Apache Struts: Monate alte Sicherheitslücke führte zu Equifax-Hack

Eine zum Zeitpunkt des Equifax-Hacks seit mehreren Monaten gepatchte Sicherheitslücke hat nach Angaben des Scoring-Dienstes(öffnet im neuen Fenster) den Hack von bis zu 140 Millionen Kundendaten ermöglicht. Außerdem wurden Sicherheitslücken auf weiteren Equifax-Seiten entdeckt.
Die Sicherheitslücke in Apache Struts trägt die Bezeichnung CVE-2017-5638 und wurde im März dieses Jahres gepatcht. Der Hack von Equifax Webanwendung begann im Mai, also rund zwei Monate nachdem der Patch verfügbar war. Mit Apache Struts können Java-Anwendungen für Front- und Backend entwickelt werden.
Anwendungen müssen neu gebaut werden
Das Update einzuspielen, ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Denn nach dem eigentlichen Update für Struts müssen alle Anwendungen auf dem jeweiligen Server erneut gebaut werden. Trotz des Aufwandes hätte der Bug umgehend gepatcht werden müssen: Sicherheitsforscher warnten bereits im März, dass Kriminelle bei Ausnutzung der Schwachstelle beliebigen Code ausführen könnten. Zudem gab es bereits im März einen Exploit, der auch über Metasploit genutzt werden kann(öffnet im neuen Fenster) .

Der Journalist Brian Krebs berichtete(öffnet im neuen Fenster) unterdessen, dass auch eine Seite der lateinamerikanischen Sparte von Equifax massive Sicherheitsprobleme aufweist. Das Mitabeiterportal wurde mit der nicht besonders kreativen Mischung von "admin/admin" als Benutzername und Passwort nicht abgesichert. In dem Portal konnten persönliche Daten der Mitabeiter ausgelesen werden. Dabei stellte sich heraus, dass alle Mitarbeiter von Equifax in Argentinien ein Passwort haben, das identisch mit ihrem Benutzernamen ist. Die Seite wurde mittlerweile vom Netz genommen.
Equifax verwaltet wie die Schufa oder Arvato Infoscore in Deutschland vertrauliche Kundendaten zur Kreditwürdigkeit. Für seine Reaktion auf den Hack war das Unternehmen von zahlreichen Experten kritisiert worden .



