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API für Standortdaten: Wie Twitter und Instagram die Überwachung erleichtern

Entwickler können über spezielle Schnittstellen zu sozialen Netzwerken eine Unmenge an Daten erhalten. Diese lassen sich offenbar auch von den Behörden gezielt nutzen, wie das Beispiel Geofeedia zeigt.
/ Friedhelm Greis
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Die Proteste in Ferguson ließen sich ebenfalls mit Hilfe von Geofeedia überwachen. (Bild: Scott Olson/Getty Images)
Die Proteste in Ferguson ließen sich ebenfalls mit Hilfe von Geofeedia überwachen. Bild: Scott Olson/Getty Images

Die von sozialen Netzwerken generierten Nutzerdaten werden in den USA von Behörden zur gezielten Überwachung von Bürgerprotesten eingesetzt. Dies geht aus Recherchen der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden(öffnet im neuen Fenster) . Demnach nehmen beispielsweise in Kalifornien zahlreiche Behörden die Dienste des Unternehmens Geofeedia in Anspruch(öffnet im neuen Fenster) . Dieses wertet über Entwicklerschnittstellen die Nutzerdaten von sozialen Netzwerken wie Twitter, Instagram und Facebook aus, wozu auch nichtöffentliche Standortdaten gehören. Dabei wirbt Geofeedia unter anderem damit, die Unruhen in der Stadt Ferguson nach der Tötung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch Polizisten "mit großem Erfolg" abgedeckt zu haben.

Das in Chicago ansässige Unternehmen bezeichnet sein Produkt auf seiner Website(öffnet im neuen Fenster) als cloud- und standortbasierte Analyseplattform. Das Tool verfüge über die weltgrößte Sammlung sozialer Standortdaten. Eine Produktdemo ist nur auf Anfrage erhältlich. Aber die Abbildungen auf der Website zeigen eine Karte, auf der in Echtzeit Beiträge aus sozialen Netzwerken lokalisiert werden. Behörden können sich so auf einfache Weise einen Überblick über die geposteten Fotos, Tweets oder Facebook-Einträge zu einem bestimmten Ereignis verschaffen. Laut ACLU haben Ermittler in Oakland und Baltimore Geofeedia genutzt, um Proteste zu überwachen.

Polizei verteidigt Datennutzung

Wie die Organisation weiter berichtete, haben Twitter, Instagram und Facebook inzwischen die Zusammenarbeit mit Geofeedia beendet. "Basierend auf den Informationen aus dem ACLU-Bericht haben wir sofort den kommerziellen Zugang von Geofeedia zu den Twitter-Daten beendet" , twitterte Twitter(öffnet im neuen Fenster) . Anders als von Geofeedia in Werbemails an Behörden behauptet, stellte Twitter dem Unternehmen nicht die API Firehose(öffnet im neuen Fenster) (Feuerwehrschlauch), sondern über eine Tochterfirma lediglich einen Zugang zur Datenbank mit öffentlichen Tweets zur Verfügung.

Polizeibehörden in den USA verteidigten die Nutzung der Daten. So sagte William Mitchell von der Polizei in Denver(öffnet im neuen Fenster) : "Man kann damit in Echtzeit potenzielle Gefährdungen für eine Veranstaltung sehen." So sei in Kalifornien eine Frau ausfindig gemacht worden, die über soziale Medien die Super-Bowl-Parade bedroht habe. Zudem hätten Zeugen und Verdächtige über Beiträge in sozialen Netzwerken identifiziert werden können. Die Polizei von Denver soll 30.000 Dollar im Jahr für die Nutzung von Geofeedia zahlen.

Die Bürgerrechtler von ACLU lehnen solche Ermittlungsansätze dennoch ab. Sie fordern die sozialen Netzwerke auf, in ihren Nutzungsbedingungen eindeutig solche Anwendungen zu untersagen. Zudem dürfe es für die Regierung keinen besonderen Zugang zu den Nutzerbeiträgen für Überwachungszwecke geben.

In einem Statement an die Chicago Tribune(öffnet im neuen Fenster) verteidigte Geofeedia sein Konzept. Das Unternehmen wolle sich weiterhin "mit Bürgerrechtlern und Ermittlungsbehörden zusammensetzen, um sicherzustellen, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um die Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung und den Schutz der persönlichen Freiheiten zu sichern."


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