AOMedia: EU-Wettbewerbsbehörde untersucht AV1-Konsortium

Die Pflicht zur freien Lizenzierung des Videocodecs AV1 könnte gegen Wettbewerbsrechte verstoßen. Die EU untersucht dies nun.

Artikel veröffentlicht am ,
Die EU untersucht die Patentbedingungen der AOMedia.
Die EU untersucht die Patentbedingungen der AOMedia. (Bild: Aomedi)

Die EU-Wettbewerbsbehörde untersucht die Lizenzpraktiken der Alliance for Open Media (AOMedia), die für die Erstellung und Lizenzierung des freien Videocodecs AV1 zuständig ist. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf entsprechende Fragebögen, die an verschiedene Unternehmen verschickt wurden und die Reuters einsehen konnte. Auch ein Sprecher der EU bestätigte entsprechende Untersuchungen.

Stellenmarkt
  1. Senior Software-Entwickler (m/w/d) PowerBuilder
    efcom gmbh, Neu-Isenburg
  2. IT-Administrator (w/m/d) mit Schwerpunkt MS 365 / Azure
    XENON Automatisierungstechnik GmbH, Dresden
Detailsuche

Das Industriekonsortium AOMedia wurde bereits im Herbst 2015 gegründet, um einen standardisierten Videocodec für das Web zu erstellen, der nicht nur sämtlichen modernen Anforderungen an die Technik gerecht wird, sondern vor allem als freie Software und ohne Lizenzgebühren zur Verfügung steht. Ergebnis dieser Arbeiten ist der Codec AV1, der aus Techniken dreier weiterer Videocodecs zusammengeführt wurde. Standardisiert ist der Codec seit 2018.

Laut Reuters heißt es in dem EU-Papier: "Der Kommission liegen Informationen vor, dass AOM und seine Mitglieder möglicherweise Lizenzbedingungen (obligatorische gebührenfreie Kreuzlizenzierung) für Innovatoren auferlegen, die zum Zeitpunkt der Schaffung von AV1 nicht Teil von AOM waren, deren Patente jedoch als wesentlich für (dessen) technischen Spezifikationen sind". Zudem heißt es weiter, dass dieses Vorgehen die Möglichkeiten von Erfindern einschränke, mit der technischen Spezifikation von AV1 zu konkurrieren und dies außerdem die Anreize eliminiere, Innovationen zu schaffen.

Die EU-Behörde sieht den Wettbewerb also explizit dadurch gefährdet, das AV1 frei zur Verfügung steht und sich das Vorgehen von bisherigen Konsortien unterscheidet, die mittels Patentlizenzen Geld einnehmen. Das könnte auch Folgen für weitere ähnliche Konsortien haben, die Patentlizenzen für Open-Source-Software frei vergeben, wie der Linux-Patent-Pool des Open Invention Network. Der Beginn einer Voruntersuchung sei jedoch keine Vorwegnahme des Ausgangs eines Verfahrens, sagte ein EU-Sprecher laut Reuters.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


cc68 12. Jul 2022 / Themenstart

ja daher weht sicher der Wind...

nicoledos 11. Jul 2022 / Themenstart

jedenfalls aus meiner Sicht ein Hauptgrund für diese Regelung

stardestroyer 11. Jul 2022 / Themenstart

Danke für die Antwort! Ich habe auch deinen anderen Kommentar gelesen und das macht es...

nohoschi 11. Jul 2022 / Themenstart

...nur manchmal geht es fürchterlich nach hinten los? Etwa bei der EU-Cookie Richtlinie...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krieg der Steine
Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden

Lego hat einen Rechtsstreit um Mini-Figuren gegen einen Spielwarenhändler gewonnen, der Figuren aus China verkauft hat.

Krieg der Steine: Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden
Artikel
  1. Smartphones: Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger
    Smartphones
    Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger

    Das Xiaomi Mix Fold 2 ähnelt dem Samsung Galaxy Fold 4. Es ist ähnlich gut ausgestattet, kostet aber wesentlich weniger Geld.

  2. USA: Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range
    USA
    Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range

    In den USA und Kanada übersteigt die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 LR das Angebot, so dass Tesla erstmal keine Bestellungen mehr annimmt.

  3. Web Components mit StencilJS: Mehr Klarheit im Frontend
    Web Components mit StencilJS
    Mehr Klarheit im Frontend

    Je mehr UI/UX in Anwendungen vorkommt, desto mehr Unordnung gibt es im Frontend. StencilJS zeigt, wie man verschiedene Frameworks mit Web Components zusammenbringt.
    Eine Anleitung von Martin Reinhardt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • BenQ Mobiuz EX3410R 499€ • HyperX Cloud Flight heute für 44€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 5 5600X 169€, Intel Core i5-12400F 179€ und GIGABYTE RTX 3070 Ti Master 8G 699€ + 20€ Cashback) • Weekend Sale bei Alternate (u. a. AKRacing Master PRO für 353,99€) [Werbung]
    •  /