Antiviren-Software: Kaspersky-Javascript ermöglichte Nutzertracking

Die Kaspersky-Antivirensoftware bindet in jede Webseite eigenen Javascript-Code ein. Bis vor kurzem war dieser noch mit einer eindeutigen ID versehen, den man zum Tracking nutzen konnte.

Artikel veröffentlicht am ,
Kasperskys Antiviren-Software verwendet fragwürdige Methoden, um die Aufrufe von Webseiten zu manipulieren.
Kasperskys Antiviren-Software verwendet fragwürdige Methoden, um die Aufrufe von Webseiten zu manipulieren. (Bild: Alexander Plushev, Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

Die Antiviren-Software von Kaspersky manipuliert geladene Webseiten und fügt dort Javascript-Code ein. Das hat die Zeitschrift c't aufgedeckt. Webseiten hätten diesen Code zum Tracking nutzen können. Das Tracking hat Kaspersky jetzt unterbunden, doch problematisch bleibt das Ganze weiterhin.

Stellenmarkt
  1. Leitung der Stabsstelle IT und Digitalisierung (m/w/d)
    Kunstakademie Münster, Münster
  2. Software Developer (w/m/d)
    Intrum Hanseatische Inkasso-Treuhand GmbH, Hamburg
Detailsuche

Ronald Eikenberg, einem Journalisten der Zeitschrift c't, war aufgefallen, dass auf einem System mit der Antiviren-Software von Kaspersky bei allen Webseitenaufrufen eine zusätzliche Javascript-Datei geladen wurde. Kaspersky manipuliert dabei auch verschlüsselte HTTPS-Verbindungen, indem die Software ein Root-Zertifikat im System installiert und dann einen Man-in-the-Middle-Angriff durchführt - eine Methode, die schon in der Vergangenheit zu Sicherheitsproblemen geführt hat.

Eindeutige Kennung wird in jede geladene Webseite eingefügt

Im Pfad der geladenen Javascript-Datei befand sich ein längerer hexadezimaler Code in Form einer UUID. Das Pikante daran: Anhand dieses Codes konnte man einen Nutzer eindeutig erkennen, denn dieser war bei jeder Installation ein anderer. Denn da der Code in fremde Webseiten eingefügt wird, können diese darauf zugreifen und ihn auslesen.

Eikenberg meldete dies und Kaspersky veröffentlichte im Juli ein Securityadvisory und ein entsprechendes Update. In einem Test konnten wir das Verhalten nachvollziehen. Wenn man von der Kaspersky-Webseite aktuell eine kostenlose Testversion herunterlädt, zeigt die noch das alte Verhalten: Jedes System, auf dem die Software installiert ist, meldet sich mit einer eigenen ID. Erst als wir manuell ein Update durchgeführt haben, wurde die ID vereinheitlicht.

Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Administration: virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.06.2022, Virtuell
  2. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.-16.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wirklich befriedigend ist das nicht. Denn das Verhalten führt auch dazu, dass Kaspersky anhand der HTTP-Referrer sehen kann, welche Webseiten Nutzer aufrufen. Zudem ist es denkbar, dass in dem von Kaspersky eingefügten Javascript-Code selbst Sicherheitsprobleme schlummern. Damit der Code auf Webseiten, die Content Security Policy einsetzen, überhaupt geladen werden kann, manipuliert Kaspersky auch diesen Header und setzt damit möglicherweise Schutzmechanismen außer Kraft.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


apedev 16. Aug 2019

Korrekt. Solange du nichts gegen Uncle Sam sagst, hast du nichts zu befürchten. Deine...

apedev 16. Aug 2019

Ich frage mich da auch wie man das feststellt, dass man nicht infiziert ist. Immerhin...

antiphp 15. Aug 2019

Bin vor 2 Jahren zu ESET gewechselt weil mich die AJAX Calls von Kaspersky genervt haben...

MarcusK 15. Aug 2019

@Golem Warum bauen sie JS in jede Seite ein? Was ist das Ziel davon? Das sie jede Seite...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
LG HU915QE
Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung

LG hat einen Kurzdistanzprojektor mit Lasertechnik vorgestellt. Der HU915QE erzeugt ein riesiges Bild und steht dabei fast an der Wand.

LG HU915QE: Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung
Artikel
  1. Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets: Was Fahrgäste wissen müssen
    Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets
    Was Fahrgäste wissen müssen

    Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV ist beschlossene Sache, Verkehrsverbünde und -unternehmen sehen sich auf den Verkaufsstart in diesen Tagen gut vorbereitet. Doch es gibt viele offene Fragen.

  2. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder: Bundesinnenministerin Faeser ändert Ansicht zu Chatkontrolle
    Sexualisierte Gewalt gegen Kinder
    Bundesinnenministerin Faeser ändert Ansicht zu Chatkontrolle

    Ursprünglich hat die Sozialdemokratin die geplante EU-Überwachung des Internets befürwortet. Nun sagt sie etwas anderes zur Chatkontrolle.

  3. LTE-Patent: Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland
    LTE-Patent
    Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland

    Ford fehlen Mobilfunk-Patentlizenzen, weshalb das Landgericht München eine drastische Entscheidung gefällt hat. Autos droht sogar die Vernichtung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer Predator X38S (UWQHD, 175 Hz OC) 1.499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 7 5700X 268€ und PowerColor RX 6750 XT Red Devil 609€ und RX 6900 XT Red Devil Ultimate 949€) • Alternate (u. a. Cooler Master Caliber R1 159,89€) • SanDisk Portable SSD 1 TB 81€ • Motorola Moto G60s 149€ [Werbung]
    •  /