Anweisung des Verteidigungsministers: Private Telefone, Tablets und Smartwatches verboten
Wegen Spionage schränkt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den Gebrauch von privaten Smartphones und anderen Geräten mit SIM-Karte ein. Das berichtet das Magazin Der Spiegel (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine aktuelle Sicherheitsanweisung des Ministers, nach der private Telefone, Tablets oder Smartwatches nicht in Meetings oder Online-Besprechungen mitgebracht werden dürfen, in denen Inhalte besprochen werden, die als "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" oder höher eingestuft sind.
Smartwatches sind über Bluetooth mit dem Smartphone oder per WLAN mit dem Internet verbunden, oder nutzen eine eSIM oder MultiSIM. Durch Fake Power-off können Trojaner den Ausschaltvorgang etwa des Smartphones manipulieren. Der Trojaner spielt dann eine Animation ab, der Bildschirm wird schwarz, die LEDs gehen aus. Doch das Mikrofon wird aktiv geschaltet und die Internetverbindung bleibt bestehen, um Daten an einen Server zu senden.
Vorbereitung von Sabotageakten befürchtet
Die Einschränkung gelte besonders, wenn es in den Runden um die "Planung von Übungsvorhaben / Einsätzen" oder die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr gehe. Vor solchen Terminen müssen alle privaten Geräte in Schließfächern auf den Fluren eingeschlossen werden. Die Regel gilt auch für Büroräume, in denen Dokumente lagern, die als "Verschlusssache" eingestuft sind. Unklar ist, wie die Beteiligten kontrolliert werden sollen.
Grund für die Maßnahme sei die erhebliche Bedrohung durch Spionage, die auch zur Vorbereitung von Sabotageakten dienen könne, heißt es in der Anweisung. Die Bundeswehr sei derzeit "priorisiertes Aufklärungsziel insbesondere russischer Spionageaktivitäten", so die Warnung. Und auch China verfolge einen "strategischen und langfristigen Ansatz der nachrichtendienstlichen Informationsgewinnung", betonte das Ministerium.
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