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Antivirus: Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr

Aus Angst vor Spionage will die Sicherheitsfirma Symantec nach Angaben ihres CEO keine Regierungen mehr in den eigenen Code schauen lassen. Anlass war offenbar eine Anfrage der russischen Regierung.
/ Hauke Gierow
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Symantec-CEO Greg Clark (Bild: Rob Kim/Getty Images)
Symantec-CEO Greg Clark Bild: Rob Kim/Getty Images

Die Sicherheitsfirma Symantec will künftig keine Inspektion des eigenen Quellcodes durch Regierungen zulassen. Das kündigte der CEO Greg Clark im Interview mit Reuters an(öffnet im neuen Fenster) . Symantec hatte Regierungen in der Vergangenheit Zugang zum Quellcode gewährt, sieht dies aber nun als Sicherheitsrisiko für die eigenen Produkte an.

Man wolle die Produkte natürlich weiterhin in allen Ländern verkaufen, sagte Clark. "Aber das ist etwas ganz anderes als zu sagen: 'Okay wir lassen diese Leute das Produkt aufknacken und sich da komplett durchmahlen, um zu sehen, wie es alles funktioniert.'" Eine "Smoking Gun" , also einen Beweis für Sicherheitsprobleme durch vorherige Code-Reviews, will Symantec allerdings nicht haben.

Security by Obscurity

Bei dem Quellcode handele es sich um "Geheimnisse oder Dinge, die notwendig sind, um die Software zu verteidigen" , sagte Clarke. Die Praxis zielt offenbar vor allem auf Russland ab. Das Land fordert von vielen westlichen Unternehmen Zugang zum Quellcode und eine lokale Datenspeicherung. Die Regierung hatte auch Facebook gedroht, dass das Unternehmen die Nutzerdaten russischer Anwender in dem Land speichern müsse – oder in Zukunft komplett blockiert werde.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Hewlett Packard Enterprise (HPE) der russischen Verteidigungsagentur Zugang zum Quellcode der Sicherheitslösung Arcsight gewährt hatte. Arcsight wird auch vom Pentagon eingesetzt, die Entscheidung hatte vor allem in den USA für Kritik gesorgt. Nach Angaben von HPE seien jedoch keine derzeit aktiv am Markt befindlichen Produkte durch die russische Regierung eingesehen worden.

Arcsight gehört nach einem Verkauf im September zur Sicherheitsfirma Micro Focus International Plc. Der neue Eigentümer hatte bekanntgegeben, künftige Codeuntersuchungen durch "Hochrisiko-Regierungen" zu begrenzen. Außerdem sei jedes Mal eine Genehmigung des CEO notwendig.


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