportiert werden. Die maximale Dauer wurde von 14 auf 21 Tage im Weltall verlängert. Und das vielleicht wichtigste Element in der modernen Version ist das sogenannte Abfallverwaltungssystem.
Man könnte es auch Weltraumtoilette nennen. In der Apollo-Kapsel gab es lediglich Kunststoffbeutel, bei denen nicht einmal an eine Aufbewahrungsmöglichkeit nach der Benutzung gedacht worden war.



