Apache: 35.000-Dollar-Drohne schrottet 25-Millionen-Dollar-Hubschrauber
Ein US-Army-Hubschrauber vom Typ AH-64 Apache verschwand am 8. Juni nahe der Straße von Hormus vom Radar. Axios berichtete als erstes(öffnet im neuen Fenster) über den Vorfall, gestützt auf die Aussage eines ungenannten US-Regierungsbeamten. Die New York Times bestätigte den Bericht(öffnet im neuen Fenster) mit weiteren anonymen Quellen. Beide Besatzungsmitglieder wurden aus dem Wasser gerettet, unter anderem mithilfe eines Drohnenbootes.
Wie konnte das passieren?
Die beteiligte Shahed-Drohne(öffnet im neuen Fenster) kostet rund 35.000 Dollar, der Apache-Kampfhubschrauber, den sie zum Absturz brachte, etwa 25 Millionen Dollar, wie Ars Technica schreibt(öffnet im neuen Fenster). Standard-Shahed-Drohnen steuern per GPS auf vorprogrammierte Koordinaten zu. Bewegliche Ziele wie Hubschrauber sind eigentlich nicht ihr Metier.
Mark Cancian vom Center for Strategic and International Studies erklärte der Times, Iran könnte von Russland modifizierte Varianten einsetzen, die eine Fernsteuerung und damit die Verfolgung beweglicher Ziele erlauben. Belegt ist das bislang nicht.
Vergeltung und Gegenvergeltung
Der Apache ist der erste US-Armeehubschrauber, der in diesem Konflikt verloren ging, und allem Anschein nach der erste seiner Art, der durch eine Drohne abgeschossen wurde. Zuvor hatte Iran bereits einen F-15E Strike Eagle am 5. April und einen A-10 Thunderbolt am 6. April mit bodengestützten Raketen abgeschossen. Dutzende US-Reaper-Drohnen, jede im Wert von über 30 Millionen Dollar, gingen ebenfalls durch iranisches Feuer verloren.
US-Präsident Trump machte den Hubschrauber-Vorfall am 9. Juni auf Social Media öffentlich(öffnet im neuen Fenster) und kündigte eine Reaktion an. Das US-Zentralkommando führte daraufhin Schläge gegen iranische Luftabwehrsysteme nahe der Straße von Hormus durch. Iran antwortete mit Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien.
Waffenstillstand in Gefahr
Seit dem 28. Februar 2026, als die USA und Israel gemeinsam Iran angriffen, schickt Iran die Shahed-Drohnen in die Golfregion. Die Drohnen trafen bislang vor allem stationäre Infrastruktur, darunter Amazon-Rechenzentren und Energieanlagen. Der jüngste Zwischenfall zeigt, wie unberechenbar die Eskalationsspirale ist. Ein nomineller Waffenstillstand gilt seit dem 8. April. Gehalten hat er nicht.
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